Doulas begleiten Gebärende umfassend

 

Je knapper unser Gesundheitssystem kalkulieren muss, je mehr Stress Hebammen und Gynäkologen in ihren viel zu häufigen und vor allem zu langen Diensten aufbauen, desto engagierter suchen Schwangere nach Möglichkeiten, sich auf die bevorstehende Entbindung bestmöglich vorzubereiten.

Eine der Antworten auf diese doch ein wenig erschreckende Entwicklung in deutschen Kreißsälen mag der aktuelle Trend sein, sich in der Zeit vor, während und auch nach der Geburt eine Doula unterstützend an die Seite zu rufen.

In dem folgenden Bericht beschreibt eine Doula die Idee einer modernen und auf die Schwangere fein abgestimmte Geburtsbegleitung.

Biggi, September 2009

Ein Hallo an alle Kugelnden!

Erst einmal vorab: ich möchte keine Werbung in eigener Sache machen, sondern sachlich die Geburtsbegleitung einer Doula vorstellen.


Der Begriff "Doula" kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Dienerin der Frau". Sie kümmert sich intensiv um die Gebärende, indem sie massiert, emotional stärkt und allein durch ihre kontinuierliche Anwesenheit unterstützt. Ebenso entlastet sie den Partner und hilft ihm, mit der Situation klarzukommen. Sie erfüllt damit keine medizinische Funktion, sondern ist eher als eine hilfreiche rgänzung zur Hebamme zu sehen.

Diese kontinuierliche Unterstützung durch eine Doula senkt

die Kaiserschnittrate um 50%,
den Einsatz der Geburtszange um 40%,
die Nachfrage nach Schmerzmitteln um 60%
und die Geburtsdauer um 25%.


(Quelle: Klaus und Kennell: ?Doula - Der neue Weg der Geburtsbegleitung?, Mosaik Verlag 1995)

Früher war es üblich, dass während einer Geburt eine Hebamme und die weibliche Verwandtschaft der Gebärenden anwesend waren. Die Hebamme kontrollierte den Geburtsverlauf, wusste durch ihr umfangreiches Wissen und ihren Erfahrungsreichtum mit allen Eventualitäten umzugehen.
Die anwesenden Frauen, meist selbst Mütter und Großmütter, versorgten die Frau mit Getränken, kochten kräftigende Suppen und sprachen Mut zu ? einfach aus ihrer eigenen Erfahrung des Geburtserlebnisse heraus.


Mit dem Einzug der Geburtsmedizin und der Verlagerung der Geburten in die Krankenhäuser ging diese Tradition verloren. Lange Zeit waren aus hygienischen Gründen nicht einmal die Väter im Kreissaal erlaubt.


Mittlerweile hat man erkannt, dass es für die Frau sehr hilfreich ist, wenn eine vertraute Person während der Geburt anwesend ist. Dabei spielt es weniger eine Rolle, ob es nun der Vater, eine gute Freundin oder die eigene Mutter ist.
Das entscheidende dabei ist einfach die verlässliche Anwesenheit.

Es ist keine Ausnahme, dass in großen Krankenhäusern eine Hebamme mehrere Geburten gleichzeitig betreuen muss. Sie wird also immer wieder den Geburtsraum verlassen und die Frau ihrer Begleitung überlassen.

Die Erfahrung zeigt nun, dass die Anwesenheit einer Frau, die selbst einen Geburtsprozess durchlaufen hat, sich emotional besser in die gebärende Frau hinein versetzen kann.  Sie ist in der Lage zu erspüren, was diese Frau gerade braucht und kann diese Wünsche erfüllen.

Eine Doula ist eine ?spezialisierte? Geburtsbegleiterin. Sie verfügt, zusätzliche zu ihrer eigenen Geburtserfahrung, über ein fundiertes Wissen rund um die Geburt. Damit kann sie eventuelle Geburtseingriffe erklären, wird aber nie die Entscheidungen der Hebamme anzweifeln. Diese bleibt von Anfang bis Ende für die Geburt verantwortlich.

Die Kosten einer Doula-Begleitung belaufen sich zwischen 450 ? 650 ?. Das wird vermutlich einige erst mal abschrecken. Wenn man dann aber zusammen rechnet, was man für einen Kinderwagen, die Kinderzimmereinrichtung, die Erstausstattung bereit ist zu zahlen und sich vor Augen führt, welchen Umfang die Begleitung ausmacht, relativiert sich das wieder.


Die Begleitung ist in meinen Augen sehr umfangreich. Sie umfasst zwei Treffen vor der Geburt, die ein intensives Kennenlernen ermöglichen, Rufbereitschaft 10 Tage vor und nach dem errechneten Geburtstermin, die vollständige Anwesenheit während der Geburt (Beginn wird von der Frau signalisiert) und ein Treffen nach der Geburt zur Geburtsverarbeitung.



Dabei möchte ich es nun auch belassen. Bei Fragen könnt ihr mich gern anmailen.



liebe Grüße

Anne

 

aus dem Forum:

1 Kommentar

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#1 Ina schrieb am 18.01.2010 10:51 answer

Ich habe mich nicht für eine Doula entschieden, aber für eine Beleghebamme. Die hat dann keinen Schichtwechsel, geht auch nicht zwischendurch zu anderen Gebärenden, ich lerne sie nicht erst 2 Treffen vorher kennen, sie macht auch die Kontrollbesuche nach der Geburt.

Sie hat alle zwei Wochenenden frei, das heißt für mich, wenn ich da anfange mit "Kind-kriegen", muss ihre Ersatzpartnerin ran.

Es kostet 275 ?. Auch da muss man einfach sehen, dass es eine besondere Betreuung ist und den Wert davon schätzen. Und das muss auch nicht auf einen Schlag gezahlt werden, sondern kann in Raten abgezahlt werden.

 

Also, auch Beleghebamme nicht außer Acht lassen.

 

Das nicht immer Gute: Sie muss keine Kinder bekommen haben, sie muss halt nur eine Hebamme mit Belegvertrag beim Krankenhaus sein.

 

Liebe Grüße

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