Johanniskraut
Johanniskraut wächst in unserer unmittelbaren Umgebung und wird in der Naturheilkunde lange und traditionell eingesetzt. Auch in der Homöopathie wird es eingesetzt, hier unter seiner botanischen Bezeichnung Hypericum.
Auch gibt es unzählige medizinisch-wissenschaftliche Studien, die ,- wie immer bei der Bewertung pflanzlicher Heilmittel - natürlich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen müssen, je nachdem, ob der Sponsor einer solchen Studie Interesse an der Verbreitung eines Naturheilmittels hat, oder eben nicht.
Die heilenden Wirkungen des Johanniskrauts sind jedoch so lange schon erprobt und überliefert,dass ich meine, wir dürfen hier getrost dem Wissen der Altvorderen vertrauen.
Die wohl kleinkarriertesten Aufzeichnungen über seine Wirkungen ? und dies meine ich im besten Sinne ? finden wir in den Archiven der Homöopathie, von denen ich hier gerne nur die wichtigsten beschreiben möchte.
Gemeint sind hier die Heilwirkungen sowohl bei innerer Anwendung über Teezubereitungen, Pflanzentinkturen und die homöopathische Aufbereitungen als auch bei äußerer Anwendung, beispielsweise durch Kräuterwickel, Salben oder Auszugsöle.
Zusammenfassend ist eines klar:
Johanniskraut ist ein Verletzungsmittel par excellence!
So gehört eine kleine Menge Öl eigentlich in die Hausapotheke direkt ans Schlüsselbund, denn wir können es nach der ?da-wo-es-weh-tut!-Methode stets dorthin geben, wo es schmerzt. Also bei allen stumpfen (nicht offenen) Verletzungen, wie Stauchungen, Prellungen, Quetschungen, Verletzungen.
Bei offenen Verletzungen geben wir Johanniskraut innerlich, Einreibungen erfolgen dann bitte immer um die offene Verletzung drum herum, beispielsweise um die Schürfwunden kleiner Kinderknie.
Johanniskraut wird hier immer richtig sein.
Seine Hochburg aber ? und so können wir es bei Bedarf gegen Arnica und Calendula abgrenzen, sind die Nerven.
Wo immer Nerven besonders empfindlich sind, ist das Johanniskraut das Mittel der Wahl. Macht man sich klar, dass es ja schließlich die Nerven sind, die einen Schmerz überhaupt erst spürbar machen, erklärt sich, weshalb es nach der ?da-wo-es-weh-tut?-Methode immer richtig ist. Man kann so aber , denke ich, auch gut verstehen, dass seine Wirkung umso besser wird, je empfindlicher die Nerven sind. Hiermit meine ich die Schürfwunden der Kinder, den in der Haut selbst liegen viel mehr Nerven, als unter der Haut. So können Schürfwunden viel mehr wehtun, als beispielsweise glatte Schnittwunden.
Man hat überdies die Erfahrung gemacht, dass Johanniskraut umso besser wirkt, je peripherer die Schmerzen sind, also, je weiter sie außen liegen.
So entstand eine wirklich umfangreiche Liste möglicher Anwendungsgebiete. Sie umfasst die äußere Affektion der Nerven, wie bei Verletzungen und Schmerzen generell, als auch die inneren Nervenbeteiligungen bei Depressionen, Burn-Out Symptomen, Aufregungen allgemein. Dorn verwendete Johanniskraut-Öl bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen. Hier wird deutlich, wie sehr das empfindsame Rückenmark vom Johanniskraut-Öl angesprochen wurde, und wieder scheint es nur logisch, bei allen Affekten des Zentralen Nervensystems ans Johanniskraut zu denken: Bei Verletzungen des Kopfes, nach Erschütterungen, aber auch dann, wenn nach Zahnbehandlungen die Nerven regelrecht gereizt sind, und der Schmerz dann manchmal stärker ist, als noch vor der Behandlung.
Hier also die geeignetsten Anwendungsgebiete:
Bei Depressionen, bei Schock und Angst, als Folge einer Verletzung, eines Unfalles, dazu Nervosität und Müdigkeit.
Johanniskraut beruhigt und wirkt gegen depressive Verstimmungen.
Verletzungen
Nervenverletzungen, schießende Schmerzen, kribbeln, Taubheitsgefühl
Quetschwunden
Schürfwunden
Platzwunden
Schnittwunden
Nagelverletzungen, zu weit eingerissener Fingernagel
Risswunden, zusammen mit verletzten Nerven
Gürtelrose
Sonnenbrand
Verbrennungen, Verbrühungen
Schmerz nach einer Operation
Schmerzen, ein Kribbeln und Ameisenlaufen, zudem ein Taubheitsgefühl
Gehirnerschütterung
Schleudertrauma
Knochenbrüche
Zahnschmerzen
Zahnschmerzen, rasend, Zahnschmerz nach Bohren
und wenn Betäubungsspritze ungewöhnlich lange anhält,
Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen nach örtlicher Narkose
Zunge: nachdem man sich auf die Zunge gebissen hat
Nervosität
Depression
Depression aufgrund von Lichtmangel im Winter
Wenn Kälte nicht gut vertragen werden kann
Kummer
Erschöpfung
Müdigkeit
Schlaflosigkeit, gestörter Schlaf
Rückenschmerzen, Lumbago, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall
Steißbeinprellung
Hämorrhoiden, wenn sie schmerzhaft sind
Verletzte Finger und Zehen
Warzen an den Fußsohlen, wenn sie schmerzhaft sind, ebenso Hühneraugen und Druckstellen
Großes Geburtsmittel:
Lindert den Schmerz nach Dammschnitt und anderen Verletzungen nervenreichen Gewebes.
Folgen der Periduralanästhesie!
Nach der Geburt die Babyferse einreiben, für die meisten Neugeborenen beginnt die erste Untersuchung mit einem Stich in die kleine Ferse.
generell nach Operationen
Phantomschmerzen
Impfreaktionen
Tierbisse
Insektenstiche
Wundinfektionen
Birgit Zart, September 2010
