Mönchspfeffer: Traditionelles Arzneimittel für Männer

Bevor der Mönchspfeffer für die Homöopathie entdeckt wurde, fand er landläufig Anwendung bei den Mönchen, die in den Klöstern offenbar Schwierigkeiten hatten, das Versprechen des Zölibats aunzuhalten.

Stapf schreibt hierzu:" Schon in den ältesten, bis bergab auf die neueren Zeiten, bediente man sich verschiedener Teile dieses Gewächses zu künstlicher Besänftigung des Befriedigung fordernden Geschlechtstriebes, was namentlich in Klöstern stattgefunden haben soll.." Plinus beschreibt, dass die Frauen im alten Athen ihre Betten mit Blättern des Mönchspfeffers bestreuten, wenn sie während der Kriegszeiten auf den Sex mit ihren Männern verzichten mussten, und ihnen während dieser Zeit unbedingt treu bleiben wollten.

Es waren also Männer wie auch Frauen, die mit Hilfe dieser Pflanze ihren Geschlechtstrieb  erfolgreich unterdrückten.

Dies bezieht sich auf die Arzneipflanze an sich.

In der Homöopathie jedoch setzt bei ausreichender Verdünnung und Dynamisierung eines Ausgangsstoffes immer eine Umkehrwirkung ein. So dass die Homöopathie den Mönchspfeffer in der Urtinktur zur Dämpfung, in der Verdünnung aber zur Kräftigung des Geschlechtstriebes und der Potenz einsetzt.

Dies ist wichtig zu wissen, für all diejenigen, die sich im Internet über die Wirkung dieser Arznei informieren möchten, und auf wiedersprüchliche Informationen stoßen.

Der Mönchspfeffer kann beides, sowohl bei Mann und Frau:

Unverdünnt hemmt er die Lust.

Homöopathisch potenziert wird er sie heben.

 

Auch Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, war beeindruckt von der Kraft des Mönchspfeffers- Vitex agnus castus.

Er dokumentiert uns darüber hinaus, dass auch bei homöopathischer Anwendung die Erstwirkung dieser Arznei bisweilen etwas dämpfend ausfallen kann, in der später einsetzenden Heilwirkung aber wird die "Manneskraft" immer gestärkt.

Er beschreibt ein umfassendes Arzneimittelbild von Agnus Castus, das wie jedes Homöopathikum Symptome am ganzen Körper hervorrufen (am Gesunden)oder heilen (am Kranken)kann.

Als Indikation für die Anwedendung des Agnus Castus in homöopathischer Verdünnung schreibt uns Stapf:

"Die gewöhnliche, sehr starke Frühsteifigkeit mit Drang zum Beischlaf findet nicht statt; die Teile sind reizlos, schlaff und zum Beischlaf nicht aufgelegt",

Als eine Erstwikrung mit anschließender Besserung überleifert er uns:

"Mangel an Geschlechtstrieb, zwei Tage hindurch; den dritten Tag fanden sich wieder Erektionen ein und Geschlechtslust".

Als Heilwirkung (nach einigen Tagen):

"Sehr erhöhter Geschlechtstrieb, beständige Erektionen und wollüstiges Gefühl in den ganzen Zeugungsorganen".

Hahnemann liefert uns zahlreiche Gemütssymptome, die, wenn sie denn bei einem Patienten auftreten, Agnus Castus als Heilmittel verlangen:

"Melancholisch-hypochondrische Gemütsstimmung den ganzen Tag; es ist ihm, als wäre außer ihm nichts vorhanden; er ist immer mit sich unzufreiden, unfähig zu irgendeinem Geschäft; er ist ganz fühllos für die Außendinge und fällt leicht bei der Arbeit in einen gedankenlosen Zustand".

" Gemütsstimmung, als wenn er sich selbst für nichts hielte, wo er denn wünscht, dies üble Gefühl des Daseins los zu werden und lieber tot zu sein; zu dieser Zeit hat er keinen Mut zu irgendetwas..".

Gewiss, Hahnemann bezieht sich hier auf die Herren der Schöpfung, dem erfahrenen Homöopathen aber wird beim Lesen dieser Zeilen nicht entgehen, dass, würden sich diese Symptome bei einer Frau einstellen, wir es mit einem ausgereiften Progesteronmangel zu tun haben, der entweder Agnus Castus verlangt oder die Sepia, bei gleichzeitiger Beobachtung der Schilddrüse.

Bedenkt man, dass die frühen Homöopathen durchweg Ärzte waren und Männer, kann man sich ausmalen, wie gering die Wahrscheinlichkeit war, dass eine Frau des vorigen Jahrhunderts sich einem solchen gegenüber über die Qualität ihres Liebeslebens geäußert hätte.

In den letzten 150 Jahren war also die Anwendung der alten Griechinnen in den Hintergrund getreten und der Mönchspfeffer freute sich großer Beliebtheit in der Beeinflussung des männlichen Geschlechtstriebes.

1998 führte der Baseler Pharmazeut eine erste Studie mit dem unverdünnten (also nicht-homöopathischen)Pflanzenmaterial des Mönchspfeffers durch und schrieb darüber seine Doktorarbeit: Vitex agnus-castus: Unbedenklichkeit und Wirksamkeit beim prämenstruellenSyndrom.Wirkmechanismen und Wirkprinzipien eines neu entwickelten

Es folgten einige weitere Studiensowohl mit der eigentlichen Arznei, wie auch mit deren homöopathischen Verdünnungen.

Um die Wirksamkeit speziell bei Frauenkrankheiten und Beschwerden soll es daher in den folgenden Seiten gehen.

Birgit Zart, September 2009

 

 

 

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