Schon immer waren die Menschen angelegentlich der Fortpflanzung fasziniert. Ein jeder von uns kennt Berichte über Heilbestrebungen, die versuchten, Empfängnis entweder zu begünstigen oder zu verhindern. Und so wundert es nicht, wenn noch bis weit in das vergangene Jahrhundert hinein, in den verschiedenen Regionen der Welt zahlreiche Rezepturen in den Traditionen der Frauengesundheit erhalten waren.

 

Die Kelten liebten ihren Mistelbeerentrank,  die Französinnen zelebrierten ihren Eisenkraut-Tee, die Schäfer ließen ihre Herden den Rotklee abweiden und die deutschen Mönche waren bemüht, mithilfe des ?Mönchspfeffers? ihr Zölibat besser einhalten zu können.  Es gab viele Rezepturen und viele Traditionen. Unter ihnen schienen sich einige deutlich und klar hervorzuheben: Das waren die Traditionen der Völker, die progesteronhaltige Nahrungsmittel entweder in größeren Mengen zu sich nahmen, oder aber gezielt für die weibliche Gesundheit einzusetzen pflegten.

 

Es war die Pharmaindustrie, die in den fünfziger Jahren intensiv die Wirkungsweise solcher traditionellen ?Nahrungsergänzungen? untersuchte und erforschte.  Fündig wurde sie vielerorts, doch war es ausgerechnet die mexikanische Yamswurzel, die mit ihrem Wirkstoff Diosgenin in den Focus der weiteren Forschung geriet. Mexikanische Frauen litten so gut wie gar nicht unter PMS, Stimmungsschwankungen oder dem Symptomenkomplex der Wechseljahresbeschwerden. Die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Diosgenins ergeben bis heute eine ellenlange Liste, und natürlich wollte man auch den deutschen Frauen diese heilenden und lindernden Phytohormone zur Verfügung stellen.

 

Nun ist es- rein wirtschaftlich betrachtet- nicht möglich, in den mexikanischen Urwald zu gehen, eine Süßkartoffel zu ernten, und sie dann in Deutschland als Arzneimittel patentieren zu lassen.  Praktisch wäre es möglich, ja, schließlich tun die Mexikanerinnen dies bis heute. Um aber wirtschaftlich zu arbeiten, ist für einen pharmazeutischen Betrieb die Patentierung einer Arznei überlebenswichtig.  Patentieren lassen kann man jedoch nur isolierte Einzelstoffe, nicht eine ganze Pflanze.

 

So stellte man eine zeitlang aus der Yamswurzel ein recht preiswertes pflanzliches Progesteron her, um es jedoch vermarkten zu können, benötigte man eine patentierfähige Form: So wurde das natürliche Progesteron synthetisiert und kam unter Namen wie Progestine, Progestogene oder Gestagen auf den Markt.

Unglücklicherweise können Gestagene das volle Spektrum an Heilwirkung  von natürlichem Progesteron nicht erreichen und sie sind auch gesundheitlich bei weitem  nicht so unbedenklich. Darüber hinaus sind zahlreiche gesundheitsgefährdender Nebenwirkungen bekannt, so dass die Forschung  bis heute bemüht ist, diese weiterhin zu minimieren. Die Erforschung des natürlichen Progesterons dagegen kam für mehr als 20 Jahre zum Stillstand.

 

In letzter Zeit sind die Vorteile des natürlichen Progesterons wieder in die Aufmerksamkeit gerückt und es wird mehr und mehr im klinischen Bereich verwendet. Besonders in Amerika und England gab es Mediziner die über Jahrzehnte Erfahrungen mit dem natürlichen Progesteron sammelten, in diesen Ländern kann man natürliches Progesteron, welches zumeist als Creme appliziert wird, frei in den Drogerien kaufen. Allein in Deutschland gilt es als verschreibungspflichtig.

Birgit Zart , 2009 aus:

Kinderwunschhilfe

 

 

 

 

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