Ein guter Rat für diejenigen, die eine künstliche Befruchtung planen

Hallo, Ihr Ieben,

ich wollte das schon lange mal angehen:   Ich würde so gerne eine "Gute-Rat"-Liste anlegen,  von den Frauen hier im Kinderwunsch-Forum, die schon Erfahrungen in einer schulmedizinisch Unterstützten Empfängnis haben.

Jede Frau, jedes Paar, das eine solche medizinische Hilfe plant, kann hier guten Rat brauchen!

Schön wäre es daher, wenn diejenigen, die schon Erfahrungen mit den ganzen Abläufen, Schwierigkeiten und Unterstützungen, Perspektiven und Gefühlen

haben, von diesen hier berichten, um anderen Wunscheltern einen kleinen Einblick auf das geben könnten, was ihnen bevorsteht.

Da sind zu Beginn so viele Fragen, so viele Wege noch nicht klar, stehen so viele Entscheidungen aus. Von den Erfahrungen anderer zu lesen, das kann hier ganz gewiß viel Mut machen, und Orientierung geben.


Ich danke allen, die dieses Projekt unterstützen!

lieber Gruß

Biggi, September 2009

 

1 Kommentar

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#1 meindlm schrieb am 05.10.2009 22:16 answer

Hallo Biggi,

 

Du schlägst ja ganz neue Wege ein

Meine Erfahrungen in der künstlichen Befruchtung sind jetzt fast zwei Jahre alt und heute wurde der erste Transfer für unser neues Glück gestartet. Wer es ganz genau wissen will kann sich ja auch mein Profil ansehen. Wir sind in Erlangen an der UNI-Klinik.

 

Zum Thema Ausland kann ich nicht viel beitragen. In Österreich sollen wohl die Zellen länger im Reagenzglas reifen und danach auch eine Auswahl von mehreren ?Zellhaufen? möglich sein. In Tschechien ist auch eine Eizellspende möglich ? dies ist in Deutschland verboten.

 

Also laut Wikipedia ist ein Blastozyste nach drei bis vier Tagen vorhanden.

Bei mir wurden 2007 zwei Zellen (6 und 8 Zeller) nach dem dritten Tag und

2009 zwei Zellen (6 und 6 Zeller) nach dem vierten Tag eingesetzt.

Danach müsste 2009 auf jeden Fall das Blastozystenstadium erreicht worden sein.

 

Wie kann man ein wenig Feierlichkeit für sich selbst in die ganze Prozedur

bringen?

 

Ich habe mir 2007 zwei Massagen gegönnt zwischen Punktion und nach dem Transfer.

Damals stand ich ziemlich unter Strom in der Arbeit. Meinem Chef musste ich es sagen.

Ansonsten wäre das ständige ?zu spät kommen? und ?kurzfristige umplanen? nicht mehr erklärbar gewesen.

Insgesamt ist man zwischen zwei und drei Wochen ständig auf dem Sprung.

Aber jetzt mal von Anfang an!

 

Was kommt bei einer ICSI auf einen zu?

Wir sind gesetzlich versichert und mussten 50% selbst bezahlen. 2007 haben wir 1115EUR für Medikamente und 717EUR für die Klinik gezahlt. Kryokonservierung kostet 250EUR pro Jahr

 

1) Termin; Anfangsgespräch mit anschließenden Blutuntersuchung (Schilddrüse, Hormonstatus, HIV, Hepatitis A und C, Krebsabstrich) bei der Frau; vom Mann wollten sie auch HIV, Hepatitis A, C und Spermiogramm; das Ergebnis des Hormonstatus dauerte 6 Wochen

 

Antrag für die Kostenübernahme an die Krankenkasse und Kryokonservierung (Lagerung von Eizellen im Vorkernstadium)erhalten. Diese müssen unterschrieben beim nächsten Termin vorliegen.

 

 

2) Termin vor dem 20. Zyklustag; (Medikamentenverschreibung Decapeptyl, Menagon. Brevactid 5000) Anfang der Downregulierung am 20. Zyklustag

Jetzt muss man sich jeden Tag eine Spritze selbst in die Bauchfalte geben

 

3) Termin 1. ? 3. Zyklustag

Ab jetzt zu jedem Decapeptyl auch noch eine Spritze mit Menagon zur Stimmulierung der Eierstöcke setzen, am Anfang vier Ampullen danach drei Ampullen

 

4) Untersuchungstermin; Überprüfung der Eizellreifung und Hormonstatus (Blutabgabe)

gegebenenfalls neue Medikamente und weiterspritzen; der Bauch wird da schon ein wenig mit Blutergüssen übersäht

Vorstellung beim Anästesisten, wegen Narkose

 

 

5) Termin; Überprüfung der Eizellreifung und Hormonstatus (Blutabgabe)

gegebenenfalls neue Medikamente verschreiben und weiterspritzen; Festlegung des Punktionstermins

 

6) Punktion; 6:30Uhr nüchtern im Krankenhaus erscheinen; Punktion so um 8 Uhr;Narkose ca. 1 Stunde; nach zwei bis drei Stunden Nachbesprechung und Terminvereinbarung für Telefonsprechstunde

Der Mann muss sich um 8 Uhr melden und Spermien abgeben.

(Also beide am besten den ganzen Tag Urlaub nehmen, da man nach der Narkose nicht Autofahren darf) Im Krankenhaus schreiben Sie einen nur einen Tag krank. Ansonsten muss man zum Haus- bzw. Frauenarzt; Der Bauch tut einem schon ganz schön weh!

 

Zwei Tage später Anruf beim Dr. wegen Terminvereinbarung des Transfers

 

7) Transfer; es werden die Eizellen eingeführt; geht relativ schnell; beim ersten Mal durfte ich mir die Zellen ansehen, beim letzten Mal nicht; wobei ich aber auch nicht gefragt habe:

Medikamentenverschreibung (Fragmin P 20 Spritzen ; Brevactid 2 Spritzen; ASS; Utrogest täglich 2-2-2)

Da ist man ganz schön beschäftigt mit den ganzen Medikamenten

 

8) Termin; zwei Wochen später zum Schwangerschaftstest (Bluttest); Ergebnis bekommt man über Telefonsprechstunde am Nachmittag

 

Alles in allem muss man zwischen 1. und 20. Zyklustag sehr flexibel sein. Die Termine werden von einem Tag zum anderen festgelegt. Die Medikamenten besorgen ist auch zeitaufwendig; will man dann noch eine Reimport oder im Ausland bestellen, um Kosten zu sparen, wird?s richtig anstrengend!

Beim ersten Mal habe ich 10 Tage Urlaub genommen, sonst wäre mir das ganze zu viel gewesen!

 

Wie kann man ein wenig Feierlichkeit für sich selbst in die ganze Prozedur

bringen, wenn man schließlich in einem vollen Wartezimmer steht, vielleicht sogar eine Nummer dafür ziehen muss?

 

Mein Mann war bei beiden Transfers aus beruflichen Gründen nicht dabei !

 

Die Begleitung durch die Ärztinnen war sehr nüchtern. Nur die Arzthelferinnen haben manchmal einen wieder ein paar nette Worte gesagt.

Ich habe mir viel Hilfe aus dem Internet und von einer Freundin die auch X-Mal ICSI machen musste geholt.

 

Das Forum www.klein-putz.net finde ich sehr gut.

 

Für uns Franken gibt´s nenn Frankenordner:

www.klein-putz.net/forum/viewtopic.php

 

Für fachliche Fragen kann ich auch www.9monate.de/wartezimmer_kinderwunsch.html empfehlen.

 

Gruß

meindlm smile smile smile

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