Wieviel Folsäure braucht der Mensch?

 

Wie viel Folsäure benötigt der Mensch ?

 

Die Angaben zum Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen an Folsäure ändert sich alle wenige Jahre. Die meisten Quellen geben hier 400 Mikrogramm an. (Stand 2008).

 

Da Folsäure ein empfindliches Vitamin ist, es also beim Kochen vermindert werden kann, genügt es nicht, einfach 400 Mikrogramm täglich zu verzehren, denn die Minderung des Vitamins durch Zubereitung oder Alterung muss hierbei in Abzug gebracht werden.

 

Vor einem Folsäuremangel aber schützt sich der Körper, in dem er das Vitamin in der Leber speichert. Ja, er besitzt sogar eine regelrechte Vitaminintelligenz. Durch Coenzyme, die sich  diesem Fall an die natürliche Folsäure binden, weiß er, wann ein Bedarf und wann eine Sättigung

Besteht. Das ist ganz einfach: Wenn alle Coenzyme ?beschäftigt? sind, dann meldet der Körper uns eine Sättigung, sind zu viele Coenzyme ?ohne Arbeit?, dann meldet der Körper einen Bedarf. Bei gesunden Menschen wirkt sich diese ?Meldung? im Appetit oder im Bedarfsfall auch einmal in einem Heißhunger aus.

 

Arzneiliche Folsäure aber ist ein synthetisches Vitamin namens Pteroylmonoglutmat  (PGA), und dieses bindet sich nicht an die Coenzyme. Somit wird die körpereigene Intelligenz der Vitaminverwaltung außer Kraft gesetzt und gerät längerfristig dann auch aus dem Training.

Die Folge: Unsere Instinkte, die uns normalerweise immer das richtige Appetitsignal senden, verkümmern allmählich.

 

Die klinischen Studien der letzten Jahre befassten sich nun mit der Frage: Wie hoch denn der Tagesbedarf an Pteroylmonoglutmat sei. Und mir scheint, je mehr Studien durchgeführt wurden, desto höher wurde unser Bedarf.

Vor etwa zehn Jahren begann man mit 100-150 Mikrogramm täglich, das steigerte sich dann im Laufe der Zeit, bald waren es 200 Mikrogramm,  dann 400- bis man nun gut und gerne auf 800 Mikrogramm und 1 Milligramm geht.

 

Gleichzeitig aber, werden schon zahlreiche unserer Lebensmittel mit synthetischer Folsäure angereichert. Die Mütter hier unter uns mögen gerne einmal den Vitamingehalt der Frühstückscerealien und Cornflakes miteinander vergleichen.  Sie alle (in 14 von 15 Fällen) sind nahezu standardisiert. Dies gilt auch für die meisten Kindergetränke. Seht auch gerne mal den Vitamingehalt des ?Schnutellaglases? an.

 

Um hier eine arzneiliche Zugabe weiterer  synthetischer Folsäure anzupassen,  müssten wir ja theoretisch wissen, wie viel davon wir bereits durch unsere Nahrungsmittel aufgenommen haben.

 

Das vermag kaum noch jemand. Und diese Menge dürfte täglich noch variieren. Sollte die Gesamtmenge an synthetischer Folsäure durch die Nahrung zuzüglich der arzneilich zugeführten sich aufaddieren in eine Dimension, die kein Mensch mehr braucht, dann kann uns der Körper dieses nicht mehr signalisieren. Die synthetische Variante bindet sich nicht an die Coenzyme, und wir nehmen diesen Stoff unbegrenzt auf.  

 

Wie krank das machen kann, habe ich versucht, zusammen zu tragen, wobei ich diese Angaben aus verschiedenen Quellen im Netz habe, und diese Liste so immer erweiterte:

 

Die ersten 50 ?ergoogelten? Seiten waren allesamt Marktschreier und Fans der synthetischen Folsäure. Wer die liest, möchte unbedingt auch Folsäure-Pillen haben.

Hier heisst es: ?Vollkommen ungefährlich. Nebenwirkungen keine bekannt. Kann nicht überdosiert werden?.

 

Auf einigen Seiten findet man: ?Magen- Darm-Beschwerden, Hautausschläge?.

 

Erst später wurde ich fündig:

 

  • Es besteht die Möglichkeit, dass ein Vitamin B 12 Mangel verschleiert werden kann. Ein B 12 Mangel kann sehr gefährlich, ja lebensbedrohlich sein und bei langem Bestehen eine nicht reperable Vernichtung der Hirn- und Nervenzellen verursachen. Neue Folsäure-Präparate werden daher sicherheitshalber mit synthetischem B 12 angereichert. Über die heikle Wechselwirkung von Pteroylmonoglutmat  (PGA) und B 12 weiß man so gut wie nichts.
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  • Eine Überdosierung von Folsäure kann sich nach längerer Gabe von über 4 Wochen sehr hoher Dosen (über 5 bis 15 mg Folsäure) pro Tag durch folgende Symptome äußern: bitterer Geschmack im Mund, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen, Blähungen, Erregungszustände, Schlafstörungen und Depressionen.
  • Bei Tieren, denen man PGA in enormen Mengen zuführte,  wurden   Nieren und Nerven vergiftet. ( ?nephrotoxisch, neurotoxisch? ).
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  • Aus Fütterungsexperimenten mit Ratten weiß man, dass PGA die Eiweißverwertung der Föten im Mutterleib behindern,  was zu leichten und kleineren Nachkommen führt.
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  • Eine Norvit Studie zeigte: Probanden mit erhöhter Folsäurezufuhr zeigten einen Trend zu mehr Krebserkrankungen ( Charles D. et al: Taking folate in pregnancy and risk of maternal breast cancer. Bristish medical Journal 2004/329/ S. 1375-1376)
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  • ?Dass Folsäure die Zellteilung entarten lassen kann, war schon in den 60 er Jahren bekannt, die 0,2 oder  5 Milligramm des Vitamins eingenommen hatten?.  (Brigitte Neumann) Brustkrebs trat hier häufiger auf.
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  • Man weiß, dass Folsäure die schnellwachsenden Zellen unterstützt, dies ist eines der Verkaufsargumente dieser Produkte. In der Krebsbehandlung setzt man daher darauf, die im Körper befindliche Folsäure außer Kraft zu setzen, um das Zellwachstum wieder zu stoppen. Diese Arzneien bezeichnet man als Antifolate. Man verabreicht sie an Leukämie erkrankten Kindern.
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  • In Afrika gab man an Malaria erkrankten Kindern zur Blutbildung Folsäure. Im Vergleich zur Kontrollgruppe lebten die Krankheitserreger munter weiter.  Man rät daher von Folsäuregaben bei Malaria ab. Bis jetzt. Es stellt sich die Frage, ob sie nicht in allen Fällen einer Infektion kontraindiziert sein dürfte.
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Fazit:

Der natürliche Folsäure-Haushalt des Menschen reguliert sich selbst.

Synthetische Folsäure kann er nicht kontrollieren oder steuern.

Es gibt kaum Warnsignale, falls der Folsäurespiegel eines Menschen in enorme Höhen klettert.

Jede zu hohe Folsäure-Konzentration stärkt nicht uns, sondern Krankheitserreger und  Tumorzellen.

 

 

Ich frage mich daher, weshalb die meisten Menschen  dennoch ihr tägliches Folsan schlucken.

 

Ist es Unwissenheit oder gar der Respekt vor den aktuellen Trends?  Tun wir das, weil alle es tun ?

Trauen wir uns nicht zu sagen, dass wir  eigentlich dieses Pteroylmonoglutmat nicht so gerne essen möchten?

 

Ich für mich jedenfalls schließe meine Recherche allmählich ab.

 

Ich glaube, ich befasse mich lieber damit, in welchen Nahrungsmitteln natürliche Folsäure enthalten ist und sehe zu, dass meine Familie und ich ausreichend davon bekommen.

 

Die Liste der Nahrungsmittel, die natürliche Folsäure enthalten ist ellenlang, so dass auch für ?Salatmuffel? genügend Auswahl vorhanden ist.

 

Nachdenkliche Grüße

 

Biggi

 

Birgit Zart

Okt 2008

  

 

 

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