Ramses, die Wildgans

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Ihr macht es mir mehr als leicht,
und ich schreibe Euch jetzt endlich mal,
was ich Euch schon lange erzählen wollte.

In den letzten Wochen und Monaten bin ich nämlich
zur Wildgans-Mutter mutiert.
Und dieses Dasein hat viele, wie ich finde wichtige Fragen
in mir aufgeworfen.
Sehr, sehr viele Erfahrungen.
Viele Gedanken.

Ich habe das anfangs nicht so ganz verstanden.
Was das mit mir macht.
Und ich verstand nicht: "Warum ich?"

Erst, als ich lernte, dass Wildganzküken schon im Ei
weinen können und ihre Mütter das hören und sofort reagieren,
da ahnte ich, dass ich schlicht und ergreifend wohl was zu lernen habe.

Die Geschichte von Ramses ist lang.
Und sie ist facettenreich.

Es ist mir aber wirklich ein Bedürfnis,
sie Euch zu erzählen.
Und vor allem meine Gedanken zur Offenheit Natur mit Euch auszutauschen.

Ich muss die Geschichte vermutlich in Etappen schreiben,
das nehme ich mir jetzt mal vor,
denn dann kann ich wirklich ganz vorne anfangen.

Es war im März, da merke ich, unsere Meerschweinchen müssen raus
in den Garten. Ich hatte es nicht fertig gebracht, sie im Winter draußen
zu lassen, ich weiß, viele machen das, ich habe mich das nicht getraut,
ich stellte den Käfig kurzerhand in meinen Wintergarten, den eh keiner sonst braucht.
Ich hatte mal vor, Schmetterlinge darin zu halten, dammit er genutzt werden kann. Dazu war es nie gekommen.
Stattdessen liefen mir jeweils ungewollt verschiedene Tiere zu,
nachdem ich diesen Schmetterlingswunsch geäußert hatte.

Da waren die Kois. Eines Morgens schwammen halbtote Koys in meinem Teich. Ich hatte keine Ahnung, wie die darein gekommen waren. Nachdem bei einem großen Unwetter die Feuerwehr den gesamten teich leer gepumpt hatte, dachte ich wirklich, der sei komplett leer.

In der Nacht hatte ich von Fischen im Teich geträumt. Wachte auf, dachte: Blödsinn, der teich ist leer. Ging aber lieber doch gucken, und da lagen vier große Koys schon auf der Seite, waren teilweise von unten an die Eisfläche gefroren. Ich war erstaunt und erschrocken, sammelte die Koys ein, das war nicht leicht, denn sie waren etwa 50 cm lang und wirklich recht groß, taute sie vorsichtig in kaltem Wasser auf, und war Koy-Mutter geworden. Ich investierte zwangsläufig in ein ausreichend
großes Aquarium mit Pumpe und so, war komplett pleite danach, tat die Koys rein, da fingen die an mit mir zu kuscheln.
Richtig geschmust haben die!
Ich hielt die Hand rein, und dann kamen sie und rieben immer mit ihren Körpern gegen meine Hand, zupften und küsste mit ihren kleinen Riesenmäulern.

So verbrachte ich einen Winter lang mit den Koys.

Den Winter zuvor habe ich mit einem Igel verbracht. Den hatte ich gefunden, er schlief immer in meiner grünen Gießkanne, die auf die Seite gefallen war. Dieser kleine Igel hat gestunken, wie kein anderes Tier, dem ich je Obdach gab. Anders kann man das nicht nennen, denn ich würde mir niemals ein Tier anschaffen, weil ich nicht noch mehr Verantwortung haben möchte und sollte.

Den letzten Winter also gab der Wintergarten den Meerschweinchen meines Sohnes Asyl, damit sie sich nicht erkälten :-) So verbrachte ich den Winter mit ihnen. Der Wintergarten hat eine Glaswand zur Küche, man ist also wie im Zoo immer direkt vor der Gehege-Scheibe:-)

So, zurück zum März: Die Meerschweinchen sollten unbedingt raus, und wir beschlossen, ihnen ein Freigehege zu bauen, es waren inzwischen einfach zu viele geworden:-)
Wir fohren zum Baumarkt, kauften das Material dafür ein, und im Geiste
war ich schon dabei, meinen Wintergarten endlich mal mit dem Kärcher so richtig von Grund auf sauber zu machen, ihn mir zurück zu erobern.

Auf dem Weg vom Baumarkt nach Hause- wir wollten gerade auf die Schnellstraße, da lief ein kleines gelbes Küken ganz aufgeregt an einer roten Ampel hin und her. Weiter zu laufen, wäre sein sicherer Tod gewesen. Es ging ganz schnell, noch bevor ich etwas sagen konnte, war mein Mann schon in die Bremsen getreten, ich aus dem Auto raus und das Küken gefangen und unter die Strickjacke gesteckt.

Das war so routiniert. Denn einen Frühling zuvor war mit ein Portugal ein kleines Küken zugelaufen. Ich dachte, es wäre ein Hühnchen, aber es war eine kleine Ente. Ich war rumgelaufen im Dort, hatte gefragt, ob jemendem ein kleines Entenküken fehlt, doch es fnad sich niemand. So hatten wir ein kleines Baustellen -Küken und nannten es Woodstock. Am Ende der ferien hatte ich dann tatsächlich versucht, ein Flugticket bei der Air Berlin für Woodstock zu bekommen. das hätte ich für 22 Euro bekommen, aber die deutschen Tierärzte hätten es nicht einreisen lassen. Wie fanden dann noch gute Ersatzeltern für Woodstock.

Nun, ein Jahr später hatten wir anscheinend einen neuen kleinen Woodstock gefunden. "Eine Ente" sagte ich zu meinem Mann und die ganze Enten-Schmuse-Routine war sofort wieder da. Ich beantwortete instinktiv alls kleinen Piepsgeräuche, wurde Entenmama.

Es war vollkommen klar, wo diese kleine Ente wohnen würde: Im Wintergarten. Macht nichts, ich wollte sowieso nie ein Rattansofa haben ! :-)

Die Meerschweinchen bekamen ein Aussengehege, und Woodstock II zog in den Wintergarten ein. Da war er allerdings iummer nur zur Nacht, denn Küken brauchen unbedingt immer ein Lebewesen um sich herum, sie bekommen sonst eine Neurose- sagt jedenfalls Konrad Lorenz, und was der sagt, finde ich wichtig. Wir nahmen ihn also immer mit, egal wo hin, ins Büro, überall.

Ich ging dann bald ins Dorf und fragte bei den Bauern, wie ich denn den Ernährungsplan für die kleine Ente gestalten sollte. Die lachten mich aus.
Entenküken, die gibts doch nicht um diese Jahreszeit!
Das kann nur eine kleine Wildgans sein, das sind die eizigen, die manchmal ihre Küken so früh bekommen.

Tja, dann war ich wohl doch nicht Entenmutter, sondern Wildgansmutter gebworden? Das schien Sinn zu machen, denn Woodstock II war irgendwie ein Riesenküken :-)
Unsere kleine Gans sollte nicht wie eine Ente heissen. Die Kinder nannten ihn Gustav.

Und ich unterbreche mal hier, und versuche, Euch ein Bild von Gustav reinzustellen....

Gustav

Juchu! Ich glaube, ich war eine der ersten, die dieses Posting gelesen haben.

Liebe Biggi, ich bin sehr gespannt wie die Geschichte von "Woodstock 2", "Gustav" oder "Ramses" (wird er später so genannt?) weiter geht. Und ich habe mir das Foto von ihm angesehen. Ich will unbedingt mehr lesen! Danke schon mal jetzt

Liebe Biggi!

Du erzählst so schön, so warm! Und das Foto rührt einen so richtig an. Was für ein wunderschönes Tier!

Hoffentlich kommt bald die Fortsetzung!

Liebe Biggi!

Jetzt wollt ich doch nur mal gaaaaaaaanz kurz ein Päuschen machen....und nun weiß ich, dass ich wohl heute so oft wieder hier reinschauen werde, bis deine Geschichte fortgesetzt wird!

Der kleine Kerl ist ja echt zu knuffig!

Danke, dass Du uns an deinem kleinen Glück teilhaben lässt!

Liebe Biggi,

ich finde deine Geschichte bis jetzt sehr schön und bin auch schon sehr gespannt darauf wie es weitergeht. Ich hab letztes Jahr ein kleines Feldmausbaby aufgelesen an einem etwas kühleren Herbsttag. Leider war es wohl nicht stark genug und starb trotz meiner Bemühungen schon nach ein paar Tagen. Darüber war ich sehr traurig. Vor 8 Jahren haben wir vor unserer Haustür ein Zwergkaninchen gefunden. Das haben wir auch erstmal aufgenommen. Nach ein paar Tagen hat sich herausgestellt, dass dieses Zwergkaninchen einem Bekannten abhanden (gestohlen) worden war. Wir haben es erstmal trotzdem behalten und später einer guten Freundin gegeben, die für ihre Tochter ein Zwergkaninchen wollte.


Gustav

Wir wechselten uns ab, diesem zauberhaften kleinen Zwerg
so viel Liebe und Wärme zu geben, wie es nur geht.

Der kleine brauchte das einfach.

Aber eines Tages musste ich einkaufen und zum Amt, es dauerte länger als sonst.
Ich sah vor der Abfahrt noch nach ihm. Ich kam zwei Stunden später zurück.
Da war Gustav schon tot.

Warum ?
Kommt uns diese Frage nicht bekannt vor?
Meine Söhne, meine Familie, alle fragten nach dem Warum.
Er konnte verhungert sein (nö oder ?)
oder verdurstet?
er könnte sich einen infekt im meerschweinchengehege eingefangen haben, irgendeinen mega-gefährlichen unsichtbaren Killer-Virus,
oder er hat sich das genick gebrochen an den Käfigstangen.
Einer tippte auf Monsterblähungen wegen falscher Ernährung.
Und alle waren einig: Er ist bestimmt an den zwei Stunden Einsamkeit gestorben.

Ich unterbrach das schließlich. Stop sagte ich.
Ich wusste doch, dass diese Schuldsucherei zwar normal ist,
aber sie ist ein Ausweichmanöver.
Wir weichen dadurch aus vor dem tiefen Respekt,
den man besser vor dem Tod hat.
und auch vor dem Leben.

So sagte ich das auch zu meinen Jungs.
Man kann den Tod nicht aufhalten, kontrollieren,
und das Leben auch nicht.
Gustav wollte vielleicht einfach nicht.
Vielleicht hat all unsere Liebe ihm einfach nicht ausgereicht.
Er war eine kleine Wildgans.
Und jeder von uns muss ihm vorkommen, wie ein Allien.
Und unsere jämmerlichen Versuche, Wildgänsisch zu sprechen,
die fand er vermutlich furchterregend.
Er ist bestimmt gestorben, weil er eine Wildgans war,
und viel, viel, viel zu klein für das Leben!

Da lachten meine Söhne mich aus.
Hatte ich nicht gerade erklärt,
dass es keine Schuld gibt,
keine Erklärung.
Und dass wir gut daran tun,
das Leben und den Tod zu respektieren?
Recht hatten sie.
ich war keinen Deut besser.
Wie alle sind gleich, wir möchten mehr über Leben und Tod wissen,
vor allem deshalb, weil wir es besser wissen wollen als Leben und Tod, nicht wahr?

So beerdigten wir Gustav dort, wo einige unserer anderen KLeintiere
begraben sind, unter der Zeder und stellten ein kleines Grablicht drauf.

Und einen Tag später machte ich meinen Wintergarten so richtig sauber!

Ich kaufte Samen für Kräuter und Gemüse verwandelte den Wintergarten in ein Gewächshaus, gab den Pflanzenbabys ein Asyl.
Beantwortete den Tod mit dem Leben.

Ramses

Wenige Tage später fuhr ich mit Heike nach Stuttgart.
Dort bekam ich einen Anruf von meinem Schwager.
Er ist ein Motorrad-Fan und wollte mit dem Motorrad zum Baumarkt.
Doch plötzlich ging sein Motor aus, wollte nicht mehr starten,
er konnte noch etwas rollen, doch dann blieb er stehen und hatte eine
echte Panne, so mit Hilfe rufen und Warten.
Er wartene an der Schnellstraße in der Nähe des Baumarktes,
dort saß er im Gras in der Sonne, und nun ratet mal,
was ihm da über den Weg gelaufen ist?

Zwei kleine Wildgänse.
(inzwischen kennen wir den Unterschied.)
Von dort rief er mich in Stuttgart an, er wäre zwei Wildgänschen begegnet, die könne er hier schlecht an der Schnellstraße lassen
das wäre ihr sicherer Tod. Sie wären eh schon ganz erschöpft.

Wäre ich in Tremmen gewesen, ich wäre losgefahren ohne zu zögern.
Doch ich war weit weg. So rief ich meinen Mann an, erwischte ihn im Auto mit meinen Söhnen, und die lachten schon, als sie hörten, Mama ist dran.
Inzwischen wussten auch sie schon, was mein Schwager da gefunden hatte. Sie lachten. Und mein Mann erklärte entschlossen: NEIN, ich werde weder das Motorrad, noch meinen Schwager noch eine Wildgans holen!!!!!

Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. Ich war schon viel weiter, wollte sagen, wo die Tiere hin sollen, was sie essen, und wo wir meine Gemüsepflänzchen solange lassen.

Ich fragte ihn, weshalb er unseren Schwager nicht aus der misslichen Lage befreie, und erst mal dort hinführe? Er hat einen Sprinter, das einzige Auto weit und breit, in das ein Motorrad passen würde.
Aber mein Mann war wie ausgewechselt, er weigerte aich.
Also ich fragte, weshalb nicht, da schrie er ins Telefon.

"Weil sie immer alle sterben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"

A, oh.... ich hatte unterschätzt, wie nahe im das immer geht.
Ich respektierte das, konnte ja eh nichts machen, so von Stuttgart aus und wollte und sollte zum Seminar meine Gedanken sehr, sehr auf meine Arbeit konzentrieren. Ich sagte, ok, macht das wie ihr wollt und legte auf.

Und ich schickte ein Stoßgebet nach oben, und bat um Schutz für die kleinen Küken.

Zwei Stunden später erhielt ich eine SMS: "Gruss aus Entenhausen"- und verstand: Alles palletti. Natürlich!! würde mein Mann kein Küken der Welt im Stich lassen. Natürlich!!! fehlte auch ihm Gustav sehr, schließlich hat der jeden Abend bei uns auf dem Sofa gekuschelt.
Natürlich hatte er die Küken nach Hause geholt.
Er hat sie nicht in den Wintergarten gelassen, sondern unter seine Weste
mit aufs Sofa genommen.

Ich hatte diese weiche Seite in meinem Mann sehr wohl bemerkt, und ich nahm mir vor, auf diese beiden Küken noch besser auf zu passen, alles zu tun, damit sie überleben können. Ihc musste nur noch das Seminar zuende machen, dann würde ich zuhause alles wieder übernehmen.

Zwei weitere Stunden später kam eine neue SMS "Fritzchen tot".
Fritzchen war die kleinere von beiden, er hatte es einfach nicht geschafft.
Oh jeh und ausgerechnet auf dem Arm meines Mannes ist er eingeschlafen.
Genau davor hatte er eine solche Angst gehabt.

Das Leben ist interessant.
Es lässt uns immer genau dort lernen, wo wir uns am liebsten drücken möchten, nicht wahr ?

Meine Männer haben Fritzchen beerdigt. Es gab keine Schulddiskussion.
Fritzchen war sehr klein, sagten sie, und begruben ihn neben Gustav, damit er nicht so alleine ist.

Dafür war Ramses nun allein.
Sie hatten ihn Ramses genannt, vielleicht in dem Wunsch,
dass diese kleine Gans stark sein möge, wie nur irgend möglich.

Ich kam Sonntagsnacht nach Hause und wurde auf der Stelle wieder
Gänsemama, wohl wissend, dass ohne ein Geschwisterchen es
für Ramses nicht leicht sein würde.
Vielleicht war ja Gustav doch an Einsamkeit gestorben?

Diesmal machte ich es anders.
Ich ließ Ramses überhaupt nicht alleine.
Er durfte sein großes geschäft auf der Tastatur machen, auf unserem Wohnzimmertisch, uns war alles egal.
Es war ja nur vorrübergehend.

Ich wusste, dass Geflügel nicht "sauber" wird.
Wir bastelten also kleinen Küken-Pampers aus Klopapier.
Küken machen immer einen Schritt zurück, bevor sie ihr Geschaft machen,
denn sie würden nie das Nest beschmutzen.
Bald kannten wir den Abstand, in dem wir einige Blat gefaltetes Klopapier
hinter ihn legen mussten, damit unsere Couch nicht soch auf Dauer
ruiniert würde, und das gelang ganz gut.

Immer Abends waren wir zusammen im Wohnzimmer.
Mit Ramses. Aber auch mit unserer Katze Sheila, die eigentlich eine gute
und temperamentvolle Jägerin ist, die aber auf unerklärliche Weise
zu verstehen scheint, wer zur Familie gehört, und wer nicht.

So haben wir versucht, Nestwärme für unseren kleinsten zu schaffen.

ich lade jetzt noch ein Bild hoch,
aber dann muss ich einkaufen, ja ?

Ramses
Ramses
Ramses und Sheila
Ramses und Sheila

Hallo Biggi,

ich bin schon soo gespannt wie es weitergeht.

Ja liebe Biggi, auch ich erwische mich dabei, wie ich alle paar Minuten nachsehe, ob es wieder etwas Neues von Ramses gibt.
Die Geschichte berührt mich sehr und ich freue mich auf die Fortsetzung

Liebe Biggi!

Wie schön wieder von Dir zu lesen.

Eine schöne Geschichte!

Und danke für den Satz:
Den Tod kann man nicht aufhalten, das Leben auch nicht!
Ich habe ihn mir notiert als: Das Leben kann man nicht aufhalten. Ja genau!!!

Liebe Grüße, du liebe Wildgansmama

Liebe Biggi,

Vielen, vielen Dank für deine liebe Geschichte.
Sie hat mich zum lachen gebracht,
mich nachdenklich gemacht,
natürlich schaute auch die Traurigkeit auf einen Sprung vorbei.

Wie schön und voller Überraschungen
doch das Leben ist!

Ich habe dich hier im Forum so vermisst,
merke erst jetzt,
wie hungrig ich nach deinen Worten war,
so schön,
dass du wieder hier bist!!
Und täglich grüßt das Murmeltier...


Meine Lieben,

ich werde weiterschreiben,
einfach, weil ich das Gefühl habe,
dass da was unbedingt raus will....

Ich weiß auch noch nicht, was.

Zu diesem Zeitpunkt, als dann Ramses es sich auf unserem Sofa gemütlich machte, und anfing täglich zu wachsen, enorm zu wachsen, da tat das gut, denn ich hatte das Gefühl, je mehr er wächst, desto sicherer kann ich ihn hier im Leben fest tackern :-)

Da konnte ich auch endlich wieder nachdenken...
Wieso läuft mir an dauernd Geflügel zu ?

Was hab ich zu tun mit kleinen Hühnern, Enten, Gänsen?
Ich, die ich keine weitere Verantwortung merh wünsche,
und die das Haus möglichst nicht in ein unhygienisches Gehege
verwandeln möchte?
Geflügel IST unhygienisch.
Und doch war es mir egal.
Mein Mann und ich bastelten halt diese Mini-Pampers aus Klopapier.

Als ich in die 7. KLasse kam, da war ich bei hertie und dort hatten sie Osterküken im Angebot, stellt euch das mal vor. Ein jedes kostete 50 Pfennig. Ich musste" so ein Küken kaufen.
Ich kaufte es. Und dann sagte man mir, ich müsse aber noch für 2,95 DM ein bestimmtes Futter mit den Jod S_L Körnchen dazu kaufen.
Doch soviel Geld hatte ich nicht. Ich stand da mit dem Küken (wirklich frisch geschlüpft) in der Hand an dem Thresen, wo damals die Kassen draufstanden und brach in Tränen aus.
Ich hatte nur 3 D-Mark gehabt. Mir fehlten 45 Pfennig und ich fürchtete, dass mein Küken ohne Jod S-L nicht würde überleben können.
Ich hielt tränenüberströmt die ganze Kasse auf, war wie erstarrt, bis eine Frau hinter mir beherzt ins Portemonaie griff und mir die fehlenden 45 Pfennig schenkte. Wieder weinte ich und ging nach Hause.

Da war es nicht viel besser, denn meine Mutter war immer sehr bemüht, das Haus sauber zu halten. Und sie hatte in mir eine Tochter, die sehr früh Kellerasseln in Marmeladengläsern sammelte, Eidecksen ohne Schwanz mit nach Hause brachte, man hatte mich endlich dazu überreden können meine immer größer werdende Kaninchenherde abzugeben- und außerdem litt sie unter einer Vogelphobie...

"Dieses Vieh kommt nicht über meine Schwelle" schrie sie von der Türschwelle aus. Also machte ich kehrt, blieb mit meinem "Bibo" im Garten und weinte wieder. Abends holte mein Papa mich rein, sagte ich soll mal reinkommen, es sei zu kalt draussen für das Küken.
Ein Nachbar, der sich mit Hühnern auskannte wurde hinzu gezogen, der sagte: Das Küken ist höchstens zwei Tage alt, das überlebt sowieso nicht.
Unter diesen Vorrausetzungen konnte mein vater meine Mutter umstimmen,
und Bibo kam in eine Kiste über die ich meine Schreibtischlampe zum wärmen hängte.
Am nächsten Morgen lebte er- und ich war überzeugt, dass wir es schaffen würden ihn groß zu ziehen.

Die Laune meiner Mutter blieb im Keller, und meine Großmutter lief mit Tempotaschentüchern dem kleinen bibo hinterher, um seine große und kleinen Geschäfte vom Teppich zu wischen, bevor meine Mutter das Malheur sehen konnte. Damals lernte ich, dass man Geflügel nicht sauber bekommt :-)

Und ich genoss eine unvergessliche Zeit mit meinem Bibo, denn er hatte sich mir als Mama eingeprägt, er folgte mir auf Schritt und Tritt, er kam auf meiner Schulter mit zum spielen- das war schön, drei ganze Wochen Osterferien hatte ich das schönste Spielzeug der Welt.

Dann begann die Schule, und eines Morgens stieg ich in den Schulbus, da lachte der ganze Bus, weil ein kleines Huhn mir hinterher hüpfte. Ich also aus dem Bus raus, Bibo wieder nach Hause gebracht, ich hatte nicht bemerkt, wie er mir gefolgt war. Da musste selbst meine Mutter lachen.

Es blieb aber nicht lustig, denn ohne Mama machte Bibo stets Rabatz bis ich wieder aus der Schule zurück war. Meine Eltern überredeten mich, ihn abzugeben. Ich sah ja selbst, dass das inzwischen albern war, mit einem scheissenden Huhn auf der Schulter unterwegs zu sein. Aber ich weinte ganz doll. Mir wurde versprochen, er käme auf einen Bauernhof, wo die Kinder mit dem zahmen Tier spielen würden- ich weiß bis heute nicht, ob das stimmte.

Der Abschied tat ganz unglaublich weh. Als mir Bibo dann von meiner Schulter aus die Tränchen wegpickte, dachte ich nicht an Instinkte: Für mich stand fest: Der weint auch, und der versteht genau, dass wir uns jetzt für immer!! trennen müssen.

Das ist weit ausgeholt.
Und bis dahin eine ganz normale Kinder-Tier-Geschichte.

Und als Ramses zu überleben schien, da fielen sie mir alle wieder ein.
Es war wie eine Perlenkette von Geflügel-Geschichten....

Im Bio-Leistungskurs hatten wir dann verhaltenslehre, darin bin ich aufgegangen, ich saß im Atrium der Schule und beobachtete für meine Hausaufgaben: KLeine Entenküken

Mein ältester Sohn hatte Vögel.
und als wir hier eine Schneckenplage hatten, schaffte ich der Ordnung wegen Laufenten an. Unsere Erna legte 42 Eier und brütete tatsächlich, das ist eigentlich eher selten, und bald flitzten hier 6 kleine Wollknäule mit Beinchen unten dran durch den Garten. An meinem letzten Urlaubstag sind sie alle weg gelaufen. Die Frau, die die Tiere versorgte war untröstlich.
Man erzählt sich aber, dass immer wieder Laufenten in unseren vielen Wiesen zu sehen sind- und ich bin sicher- sie leben hier ganz in unserer Nähe.

Bis dahin ist das auch noch in Ordnung.

Letztes Jahr dann fand mich Woodstock in Portugal auf der Baustelle.

Aber, dass dieses Jahr wieder !!! kleine Küken den Weg zu mir fanden,
das war dann schon bedenkenswert.

Es ist einfach so unwahrscheinlich,versteht ihr?

Heike und ich hatten versucht, noch ein Gänseküken zu haben.
Kaufen kann man keines.
In der Wildbahn liessen uns die Gänsefamilien nciht mal auf 100 Meter ran.
Sie passen gut auf.
Und auch, als wie wieder an diese "magische" Stelle in der Nähe des Baumarktes suchten und suchten.
Es lag auch nicht an der Stelle, denn wir fanden keine weiteren Küken.

So blieb Ramses ein Einzelkind.

Und so ist es wirklich ein Zufall, dass binnen einer Woche drei kleine Küken zu mir finden.

Was bedeutet das wohl, wenn einem bestimmte Dinge immer wieder passieren?

Bei negativen Dingen ist eine solche Frage leichter zu beantworten, denke ich. Wenn ich mir beispielsweise meinen Kopf an der Abzugshaube stoßr, dann lerne ich entweder gleich auswendig, wo sie hängt, ich verinnerliche es, oder ich stoße mich wieder. Ich stosse mich dann so oft und so lange, bis ich endlich gelernt habe!!!

Auch in Lebenssituationen ist das ja so.
Manche Menschen verlegen beispielsweise ganz oft ihr Portemonaie.
Oder Ihre Autoschlüssel.
Und wenn dann die Papiere weg sind oder man nicht losfahren kann, dann nervt das so richtig.
Und jeder lernt das so lange, wird vom Leben so lange genervt,
bis er gelernt hat, was eben zu lernen ist.

Ist das Zufall.
Oder ist das nicht auch intelligent vom Leben selbst?

Ist das nicht eigentlich ein Stückweit Qualitätssicherung einer Art?

Eigentlich schon, oder ?

Ich stelle mir vor, wie der erste Schuster der Welt lange probieren muss, und Nerven und Federn lassen, bis er endlich ein Paar Schuhe gefertigt hat, die auch was taugen. Seine Kinder, die müssen das aber nciht mehr lernen. Sie können früh Schuhe anfertigen, und lernen was anderes.

Und: Lernen an etwas anderem!!!

Und so ist das immer.
Eine Frau, die sich einen prügelnden Mann aussucht, die sucht sich immer wieder so einen- bis es dann genug ist, bis sie diese Lektion gelernt hat.
Danach prügelt sie keiner mehr.
Danach lernt sie an etwas anderem.

Wir lernen hier an unseren Sehnsüchten.
Und inzwischen haben auch wir Perlenketten von Sehnsuchtsgeschichten,
Geschichten um unsere Wunschkinder.

Wir sind sehr klug geworden.
Und sichern damit die Qualität unserer Familie, unserer Art.
Wir alle nehmen daran teil.

Was aber lernen wir an den positiven Dingen?

das habe ich für mich einfach noch nicht heraus gefunden.

Warum bin ich meistens fröhlich, warum habe ich mir noch nie was gebrochen und warum laufen mir überdurchschnittlich viel Küken zu.??

Ich lerne auch daran!

Anders kann es gar nicht sein.

Und ich bin froh, dass ich diese Geschichte nun allmählich doch mal aufschreibe, denn alleine werde ich das wohl nicht aufdröseln können.

Dank euch fürs zulesen.

Was lernt ihr so?
Was meint Ihr, das ich lernen soll?

Habt ihr Ideen?

lieber Gruss
Biggi

  • Ramses
  • Ramses

Liebe Biggi,

ich habe mal vom Internet die Traumdeutung von Küken herausgesucht (meiner Meinung nach sind Träume genauso Botschaften des Unterbewußtseins, wie wenn uns etwas in der Realität ständig über den Weg läuft).

Ich kopiere das mal hier rein (hoffe, ich darf das aufrund der Internetrechte, sonst bitte sagen, dann lösche ich es):

Küken

Psychologisch:

Im Altertum wurde auf Kindersegen geschlossen, wenn Küken aus dem Ei schlüpfen. Auf jeden Fall sind sie Glücksbringer besonderer Art. Sitzen sie aber in einem Behälter und piepsen sie dort fröhlich herum, kann man gewiß sein, daß man ein Problem schnell lösen wird.
Volkstümlich:

(europ.) :
* sehen: bedeutet Freude,- wachsender Reichtum,-
* in einem Ei eines finden: man wird eine gute Nachricht erhalten,- für junge Leute steht Heirat in Aussicht,-
* füttern: verheißt ein glückliches Familienleben,-
* töten: völlig zu Unrecht beschuldigen Sie einen unschuldigen Menschen,-
* essen: bringt melancholische Gedanken,-
* Sieht eine junge Frau im Traum Federvieh mit Küken, kommen diverse lästige Pflichten auf sie zu. Sie muß sich um viele Kinder kümmern.
Also ich glaube, dass Dir mit dem ersten Küken damals schon als junges Mädchen von Deinem Unterbewußtsein gesagt wurde, dass Du mal "Mama" von sehr, sehr vielen Kindern wirst. So ist es ja gekommen: Du hast bereits unzählig vielen Frauen auf ihrem Weg schwanger zu werden geholfen.
Vielleicht wollen Dir die Küken in Deinem jetzigen Leben einfach bestätigen, dass Du weiterhin völlig auf dem richtigen Weg bist?

Alles Liebe,


Liebe ...,

das ist ja eine richtig köstliche Interpretation.

Auf eine solche Idee wäre ich nie geommen,

hab Dank dafür:-)

lg

Biggi

Liebe Biggi,
nun m u s s ich Dir wohl hier begegnen :-)
Mir ganz persönlich fällt sofort der Widerstand gegen etwas "Kleines" ein. Nicht noch mal durch alles durch müssen...nicht noch mal so abhängig sein müssen...nicht nochmal die ganzen Sorgen...endlich sich selbst folgen können... diesen Tenor kenne ich schon so lange und auch, wenn das jetzt sehr persönlich wird schreibe ich es und meine Erinnerung führt mich sofort an den französichen Dom.
Für mich hat das was mit Ergebenheit zu tun, Ergebenheit gegenüber dem Schicksal, ich nehme es, wie es mir dargeboten wird und mache das Beste daraus. Und siehe ich lerne und die Dinge fügen sich zum Guten und bringen mich weiter. Das ist wohl jetzt sehr persönlich und Ramses hat noch weitere Komponenten, die Du schon angesprochen hast, nämlich die Kompromisse. Ramses kennt keine Kompromisse. Für Ramses hat eine Mama immer da zu sein und das zu tun was Gänsemamas so tun. Sie gehen halt nicht zur Arbeit, stehen nicht alleine da und leben in einer Welt, wo sie nicht einfach Gänse sein und ihren Instinketen folgen dürfen. Ramses kennt keine Kompromisse :-)
Gänsemamas folgen ihrem Herzen und Instinkten und wissen so immer was wirklich richtig ist für ihren Nachwuchs und ihren Mitgänsen.

Alles Liebe
Tina


Liebe Biggi!

Ich habe auch mal gegoogelt und folgendes gefunden:

Die Gans ist auch ein keltisches Krafttier, das für schöpferische Kraft und wachsamkeit steht.
Gänse sind sehr wachsam wenn es um ihre Famile geht. Sie stehe für eine Vorbereitung auf die Elternschaft.

Das passt doch.

liebe biggi

ich würde das ganze nicht allzu sehr interpretieren.

ich denke, tiere spüren sehr, was ein mensch ausstrahlt.
und in dir steckt ganz sicher viel herz und mütterlichkeit (obwohl ich dich ja noch nie gesehen habe, wage ich das zu behaupten)!

ich kann dazu eine kleine anekdote erzählen:
meine schwester war vor jahren für einen 1-monatigen sprachaufenthalt in england, ich habe sie besucht und ihre gastfamilie kennengelernt.
zu dieser familie gehörten eine katze und ein hund.

der alleinerziehende gastvater hat mir erzählt, dass er schon am ersten tag merke, ob ein neuer gastschüler sich problematisch verhalten wird oder nicht....
und zwar merke er das am verhalten der tiere, sie mieden die (später problematischen) personen von anfang an.
da ich, kaum war ich in seiner wohnung, schon die katze auf dem arm hatte, fühlte ich mich natürlich geehrt....( er hat mir später gesagt, so schnell hätte seine katze noch nie in jemand fremden vertrauen gefasst)


zurück zu den wildgänsen:
ich denke, du bist sicher eine sehr aufmerksame person, darum findest du die findeltiere vor den anderen leuten (oder die wollen sie nicht nach hause nehmen...).
warum gerade so viel federvieh, kann ich dir auch nicht sagen...

Liebe Biggi

Du schreibst doch selbst daß du umtriebig bist, verkopft, und zu Hause nicht mehr zu Hause...

Nun ich würde sagen Ramses ( und die beiden anderen) bringt sich dazu dein Heim wieder zu einem Heim zu machen (unhygienisch und lebendig) und dich hier wieder einzubringen.

Das haben die Gänschen aber wirklich gut hingekriegt

Tina hat das schon so schön gesagt. ich denke Ramses wirft dich auf deine Mitte. Da ist kein Platz mehr für Hektik und Unruhe und Aktionismus. Nein liebe Biggi, jetzt mußt du dich mal hingeben Gut oder?

Heute nachmittag war ich auf einem Müttertreff und hatte ne Weile mein Patenkind im Arm und dann wurde mir der schlafende Sohn einer Freundin (knapp 3, ein ganz zartes Frühchen) auf den Schoß gelegt und ich konnte mich kaum rühren, denn im Gegensatz zu einem Säugling brauchte der Junge meinen ganzen Leib und ich schuckelte ihn weil er zwischendurch nach der Mama tastete. Eigentlich wollte ich mir was zu trinken holen, aber irgendwie merkte ich, daß diese Aufgabe jetzt wichtiger ist. daß der kleine einen ruhigen Schoß braucht und daß dies jetzt meine Aufgabe ist, daß es eine Tätigkeit!!!! ist ruhig zu sitzen und zu atmen. Was sonst ein "nichtstun" wäre, war plötzlich das einzige was zählte.

Wenn du eine Babyflüsterin bleiben willst brauchst du vielleicht immer wieder diese Erfahrung, damit du das nicht vergisst. Dass das "da sein" das eigentliche und wesentliche ist. denn du unruhiger Geist bist bestimmt verführt da auch mal drüber zu gehen ? oder? ich schließe jetzt mal von mir auf dich.


Einen schönen Abend und danke für die tolle Geschichte. Ich lese sie ganz atemlos.


Unfälle


Hallo Biggi, hallo ihr Lieben,

eigentlich ist ja schon fast alles zu dem Gefieder gesagt und ich habe gar nichts hinzuzufügen.

Außer:

Nun ja, in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass mich Unfälle verfolgen.

Zwei mal habe ich in der Nähe unserer Straße miterlebt, wie Kinder vor ein Fahrzeug
gelaufen sind. Zum Glück nicht vor meins. Es ist jetzt auch nie Lebensgefährlich gewesen. Aber einen kleinen Schock habe ich dann irgendwie immer. Ich versuche dann immer (wie das klingt...) die Opfer mit Fragen abzulenken, die 112 zu informieren und als Zeuge auszusagen.

Kurz nach meinem Aufenthalt im Krankenhaus ist mir ein kleines Mädchen, so ca. 2 Jahre, lächelnd entgegengelaufen. Ohne wirklich nachzudenken habe ich die Kleine am Arm festgehalten, bevor Sie auf die Straße laufen konnte. Da durfte ich doch tatsächlich mal Schutzengel spielen, nachdem ich meinem eigenen Knübbelchen (Eileiterschwangerschaft) nicht helfen konnte.

Und heute, bevor ich meine Tochter vom Geburtstag abholen konnte, sah ich plötzlich ein Taxi durch die Luft gegen eine Laterne schleudern. Ich weiß gar nicht wo es herkam. Verwundert war ich nur darüber wie weit Glas schleudern kann. Ich habe versucht zu helfen. Die 112 angerufen, mein Telefon verliehen, einen Schuh geborgen. Puh...

Das sind doch keine Zufälle und was hat das eigentlich zu Bedeuten? Warum ich?

Ich hoffe Ihr versteht mich, dass ich das jetzt schreiben mußte auch wenn es eigentlich ja nicht um mich geht, aber dann doch irgendwie auch mich betrifft. Die Grammatik kommt jetzt einfach mal aus dem Bauch.
Liebe Biggi,

ich muß mich jetzt einfach mal in diese wirklich sehr interessante Diskussion einbringen. Eigentlich habe ich gemerkt, dass es mir im Moment gut tut nicht fünfmal am Tag hier im Forum vorbeizuschauen, da es mich einfach zu sehr anstrengt, ich zu viele Tränen weinen muß und dennoch habe ich Deine Geschichte gerade "verschlungen".
Interpretieren kann ich leider nichts, muß aber sagen, dass hier schon sehr interessante Ansätze gemacht wurden.

Mir sprang gerde genau dieser Satz in die Augen: Das Leben ist interessant.
Es lässt uns immer genau dort lernen, wo wir uns am liebsten drücken möchten, nicht wahr ?

Der passt wohl gerade sehr zu meinem Thema. Ich hadere so sehr mit mir, da ich zwei lieben Menschen erklären muß, warum ich sie im Moment nicht ertragen kann und drücke mich regelrecht davor. Mich so sehr zu offenbaren, bei Menschen die mich vielleicht gar nicht verstehen können, meinen Leidensweg gar nicht nachvollziehen können und ich mich dann derart outen werde, das fällt mir unglaublich schwer.

Natürlich hat das jetzt gar nichts mit Deiner Geschichte zu tun, aber der Anstoß ist bei mir angekommen. Und ich werde das noch einmal genau überdenken.

Ganz lieben Dank für diese schöne Geschichte und die Weisheiten die darin verborgen sind.

Hallo ihr LIeben,

endlich komme ich dazu hier im Forum zu schreiben! Den ganzen Tag lese ich mit, ganz begeistert diese schöne Geflügel Geschichte, aber es war soviel los, ich kam nicht dazu meine Gedanken zu ordnen...
Nun endlich, es ist eigentlich schon Morgen...
Ich finde es so wunderbar, Biggi, du hast wirklich so etwas Urmütterliches, in Frankreich sagt man "comme une mère poule" wenn eine Frau wirklich mit Leib und Seele Mutter ist...
Liebe Tanja, Unfälle... hatte ich heute auch einen... oh, es war nicht schlimm, ich bin zurück und einem drauf und dann standen wir am Straßenrand... Nur Blechschaden... aber trotzdem, meine Knie waren so weich... ich habe meinen Mann angerufen, gerade in solchen Situationen fühle ich mich als Ausländerin... Er kam sofort, hat dem Typen ein paar Geldscheine in die Hand gedrückt und mich nach Hause gebracht...
frage mich auch, warum jetzt so ein Unfall, aber ich sage mir selbst, dass ich doch Glück gehabt habe, niemand ist verletzt, ich nehme mir vor in Zukunft etwas umsichtiger zu fahren... Liebe Tanja, wenn ich deinen Bericht lese, dann könnte man auch sagen, du bist immer da, wo geholfen werden musst... das Mädchen, die Kinder, selbst bei dem Taxi hast du versucht zu tun, was du konntest, anrufen, dein Handy leihen... du bist voll da für andere, mitten im Leben, andere wären vielleicht weiter gefahren... so sehe ich es.
Liebe Biggi, vielen Dank, dass du die Meerschweinchen für mich raus gelassen hast! Es hat mich heute hier doch besonders berührt erst zu lesen dass du Meerschweinchen hast und sie im Garten sind (während ich immer davon träume) und dann noch deine Worte an mich, danke!
EUCH ALLEN EINE GUTE NACHT UND SCHÖNE TRÄUME!!!

Was soll man aus Unfällen lernen?


Guten Morgen, liebe ...

ich finde, Deine Unfall-Frage passt hier sehr treffend.

Es ist eine Serie von Ereignissen mit gleicher Überschrift,
und antürlich fragt man sich dann, wenn sie sich häufen,
was will mir das Leben damit sagen, oder was will es mich lehren,
oder- was fordert es von mir?

Dabei ist es egal, welche Überschrift eine solche Serie hat.
Serie ist Serie.

Das Interpretieren ist hier immer schwer, das habe ich ja selbst gerade erlebt, vielleicht kann ich meine spontanen Gedanken kurz zu dir rüber funken.

Ich persönlich würde zunächst einmal die Überschrift gar nicht "Unfälle" lauten lassen, sondern: Kinder-Rettungsaktionen.

Wenn estwas so deutlich nach aussen wirkt, dann muss der ursprung dessen , was wirkt, also auch da SEIN.

Da scheint es einen Punkt in die zu geben, der Kinder retten möchte.
Oder, der zeigen will, dass er Kinder retten KANN.

Das scheint mal Fakt zu sein.

Und daran schließen sich fragen, mit denen man dann Topfschlagen spielen kann:
Wer aus meiner Familie braucht das so dringend, sich zu beweisen,
dass er Kinder retten kann.
Dass er reagieren kann.
Dass er Unheil vermeiden kann.

Es ist so:
Wenn man die Ursache für ein solches Verhalten nicht in seiner eigenen Laufbahn finden kann, dann ist dies oft ein Anteil der Sippe, zu der man gehört.

Die Wünsche unserer Ahnen erfüllen sich immer in ihren Nachkommen.

Auch das ist Qualitätssicherung.

Meine Oma hat sich wohl gewünscht, ihre Kinder ernähren zu können (während der Kriegszeit) und nun, zwei Generationen später, haben wir die Speisekammer voll, geben unseren Kindern oft mehr, als es uns finanziell möglich ist, und füttern sie von morgen bis abends.
So sind wir noch immer verstrickt in den Kriegsfolgen.
Und sichern die Qualität unserer Familie, in dem wir Gelerntes aktuell umsetzen.

Dein "Ursprung" kann natürlich alles mögliche sein, und nur selten finden wir einen wirklich konkreten Zusammenhang.
Doch in diese Richtung würde ich suchen, wenn es denn nicht dein eigenes Thema ist.

Serien gibts also nicht nur fürs "Lernen",
sondern auch fürs "Wiedergutmachen" für die Sippe.

Das habe ich jetzt gelernt, ich danke dir dafür.

Lieber Gruss

Biggi

Die Sprache der Unempfangenen


Hallo liebe ...,

heute morgen habe ich einen Großteil des "Verzweiflungs-POstings" gelesen.

Erst einmal finde ich es einen Fortschritt, dass wir sommit vom Begriff "Babyneid" weg sind.

Denn in der Tat ist es kein Neid.

Diese Wut, dieser Schmerz rührt von der Sehnsucht nach unseren eigenen Kindern her.
Deshalb sind all diese oberflächlich betrachtet, "ungewollten" Gefühle nichts weiter, als ein Ausdruck unserer Liebe zu unseren Kindern.

Jedes Baby, jedes Neugebeorene ist unseren eigenen Wunschkindern am nächsten.

Das wurde mir nochmal klarer, als ich las, dass Wildgansküken schon im Ei weinen. Und die Mütter darauf reagieren.

Ich fragte mich, ob das bei Menschenkindern vielleicht ähnlich ist. Ich denke , ja.

Es scheint also eine Art Kommunikation zwischen Mutter und Kind zu geben.Die fängt lange vor der Geburt an. Spät ist sie akustisch zu hören.
Aber, was ist davor ?
Vermutlich ist das doch so, dass es eine Kommunikation geben muss!

Wir können sie nicht hören.

Ich bin aber überzeugt davon, dass es sie gibt.

Es muss eine Sprache geben, in der UNgeborene auch ohne Worte kommunizieren.
Und ich glaube, das gilt auch für "Unempfangene".
Dafür sprechen unzählige Berichte unzähliger Frauen hier in den Foren.

Also gibt es eine Sprache auch der Unempfangenen.

Und diese Sprache werden sie auch untereinander anwenden.

Das bedeutet: Das Baby einer Freundin, das wir auf dem Arm haben,
ist sehr, sehr dicht an unseren eigenen Kindern dran.
An denen, die hier bei uns sind,
und auch bei denen, die noch nciht oder nicht mehr bie uns sind.

Sie können vielleicht schon Laute geben,
aber sie werden sich erinnern, an eine Sprache, eine Kommunikation,
die sie über lange Zeit angewendet haben.

Wenn wir nun ein Baby im Arm halten, und dabei an unser eigenes Kind denken,
was machen wir da wohl?

Wir stellen eine Art Telefonverbindung her zu unserem eigenen Kind,
unseren eigenen Kindern.
Alles spricht dafür, dass das so ist.

Was wäre, wenn das Telefon zuhause klingelt, und mein Wunschkind wäre dran.
Würde sagen, Mama, ich spüre hierk, dass du so traurig bist,
wollte nur mal fragen, was cih für dich tun kann?

Dann würden wir in Tränen ausbrechen oder ?

Und wisst ihr was- das dürfen wir.

Wir sollten uns nicht halten lassen von unseren Kindern,
auf Dauer stützen,
aber, wir sollen ihnen auch keine falschen gefühle vorspielen.
Sie sind Experten der Gefühle,
sie können damit sogar kommunizieren.

Seien wir ehrlich.
Halten wir nachbars Baby auf dem Arm,
lassen wir ein Tränchen kullern,
lächeln wir dabei,.
nutzen wir diese Telefonleitung,
und erklären in unseren Gedanken und inneren Bildern unseren Kindern,
dass wir sie unglaublich lieben,
dass wir es kaum mehr abwarten können,
bis sie endlich da sind.

So wird unsere Nachricht rein werden.

Aus einem geballten Ladung Konglomerat aus Beherrschung, Zorn, Kampf, Wiederstand,
wird plötzlich eine unverschlüsselte Nachricht von Mutter zu Kind,


Und das kleine Herz lernt vom großen Herz.

Lieber Gruss

Biggi

Ihr Lieben!

Ich weiß gar nicht, was heute mit mir los ist...so durcheinander im Kopf ...so viele rührende Geschichten, so schöne Worte....es ist alles so zauberhaft, so anders....kann das alleine durch Biggis Anwesenheit geschehen oder ist heute ein besonderer Tag....
Ich sitze hier und Tränen über Tränen kullern mir über das Gesicht...

Wie schön bei euch zu sein!


zum Thema "Serien"

Ihr Lieben,

Biggi,
ich muss jetzt dein Posting zum Thema "Serien"
kurz mal aufgreifen.

Du schreibst:
Zitat:
Zitat von Biggi
Serien gibts also nicht nur fürs "Lernen",
sondern auch fürs "Wiedergutmachen" für die Sippe.
Biggi
Gernauso fühle ich mich derzeit.
Ich durfte ja dieses Jahr schon zweimal ein Seelchen empfangen,
musste es aber nach sehr kurzer Zeit wieder gehen lassen.
Das fühlt sich für mich auch wie eine Serie an.
Warum schon wieder?
Diese Frage habe ich erst vor kurzem hier gestellt.

Eine mögliche Antwort,
die ich gefunden habe:
als Wiedergutmachen, als Heilung für meine Sippe,
für mein Familiensystem.

Es hat ja drei Selbstmorde in meiner Ursprungsfamilie gegeben
- es fällt immer noch etwas schwer,
das hier so klar und deutlich zu formulieren -
aber es war so,
ich stehe dazu.
Stehe zu meiner Familie
und den Wegen, die meine Mutter, meine Schwester und mein Bruder
gegangen sind.
Ich respektiere ihre Entscheidungen.
Und konnte schon ganz fest Frieden schließen,
mit allem, was war,
was scheinbar so sein musste.

Durch die Erlebnisse, die ich jetzt rund um meine beiden Sternenkinder
durchmachen musste,
durch die ich durchgehen musste,
konnte wieder Heilung in unser Familiensystem gebracht werden.
Ich fühle sehr viel Liebe, Wärme, Frieden.

Und das fühlt sich so gut an!
Es zeigt mir,
dass ich irgendwie eine ganz besondere Rolle in unserem System
einnehmen musste und muss.
Bin stolz darüber,
diese Position für meine Ursprungsfamilie
und natürlich auch für mich und meinen Mann
und meine Zukunftsfamilie einnehmen zu dürfen.

Meine Kinder sollen ihr Leben auf einer friedvollen Basis,
auf Wärme, Frieden, Licht begründen und aufbauen können.
Dafür bin ich bereit,
einiges an Schmerzen und Leid auszuhalten.
Es ist nicht umsonst.
Dessen bin ich mir sicher ....


Hallo ihr Lieben,

ich möchte auch gerne einen Beitrag zu dieser Diskussion leisten über Serien, Sippen und Ahnen, obwohl ich es aufgrund der geisten Reife die in ihr steckt auch schwer und eine Herausforderung finde.
Erst einmal, liebe ..., dein Posting hat mich berührt. In meiner Familie gab es auch einen Selbstmord. Mein Vater und wohl auch sein Onkel.
Die Verbindung zwischen unseren Vor und Nachfahren ist sehr mächtig. Als meine Tochter drei Jahre alt war und mich nach meinem Papa fragte, meinte sie mal "vielleicht bin ich ja dein Papa und von den Sternen wieder zu dir gekommen!" einfach so. Von drei Mädchen war ich das Papakind, denn ich hätte der erwartete Junge werden sollen, was sich für mich darin zeigt, dass ich in meinem Leben immer kurze Haarschnitte trage... und wenn ich sie lang wachsen lasse, dann ändert sich meistens was...
Nach meiner Eileiterschwangerschaft ist mir mein Vater im Traum erschienen und ich konnte ihn endlich ! fragen, warum er mich so früh im Stich gelassen hat und er hat gesagt, er bereut es auch (habe schon im anderen Posting davon geschrieben). Schmerzhaft spürte ich, wie befreiend dieser Traum war, aber das ich ihn ohne das schreckliche Geschehen nicht gehabt hätte... Ein fehlender Vater ist mein Lebensthema, niemals konnte ich mich auf verbindliche Männer einlassen, meine Tochter hat einen abwesenden Vater und nun habe ich einen Mann als Vater an meiner Seite und der letzte Schritt ist mit diesem Mann ein gemeinsames Kind zu bekommen. Wenn ich das so hier aufschreibe, kommt es mir logisch vor, dass dies ein ungemeiner Schritt ist und kein Wunder, dass es für mich persönlich ein großer Schritt ist, der vielleicht vorher durchlitten werden muss?
Nun wollte ich noch etwas zum Krieg schreiben, denn mein Vater ist für mich auch eine Art Nachkriegsopfer, er wurde unter den Bomben geboren und blieb wochenlang als Säugling allein im Krankenhaus, meine Oma konnte nicht zu ihm, die Schwestern hatten bestimmt keine Zeit einen weinenden Säugling zu beruhigen... weiß nicht mehr wie man diese seelische Störung nennt, wenn die Zuwendung ausbleibt, das habe ich mal im Abitur gelernt. Das verstrickt sein in die Kriegsfolgen erlebe ich auch sehr stark, denn manchmal schäme ich mich dafür, dass es mir so gut geht. Ich habe eine gute Ausbildung genossen, meine Sorgen bestehen nicht darin ob mein Kind genug zu essen hat, sondern ob ich ihm im nächsten Jahr noch seine geliebten Reitstunden finanzieren kann. Das ist doch privilegiert! Und ich weiss genau, dass ich von dem lebe, wofür meine Ahnen nach dem Krieg geschuftet haben... Und manchmal fürchte ich mich und frage mich, findet das Schicksal ich habe genug des Guten und deswegen warte ich nun auf mein Wunschkind?
Wenn ich noch weiter meine Gedanken zu der Verstrickung in Kriegsfolgen führen darf... ich empfinde das nämlich noch weiter, denn mein Mann kommt aus einem Land indem es immer wieder Krieg gibt, zuletzt vor zwei Jahren. Ich selbst habe nach meinem Abitur zwei Jahre in einem der Nachbarländer gelebt, lange bevor wir uns kannten oder nur daran dachten, dass jeder von uns einmal einen eigentlich so fremden Menschen lieben würde... Mich hat es dorthin gezogen, weil mich die deutsche Kriegsgeschichte völlig fertig gemacht hat, meine Oma wollte zum Beispiel nie über diese Zeit sprechen. Jahrelang habe ich mich im Ausland dafür geschämt Deutsche zu sein. Ich denke viele von euch meines Alters kennen dieses ambivalente Gefühl. Nun zurück zur Kriegsverstrickung, die Familie meines Mannes hat mehrere Male alles verloren. Vieles ist dort so anders, weil es einfach überhaupt keine Sicherheit gibt. Eine Frau die dort zum Beispiel mit einer Eileiterschwangerschaft ins Krankenhaus kommt, muss zu erst einmal zahlen können, um sich helfen zu lassen oder die richtigen Beziehungen haben. Wenn ich diese Region des Nahen Osten anschaue, die im Krieg lebt seit wir Frieden haben, dann fühle ich mich manchmal schmerzhaft dafür verantwortlich und empfinde mich als Versagerin, dass ich nicht mein Leben damit verbringe, Brücken zwischen den Menschen zu bauen. Zu mindest in den Köpfen. Deswegen finde ich den Beruf der Lehrerin zum Beispiel ganz toll.
Ich bin mir bewusst, dass ich hier nun eine sehr weite Tür aufgestoßen habe, ich hoffe ihr Liebe nehmt es mir nicht übel, die Gedanken sind so aus mir heraus geflossen...

Hallo Biggi
eine super süße Geschichte.
Ich hoffe euch und Ramses geht es gut.
Lieben Gruß



Liebe Biggi

Wie schön von dir zu lesen, deine Federviehgeschichte
ist einfach rührend und Ramses ist so knuddelig...
und ja ich habe dich
vermisst und ich habe einige Male an dich gedacht
und wollte dich/ euch in Heiden besuchen...
Nun schreibst du deine Geschichte, zeigst dich
auch irgendwie verletztlich...
Hier kreisen die Gedanken die ich noch nicht
recht in Worte fassen kann...

Von deiner Geschichte kann ich mich wieder nähren
du sprichst auch eine Thema an, dass mich seit
Tagen und Wochen beschäftigt - nähmlich die Kommunikation
von meinem Baby zu mir...

In den vergangen Wochen tummelten
sich in meinem Garten unzählige Schmetterlinge und tanzten
durch meinen Garten mit dem Höhepunkt, dass sich
einer auf mein Knie setzte...
Zeitgleich erhielt ich immer Besuch von
zwei Nachbars-Katzen und eine war sehr
sehr scheu, die Andere hat
mich gleich als Streichelmama adoptiert
und sie kommt immer auf Besuch und ihre Begrüssung ist immer
ein feuchter "Nasenkuss" ich liebe diese Katzendame
über alles und ich denke sie erzählen mir vieles
über das Leben
auch mein Garten erzählt mir einiges...und eben mir
scheint wie mein Baby durch all dies zu mir spricht???
Oder bin ich

Mein Männe ruft mich... er hat Hunger also gehe ich kochen.
Darf ich dir meine Gedanken und Erlebnisse mitteilen - wenn
es dir zuviel wird sage es einfach, liebe Biggi,gell.

Herzlichst

Hallo Biggi,

ich bin ziemlich "frisch" hier im Forum. Das was du schreibst geht
mir soooo sehr ans Herz. Ich bin ein kleiner Konrad Lorenz Fan und schon in
Kindesalter habe ich alles nach Hause gebracht, was es zu Retten oder
Pflegen gab. Eine Gans oder Ente war nie dabei. Ich sitze hier mit Tränen in
den Augen und bin sooooo sehr gespannt wie es weiter geht.

mit gespannten Grüßen

Liebe Biggi,

schön dich wieder einmal zu hören. Deine Geschichten gehen mir immer sehr ans Herz.

Auch ich erlebe zur Zeit eine Serie an Ereignissen. Ich habe vier künstliche Befruchtungen hinter mir, alle mit super Qualität, aber negativem Ergebnis. Die Ärzte meinen es sei das Alter. Meine Mutter sieht darin schon göttlichen Willen und unkt, wenn ich dagegen verstosse, vielleicht noch ein behindertes Kind zu empfangen.

Ich hatte während der letzten Befruchtung von meiner Grossmutter geträumt. Sie war meiner Schwester immer sehr zu getan. Irgendwie frage ich mich, ob erst meine ältere Schwester Kinder bekommen soll. Ob hier eine gewisse Ordnung und Familienharmonie erhalten bleiben soll. Ihre Adoption soll noch diesen Sommer über die Bühne. Ob wir unseren Kinderwunsch so lange auf Eis legen? Oder ganz abschliessen.

Diese Entscheidung tut mir unheimlich weh. Alte Wunden tun sich wieder auf. Ich denke ganz deutlich an eine andere Situation zurück, als ich nach den Sternen greifen wollte und brutal in meine Schranken verwiesen wurde.

So viel meine Gedanken zu dem Thema

Hallo Biggi,

ab jetzt wird es richtig schwierig. Obwohl ich bin ja in einer Phase, in der ich lernen möchte. Ja, auch wenn ich mich manchmal drücke.

Was will mich das Leben lehren? Vielleicht die Dinge zu tun die anstehen? Zu akzeptieren, dass ich nicht immer alles richtig machen kann, aber immer mein bestes gebe. Die Anderen aber auch!

Wo kann der Ursprung im Außen sein? Puh ist das schwer.

Der könnte fast überall liegen. Einer meiner Onkel (Väterlicherseite) war in der SS und später in russischer Gefangenschaft. Nach dem Krieg hat er nie geheiratet. Außerdem hat er sich später umgebracht. Wer weiß wie viel Unglück er gesehen hat. Vielleicht hier?

Meine Oma (mütterlicherseits), die ich nie kennen gelernt habe, ist erst sehr spät mit ihrem einzigen Kind schwanger geworden. Sie hat in einem Waisenhaus gekocht.

Meine Oma (väterlicherseits), war gegen die Nazis mußte aber ihren Mund halten. Sie hat mir später viel erzählen können. Unter anderem auch, wie Sie mal fast verhaftet wurde, weil Sie so eine Nazizeitung wutendbrand auf die Straße geschmissen hatte. Nachher hatte Sie sich rausgeredet, ihr hätte der Roman nicht gefallen. Nun ja, als Mutter von 6 Kindern hätte ich möglicherweise auch meine Klappe gehalten.

Mmh und ich habe in meiner Familie eine ganz besondere Rolle. Ohne ins Detail gehen zu wollen könnte man sagen, die ganze Familie könnte oder möchte gerettet werden.
Das möchte ich aber auch nicht. Bei Kindern mache ich eine Ausnahme.

Ach ja und dann wäre da noch meine Nichte, die bei meiner Mutter aufwuchs, die ich aber immer schon gerne zu mir genommen hätte, was jedoch nicht möglich war. Das Mädchen hat eine Borderline-Störung entwickelt. Im Moment ist Sie auf einem guten Weg.

Aber wer braucht das, retten zu können, helfen zu können. Ich ?


Liebe ...,

das mit deinem Unfall tut mir wirklich leid. Ich wünschte ich hätte dir helfen können.

So.

Ich glaube ich muß dass mal alles sacken lassen. Vielleicht trifft mich ja morgen meine eigene spezielle Erleutung.

Liebe Grüße


Hallo ..,

meine kleine Schwester hat auch nicht darauf gewartet, ob ich schon ein Kind habe. Ob das gut oder schlecht war kann ich nicht sagen.

Mein Gefühl sagt mir aber, dass es damit nichts zu tun haben muss. Es sei denn, Du fühlst dich schlecht deswegen.


Nach dem Kindergeburtstag


.. ist mein Haus nun wieder still... puh...

Ihr Lieben,

Die Ramses-Geschichte entwickelt sich ganz eigenständig.

Ich wusste zwar, ich wage einen Kopfsprung,
und ich ahnte, dass es facettenreich werden würde.

Doch nun komme ich an einen wunderschönen Punkt:
Ich gebe meine Ideen und vor allem die "Kontrolle" (das Wort ist zu krass für das, was ich meine) einfach mal auf.

Ich kann noch ein Fazit Ziehen:
Wir lernen an den Dingen, die in unser Leben plumpsen.
Und an den Wänden, gegen die wir immer wieder zu rennen scheinen.

Ich lernte an Ramses,
und mir wurde erneut klar: wir lernen immer alle an irgendwas.

Viele Frauen, die inzwischen ein Baby haben, schreiben mir,
dass sie im Nachhinein wirklich sehr dankbar sind für dieses Lernen,
und dass sie auch als Mutter davon profitieren.

Wir müssen nur noch herausfinden, wie wir diese "Lernphasen" überstehen,
ohne dass wir dabei andauernd traurig sind. ohne, dass sie uns verzehren.

Weiteres Fazit:
..., du hast es gesagt, wie es präziser nicht ginge:
Ramses hat mich nach Hause gebracht.
Tina schrieb es auch: Gänse kennen keine Kompromisse.
Vermutlich tut das kein Tier.
Und das ist mir durch dieses kleine Küken so sehr klar geworden.
Neu war diese Erkenntnis keinesfalls,
wir wissen das ja alle irgendwie.
Aber: Ich gebe mein Kind in einer super gute Schule, wohl wissend, dass heutzutage die Schule an sich auf einem Holzweg ist.
Also, verlangte ich von meinem Küken: Mama ist denn mal wech- muss in die Praxis.
Das verstand dieser kleine Kerl aber nicht !
Er braucht seine Mama.
So, wie jedes Kind seine Mama braucht.
Aber Menschenmamas gehen arbeiten.
Deshalb müssen Menschenkinder Kompromisse lernen und machen.
Unfreiwillig und unbrauchbar.

Da konnte ich bald alle meine Kompromisse sehen,
die ich tagtäglich eingehe,
mit mir,
sie meinen Kidnern zumutend,
und ich erkannte:
Wir sind eine Generation von Kompromisskindern.

An diesem Morgen kam ich aus dem Garten zu Bata und Heike
und ich weinte, konnte nur noch sagen: Ich glaube ich weine nicht nur für unsere Kinder, ich weine für alle Kinder- wie kann das denn sein?

Und so brachte Ramses mich tatsächlich nach Hause.
Nicht, dass ich irgendetwas Neues gesehen oder gelernt hätte.
Ich bekam es nur noch mal als Update und mit voller Wucht zu spüren und
musste mal wieder hinsehen, in welche Kompromisse wir Mütter heute gezwungen sind,
und wie sich das einschleicht, und wie wir da mitmachen,
obwohl wir tief in uns wissen,
dass das nicht richtig ist.

Wisst ihr, was Konrad sagt?
Wartet mal kurz, ich hole sein Buch,
habe mir heute in der Wanne eine Seite umgeknickt, weil das ist DER Satz
des Tages:
Achtung:
"Angeborene Verhaltensweisen haben mit Verstandesleistungen nichts zu tun, denn sie sind an zerntarlnervöse Vorgänge gebunden,
die dazu neigen, sich rhythmisch zu wiederholen"


Na ja, ich hab den Satz gekürzt auf seine Essenz.

Es ist mir angeboren, zu wissen, was richtig wäre für meine Familie,
für meine Kinder und auch für mich.
Ich lasse mich davon nur immer wieder ablenken.

Ich bin fest davon überzeugt,
dass eine jede Frau,
tief in ihrem Innern,
den Weg zu ihrem Kind kennt!

Dass sie überhaupt jeden Weg kennt.

Das ist keine Angelegenheit des Kopfes,
sondern des "zentralnervösen Systems"-
na ja Konrad wurde vor hundert Jahren geboren,
heute würden wir frei sagen: Unterbewusstsein.

Wir leben aber Kompromisse.

Kompromisse haben mit der Natur einfach mal nichts zu tun.
Die Natur kennt, glaube ich, keine Kompromisse.

Und deshalb weinte ich an diesem Tag-
Wir ziehen unsere Kinder voller Kompromisse groß.
Und das ist vermutlich: Gegen die Natur.

Ist es da verwunderlich,
wenn die eine oder andere Mutter verwirrt ist.
Es macht doch da keinen Unterschied,
ob die Kinder schon da sind,
oder nicht,
oder ob wir sie abgetrieben haben,
oder adoptiert,
oder sonstewas. (bitte nicht alles auf die Goldwaage legen ja ?)

Und noch immer sage ich nichts neues.
Aber Ramses hat mir das nun zum hundertsten Mal klar gemacht.
Dem kann ich nicht erzählen,
ich muss mal arbeiten und du kommst in einen Gänsekindergarten,
mit Gänseerziehern in ein Gänseheimchen......

Er hat nur wenige Laute:

Einen Ruf nach der Mama.
wiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii-- wiiiiiiiiiiiiiiiiii-wiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!!
Darauf würde jeder Mensch der Welt instinktiv sagen:
Alles gut, bin ja da.
Und wenn Ramses das hört, dann reicht ihm das schon, dann kommt.
wiwiwiwiwiwiwiwiwi,
das ist der Laut für: man fühlt sich das gut an, ich brauche dich nämlich in meiner Nähe.

Dann gibt es Nuancen, und es gibt einen Warnton, wenn die Greifvögel über unseren Garten fliegen.

Aber er hat keinen Laut für:
"Mama wieso schickst du mich in die Schule,
wenn du doch weisst, dass mir das nicht gut tut?"

Man kann ihm auch nicht antworten:
Wir kuscheln nicht jetzt, sondern später.

Geht nicht.
Weil die Natur keine Kompromisse kennt.

Ich habe mir deshalb vorgenommen,
in nächster Zeit noch mal genauer über Kompromisse nach zu denken.
Sehr gründlich.

Ja, so in der Art brachte er mich nach Hause,
brachte er mich dazu, darüber nachzudenken,
in welche einen Wahnsinn, sag ich jetzt mal,
der Weiberclan da geraten war.

Deshalb zog ich die Notbremse.

Darf ich es als ein weiteres Fazit verstehen,
dass wir uns auf ganz profane Dinge der Natur einlassen,
und dann sehen wir wieder klar.

Kann es sein, dass die Begegnung mit urtümlichen Dingen,
richtig andere, neue und gesunde Heilungsvorgänge in uns auslöst?

In diesem Fall jedenfalls war es so.

Es ist also nicht mehr wichtig,
ob unsere Gedanken, die jetzt kommen,
unbedingt in eine Linie passen,
oder auf einander aufbauen.

Denn alle Gedanken, die jetzt kommen,
sind irgendwie ausgelöst
worden, durch eine beliebe Begegnung mit der Natur.

Durch eine kleine Wildgans.

Ramses ist vermutlich austauschbar.

Auch andere Begegnungen hätten dies zu Wege bringen können.
In diesem Fall war es Ramses.

... und ... sind tief in ihre Familiendynamik gegangen,
andere gehen vielleicht in eine ganz andere Richtung,
es ist egal,
wenn der Kopf jetzt dazwischen brummt,
das soll uns jetzt nicht interessieren,
folgen wir doch gerne dem,
was jetzt einfach hochkommt.

Scheuen wir uns nicht,
uns mal konpromisslos zu betrachten.

Ramses pubertiert übrigens längst,
und ich muss mal neue Bilder von meinem Mega-Gössel hochladen.

Er ist ein kleiner Götterbote, ein Katalysator,
einer von vielen, die das können,
die da sagen:
Schau, was du tust,
schau, was du bist,
schau, was du mit mir machst.

Ich kenne keine Kompromisse.

Ein gesunder Auslöser.

Ich hoffe, dass ging jetzt alles nicht total durcheinander,
diese Gedanken und Gefühle sind sehr filigran,
ich kann sie nur kurz halten und nur kurz verfolgen,
und nur kurz beschreiben.

Das einzige, was ich definitiv spüre und kenne,
ist das Gefühl dahinter.
Und das wollte mal durch kommen.....

lieber Abendgruss
Biggi

Liebe Biggi,
wie Recht du hast und wie gut deine Worte tun!
Es stimmt, das Leben kennt nur den ewigen Kreislauf aus Leben, Tod und neuem Leben das ist alles und mehr will es gar nicht.
Genau das Gefühl habe ich seit einiger Zeit völlig unten angekommen zu sein und ab diesem großen Schmerzenpunkt führt mich unser Kind durch die Dunkelheit.

Liebe ...,
deine Worte haben mich berührt, bitte gib nicht auf. Ich bin eine kleine Schwester und habe vor meiner Großen ein Kind bekommen. Das entscheidet nicht dir Rangfolge, das entscheidet das Leben, Zufall, Schicksal? Mit hat eine FA neulich gesagt, dass die Medizin es noch nicht geschafft habe in ihrem Schnitt die Natur zu übertreffen. Brauchen Frauen über dreissig durchschnittlich sechs Monate, so gilt dieser Durschnitt auch für die künstliche Befruchtung, also ist bei dir noch NICHTS verloren. Manche Frauen brauchen acht oder sieben Mal. Du gibst nicht auf, du änderst vielleicht deine Strategie und schlägst neue Wege ein! Aufgeben gilt nicht, ist hiermit verboten! Liebe Dagmar, nach den Sternen greifen ist eben ein Abenteuer und nicht selbstverständlich und auch wenn du sie noch nicht erreicht hast, musst du sie nicht aufgeben. Ausserdem willst du nichts Unmögliches!!! Weisst du was mir gerade mit dir passiert ist? Ich wollte nach den Worten eines Liedes suchen dass ich neulich im Radio hörte, im Französischen sagt man nach dem Mond fragen, statt nach den Sternen greifen und in dem Lied sang eine Frau so oft sie auch auf die Schnauze fällt, sie will trotzdem den Mond! Gut als ich nun bei Google die paar Fetzen die noch in meiner Erinnerung waren eingab, stieß ich auf diesen Link: http://www.youtube.com/watch?v=6_vYYb7S6qI
da läuft doch wirklich ein Mann mit einem kleinen nackten Baby auf dem Arm herum!!! und es ist
ein anderes Lied es heißt: "j'ai demande à la lune" von Indochine, "ich fragte nach dem Mond" hier ist der Text, wenn du ihn lesen willst: fr.lyrics-copy.com/indochine/...-a-la-lune.htm
im Kurztext sagt er, auch wenn der Mond mein Leiden ignoriert, wir sagen uns, dass ist nur ein Abenteuer und es geht vorbei (falls du willst übersetze ich es dir)
ich habe dir das alles so aufgeschrieben liebe ..., denn ich finde, es ist ein positives Zeichen für dich, denn ich habe für dich gesucht!
Liebe ... ich ziehe gerne damit um, es ist eine gute Idee!
So, nun möchte ich hier noch meine große Trauer aussprechen, es muss sein, sowas macht mir immer so Bauchweh, als ich eben die Wahlergebnisse im Internet nach schauen wollte, las ich dass in Mexiko fast 40 Kleinkinder heute in einem Kindergarten verbrannten!! An diese Kinder, die da sterben mussten und ihre Eltern möchte ich gerne hier mit Euch gedenken, wenn ihr es mir erlaubt.
ALLES LIEBE!!!, DANKE BIGGI!!!!!



Liebe ...

Als ich dich las dachte ich spontan : Ja, laß ihr den Vortritt.

es geht nicht um Verzicht oder um Strafe. Aber vielleicht um Raum ?

und ich habe so ein Bild, daß es dir und auch den beiden! Wunschkindern gut tut, wenn du dem Kinderwunsch deiner Schwester die Ehre gibst. und ich denke nicht, daß es wichtig ist ob und wie sie ihn erfüllt. Sondern nur, daß du dem Raum und Beachtung gibst. Und einen Moment inne hälst und dahin siehst.

und dann schaust was passiert.

ich wünsch dir alles Gute

Darf man in die Natur eingreifen?


Guten Morgen, meine Schönen!

Nun habe ich schon zwei Ramses- Sätze:

Der erste ist:

Wir lernen an allen Dingen.

Und der zweite ist:

Die Natur kennt keine Kompromisse.

Das klingt einerseits knallhart.
Und gleichzeitig betten mich diese Gedanken aber in ein großes Ganzes ein,
und es gelingt mir besser, in manchen schicksalshaften Dingen eine Sinnfindung zuwege zu bringen, und der zweite Satz holt mich als Mensch und Mutter immer wieder auf einen vernünftigen Weg.

Nachdem Ramses nun zu überleben schien, kam mir eine nächste wichtige Frage:
Darf ich das überhaupt?
Darf ich dermaßen in die Natur eingreifen?
Und, wenn ja, wie weit darf ich eingreifen.

Wildschweine sind beispielsweise knallhart, was ihre Jungen betrifft.
Wenn eines beim Durchstreifen des Waldes den Anschluss zur Mutter verliert, dan wird es zurück gelassen.
Das ist Selektion.
Das ist fies, aber es ist Qualitätssicherung.

Wir heben einen kleinen, ich nenns mal, Gnaden-Streichel-Zoo hier in Tremmen, und die Besitzerin zieht zur Zeit einen megakleinen Frischling von Hand auf.
Fazit: Er verläuft sich noch immer.

Enten laufen im Entenmarsch. Mama läuft vor, die Lütten hinterher.

Gänse laufen im Kindergarten, Mama und Papa laufen vor, und die Lütten reagieren irgendwie auf diese zwei imposanten Hinterteile und wackeln denen instinktiv hinterher.
Das hat es mir anfangs ein wenig schwer gemacht, ich musste immer jemand finden, wenn es hiess, neue Terretorien im Garten zu erobern,
denn nur mirt alleine folgte Ramses nicht immer so zuverlässig.

Gänse sind bekannt dafür, sich rührend im ihre Nachkommen zu kümmern.
Sie ziehen die Jungen ein ganzes Jahr lang groß.
Sie zeigen ihnen , was sie essen können und sollen, sie zeigen ihnen alle Flugrouten. So kann eine jede Wildgans immer dorthin zurück kehren,
wo sie einst fliegen gelernt hat.
Sie würden sich vermutlich noch weiter um ihre Jungen kümmern, wenn sie nicht nach einem Jahr wieder neue Eier legen würden.

Gänse sind also sagenhaft gute Eltern.
Sie adoptieren auch sofort andere Junge, die ihnen über den Weg laufen.
So kann es sein, dass zwei Eltern mit Küken unterschiedlichen Alters hinter sich her laufen haben, unterschiedlicher Größe, aus unterschiedlichen Familien.
Sie kümmern sich um alle!

Dieser ganze Gänsekindergarten hat nur eine einzige Bedingung:
Das Kind muss der Mutter folgen.
Sonst funktioniert das alles nämlich nicht.

Ramses ist nicht gefolgt.

Ein Gänsebaby, was nicht folgt, kann nicht in den Genuss eines so klug durchdachten Arterhaltungs-Prozesses gehen.
Er würde sich später verfliegen, er würde seine wichtigen Plätze nicht wiederfinden, und vor allem würde er seinen Kindern nichts dessen beibringen können.

Hier sagt die Natur klar: NEIN!
Funktioniert nicht!
Entweder, du folgst, oder du gehörst nicht dazu.

Und da komme nun ich daher und tue, was wohl jder tun würde:
Ich sichere erst einmal sein Überleben.
Ramses ist eh im Nachteil, weil ich nicht so gut Wildgänsisch spreche.
Ich habe ihm anfangs echt gezeigt, was er essen kann, was nicht,
in dem ich ihm das einfach vormachte.
ich aß Gras, da aß er auch Gras.
Zugegeben, er isst jetzt viel Rucula und Kohlrabi und Lauch,
und bei den Insekten war bei mir dann auch vorbei,
da half ihm sein Instinkt, selbst drauf zu kommen...


Er ist im Nachteil, weil er ein Einzelkind ist.
Würde er im Schwarm großwerden dürfen,
dann würde jeweils ein Küken etwas ganz tolles Neues lernen,
und danach alle anderen von diesem Küken sich diese neue Fähigkeit abgucken.
So entwickelt sich ein Schwarm schneller und leichter.

Ramses hat diese UNterstützung nicht.

Und vor allem: Er verläuft sich immer noch.
Er folgt mir meistens, aber eben nicht immer.
und wann immer ich mal ein zwei tage weniger Zeit habe,
dann fangen wir mit dem Lernen des Folgens anscheinend
wieder von vorne an.
(Wobei wir wieder bei den Kompromissen wären,
ich WEISS dass er tägliche Nähe braucht, und nicht zweitägliche,
ich muss aber Kompromisse eingehen.
Für den kleinen Gössel ist das aber FALSCH!!)

Ich werde ihm auch das Fliegen nicht beibringen können.
Er wird es vielleicht lernen, oder nicht.
Wir üben mit ihm immer mal schnell losrennen,
also Tempo aufnehmen, so als ob wir zum Start ansetzen würden.
Noch hat er nicht genug Federn zum Fliegen,
doch wir fanden, wir fangen so früh wie möglich an,
ihn darauf vor zu bereiten.

Wenn es ihm gelingt, fliegen zu lernen,
dann kann er im Herbst selbst entscheiden,
ob er mit seinen Artgenossen mitfliegen möchte,
oder lieber nicht.

Doch an einer Tatsache komme ich immer noch nicht vorbei:
Er verläuft sich immernoch.

Einige Dinge sind normal.
Beispielsweise, wenn ich um die Ecke laufe,
dann läuft er mir nicht hinterher,
sondern nimmt stets die Diagonale, also den direkten Weg zu mir.

Da musste ich sehr aufpassen, wo eine solche Diagnonale hinführt,
besonders, als er noch so klein war.
Ich ging beispielsweise die Gartenwege lang, um die Ecke,
er musste aber quer durchs Gemüsebeet dafür, einmal wäre er mir fast im
Lichtschacht zu den Kellerfenstern gelandet.

Was ich auch mit Schrecken lernen musste, war sein Warnsystem für die
Raubvögel.
Wenn Gänse etwas sehr genau betrachten, dann schauen sie nur mit einem
Auge hin. Ihre Augen stehen ja so weit im Winkel, dass sie sozusagen nicht stereo schauen können.
Deshalb müssen sie - sehr süß übrigens- beim genauer schauen den Kopf
schief und schräg halten.

Er schaute also auf ein sehr hoch fliegendes Flugzeug, stieß einen Ton aus,
und ich beruhigte ihn gleich: Alles Gut, ist nur ein Flugzeug , blieb demonstrativ
gelassen und knabberte an einem Löwenzahnblatt.

Er lernte schnell.
Als der nächste Raubvogel kam, hörte ich ein kuscheliges Wiwiwiwiwi von ihm
und er knabberte an einem Löwenzahnblatt...........

Oh Mann, mir war klar, was ich da angerichtet hatte.
Gab laute und aufgeregte Schnattertöne von mir, breitete meine Strickjacke aus,
und pfiff ihn zu mir.

Das musste ich einige Male tun, damit bis ich sein Verhalten
korrigiert hatte.

Eines Tages kam ein großer Bussart nun aber sehr, sehr nah herunter.
Ich selbst habe eh schon eine Macke,
ich spähe den ganzen Tag nach oben, halte nach Greifvögeln ausschau,
und wir haben so viele davon hier in der Gegend, wohnen im Vogelschutzgebiet...

Manchmal habe ich mich gefragt, ob ich jetzt noch richtig ticke,
denn ich benahm mich stellenweise schon wie eine Gänsemama.

Der Bussard sah uns, Ramses war einen halben Meter von mir entfernt.
Und dann ging er in den Senkflug.
Da rutschte mir auf der Stelle das Herz in die Hose.!!

Alles ging sehr schnell:
Ich richtete mich auf, schrie und schimpfte megalaut zum Bussard,
und wedelte dabei in großen, wütenden Amplituden mit den Fäusten.

Doch das interessierte den Bussard nicht im Geringsten.
Der hatte mein Küken im Visier und nahm keinerlei Notiz von mir.
Er setzte unbeeindruckt seinen Senkflug fort und ich begrifft:
der bringt es fertig und moppst mir mein Küken unmittelbar vor den Füsen weg!

Ich drehte mich wieder um- und warf mich einfach über Ramses.
Ich baute mit meinem Körper eine Brücke uber meinem Küken.
Und dann erlebte ich eine Optik, wie sie wohl nur eine Gänsin erlebt,
in Verbindung mit reiner Panik:
Ich sah den Schatten des Bussards auf der Wiese, der sah aus wie ein
Fadenkreutz, in dessen exakter Mitte sich Ramses und ich befanden.

Der Schatten wurde in windeseile immer größer, dabei blieben wir haargenau im Mittelpunkt der gewaltigen Raubvogelschattens.
Und Ramses reagierte instinktiv.
So was blödes aber auch!
Er rannte natürlich weg von mir.
Geflügel rennt immer weg, wenn man sich ihm zu schnell nähert.
Man muss es anders herum machen:
Ich renne weg, erst dann folgt er mir.

Doch dafür war ja in diesem Fall keine Zeit gewesen.
Und nun hatte ich ihn getrieben,
und er bewegte sich unter mir hindurch,
weg aus meiner Sicherheit.

Ich stürzte also nochmal nach vorn und griff ihn mir bitzschnell,
steckte ihn unter meine Strickjacke.
Als der Schock vorbei war, liefen mir die Tränen.

Das Bild des Schattens eines sich nähernden Raubvogels habe ich wohl
für mein ganzes Leben in mir.

Als ich mich gefangen hatte, schnatterte ich noch ganz laut,
schimpfte,
wohl in der hoffnung, dass Ramses irgendwie begreift,
dass dies hier kein Spaß war.

In den folgenden Tagen übten wir an Flugzeugen.

Wann immer sich eines näherte schimpfte ich laut, machte eine schnelle Weg-Bewegung, sodass er mit folgte (meistens)
und sobald er mich erreicht hatte, breitete ich mein Gefieder aus (Strickjacke)
und verbrag Ramses darunter.

Und danach lernten wir, Tempo bei diesem Katastrophentrainig auf zu nehmen.

Sobald ich zwei Tage mal weniger Zeit habe, baut dieser Trainigserfolg ab.

Und wie wird das weitergehen?
Inzwischen sieht es gut aus, ich denke, Ramses hat an die zwei Kilo,
und die Raubvögel sind an ihm nicht mehr so intressiert.
Wenn wir Glück haben, haben wir diese Gefahr überstanden.

Und dann?

Dann habe ich noch immer in die Natur eingegriffen,
denn er verläuft sich noch immer.

Im Kinderwunsch ist das doch auch so, nicht wahr?
Wir greifen mitunter ein, in die Natur.

Auch hier wirft sich die Frage auf,
wie weit dürfen wir hier gehen, wollen wir gehen, können wir überhaupt gehen.

Ramses hat mich jeden Tag erneut auf diese Frage und auch auf
die Parallelfragen gestossen, die sich aus derlei Gedanken ergeben.

Die Antwort ist hier wohl ähnlich.
Wenn wir denn die Fähigkeit zu Empfangen aus unserer Art her haben,
aus uns selbst und aus unserer Familie,
und wir lassen uns bei dieser Empfängnis helfen,
dann besteht die Möglichkeit,
dass diese Fähigkeit, zu empfangen,
im Laufe der nächsten Generationen geschwächt sein kann,
oder gar verloren gehen kann.

Zumindest zeigt uns das die Veterinärmedizin,
die ja schon längere Zeit Erafhrungen mit künstlicher Befruchtung hat,
als die Humanmedizin.

So scheint ist, ist Empfängnis eine Fähigkeit?
Die wir erlernen, erinnern können?

Möglicherweise ist das so.

Das würde dann bedeuten, dass wir medizinsch oder hormonell unsere
Empfängnis unterstützen- aber anschließend an diesem Thema "Empfängnis wieder erlernen" ja dennoch weiter dran bleiben müssten.

Ich möchte hier niemandem Angst machen,
ich möchte mich wirklich nur rein philosophisch dieser Frage nähern.

Und im gleichen Atemzug möchte ich natürlich nach Antworten suchen,
auf alle Fragen die sich in diesem zusammenhang auftun.

Für Ramses jedenfalls tue ich das.

Die Natur hatte Ramses selektiert.
Ich habe eingegfriffen.
Habe ihm möglicherweise das Leben an sich ermöglicht.

An seinen Chancen, weiter zu leben,
eine glückliche Gans zu werden oder ein Ganther,
und Nachfahren zu haben,
die ihre Fluglinien kennen,
und die ihren Kindern den Unterschied zwischen Bussarden und Flugzeugen
bei zu bringen,
daran muss ich noch sehr, sehr viel arbeiten.

Mit so wenig Kompromissen, wie nur möglich.

nachdenkliche Morgengrüsse
Biggi

Liebe Biggi,

"zufälliger" Weise hatten wir in der HP Schule gerade auch eine Diskussion über die Gene die weitervererbt werden und warum die Natur selektiert und vor allem was passiert, wenn nicht mehr selektiert wird. So denke ich schon länger darüber nach und komme nicht so recht auf einen grünen Zweig.
Wenn wir jetzt bei der Repromedizin bleiben, dann haben wir hier ja schon oft, gerade innerhalb der Familienaufstellung gesehen, dass die Kinder z.B. gar nichts gegen eine medizinische Brücke haben, ja sogar manchmal brauchen. Wenn ich da hineinfühle, dann empfinde ich es als Mittel zum Zweck, aber nur dann nicht destruktiv, wenn die Eltern sich nicht automatisch auf diese Hilfe verlassen, sondern den Wink, dass es etwas im Leben zu verändern gilt, nämlich weil eben kein Kind "einfach so" kommt, sehen und annehmen und etwas tun. Nichts im Leben passiert aus Versehen, es liegt immer ein tieferer Sinn dahinter, den gilt es nicht zu missachten und einfach zum Arzt zu laufen und es wie ein Medikament die Repro zu kompensieren, als wäre nichts mehr dabei.
Eben das was uns so viele Ärtze weis machen wollen, ist doch nichts dabei. Sie brauchen nicht laufen lernen, wir haben spitzen Rollstühle....
Ich fühl mal weiter, vielleicht finde ich ja noch einen Faden :-)

Alles Liebe
Tina


Liebe Biggi

eigentlich sollte ich Hausarbeiten machen
eigentlich - doch deine Geschichte zieht
mich förmlich hierher um deine Geschichte
zu verfolgen um ja nichts zu verpassen...

Als ich las musste ich öfter lachen über das Bild
das in mir hoch kam als ich mir dich vorstellte einfach
köstlich - aber auch der ernste Hintergrund
deiner Geschichte fühle ich
sortiere diese Gedanken auch zur Zeit und
mache meine Erfahrunge mit meiner Katzendame, Schmetterlinge
,Raupen und Vögel und mein Rosenbäumchen...

Die Frage; dürfen wir in die Natur eingreifen, beschäftigte
mich auch sehr oder wie weit dürfen wir das?

Ich denke ja und nein? Hm, da schwirren mir
Gedanken durch den Kopf die ich nicht richtig in Worte
fassen kann...

Ein Erlebnis, dass noch nicht so lange her ist, lehrte mich so einiges...

Ich war mit meinem Motorrad unterwegs und fuhr
sehr flott vor mir ein Auto und auf einmal war innerlich eine
Art Warnsignal, dass mir deutlich machte achtsam zu sein
und huch was war das ein Stein der sich bewegte...

Es ging nicht anders ich musste zurück und da sah ich ihn
mitten in der Strasse piepte dieses Federknäuel...
Ich konnte nicht anders ich musste ihn mitnehmen
ich konnte ihn doch nicht auf der Strasse lassen,
warum überfuhr das Auto
ihn nicht, oder ich?
Ich denke weil er genau mir etwas beibringen wollte...

Ich machte ihm ein Nest und er schlief bald ein...wie bringe
ich das bloss meinem Mann bei, denn in zwei Tagen
würden wir in den Urlaub fahren...

Mein Mann sagte wir können nicht für ihn Sorgen,
was willst du ihn mitnehmen in den Urlaub....ich, iiij warum nicht...
Ich hatte ihn bereits voll in mein Herz geschlossen...
Es gab eine heftige Auseinandersetztung doch
schlussendlich brachte ich den kleinen Piepmatz
zurück denn die Argumente meines Mannes
klangen vernüftig auch wenn mein Herz
mir etwas anderes sagte...
Ich suchte ihm ein sicherer Plätzchen
in der Nähe wo ich gefunden hatte und
fütterte ihn noch mit den gefangenen
Insekten und bette ihn kuschelig in das Gras und
stiess ein Gebet aus, dass seine Mutter ihn finden möge...

Heute weiss ich, dass es das richtige war, dass ich ihn der
Natur überlassen habe...

Die Raupe die ich in Filigrante ertappte wie sie
meine Rosenblätter frass setzte ich auch wieder aus
denn sie schien nicht glücklich zu sein...

Doch meiner Katzendame gewähre ich Kuschelasyl
mein Mann wollte nicht das sie ins Haus kommt - doch
auch sie eroberte sein Herz - gestern Abend baute er ihr
ein Nest mein Männe...unglaublich...

Für mich stimmt dies so dass ich unterstützend in die
Natur eingreifen darf... sei dies in der Natur, Tieren
und auch in meinem Kinderwunsch,jedoch in dieser Demut,
dass die Natur eigentlich alles richtig macht!

Im Kinderwunsch habe ich die Erfahrung gemacht,
dass ich die hormonelle Unterstützung brauchte
als ich damals keine Kraft mehr hatte - doch
als ich wieder eine Zyste hatte trotz Hormonen
wusste ich, dass dies tiefer geht und ich fing an
mit meiner Wiblichkeit zu sprechen und ich kam/komme
wieder bei meiner Mutter an, die die Pille nahm, über Jahre
und ich musste sie immer holen beim Arzt, weil sie
keine Kinder mehr wollte...Verstrickungen...

Ich für mich denke es gibt Bereiche im Leben die keine
Kompromisse dulden - doch auf der anderen Seite
geht es nicht ohne - oder bin ich nu ganz falsch?

Hast du ein aktuelles Foto von deinem Federbaby?


Herzlichst

Liebe ...,

erstmal herzlichen Dank für deine Worte. Ich wollte mir den Link ansehen, leider ist das Musikvideo nicht in Deutschland abrufbar. Ich kenne aber das Lied, war ich doch früher sehr grosser Indochine Fan! Den Text habe ich gelesen (ich spreche französisch). Ja, es war eine Liebesgeschichte mit traurigem Ausgang, mein letzter Versuch nach den Sternen zu greifen. Ich denke aber auch, dass diese Liebe keinen Bestand gehabt hätte und unter den Belastungen kapputt gegangen wäre. Vielleicht haben wir uns auch nur auf den letzten Metern verpasst. Diese wollte ich nämlich mit ihm gemeinsam gehen. Irgendwie denke ich wir sind immer noch in Kontakt und so aus der Ferne, glücklich gebunden mit meinem Mann, kann ich weiter lieben. Ich habe erfahren, man kann mehr als einen Menschen lieben.

Und, ja, ich denke ich werde noch nicht aufgeben. Ich weiss nicht, ob ich das ganz grosse Glück in Händen halten werde, vielleicht das Glück mit kleinen Macken. Heute nacht habe ich geträumt, ich hätte einen Jungen geborgen, zwar gesund, aber als Frühgeburt...


Liebe ...,

ja, ich denke, ich werde meiner Schwester den Vortritt lassen. Ich möchte endlich diese Verstrickung mit meiner Schwester lösen. Auf die Gefahr hin, Freunde zu verlieren, die ich nur habe, weil sie eben meine Schwester ist. Ich glaube auch das ist im Sinne der Sippe. Sie ist stärker als ich und darauf vertraut die Sippe und sieht in ihr wohl ihr Fortbestehen eher verwirklicht. Ich denke, ich habe auch viele Qualitäten, aber vielleicht findet sich die alte, starke Sippe von meiner Mutter nicht darin wider.

Ich hoffe auch, ein kleines Glück wird mir nicht verwehrt bleiben...


Liebe Biggi,

danke für die Fortsetzung. Ja, die künstliche Befruchtung. Lange habe ich mit ihr gehadert. Lange habe ich gehofft, doch noch natürlich empfangen zu können. Ich glaube auch es wird immer schwieriger, sogar das Empfangen durch künstl. Befruchtung wird immer schwieriger. Ich habe die Hoffnung, dass sich die nächste Generation nicht so dumm anstellt wie wir, dass sie früher starten, wenn noch nicht so viel verbockt ist. Ich sehe immer mehr Paare, die die künstl. Befruchtung in Anspruch nehmen. Es ist tatsächlich kein schönes Verfahren. Das einzige, was dafür spricht: Es sind tatsächlich die eigenen Kinder, die man danach im Arm hält und keine Fremden, wie bei der Adoption. Wobei ich jetzt keine Grundsatzdiskussion über Adoption und Künstl. Befruchtung auslösen möchte.

Soviel dazu!

liebe Grüsse

Liebe Biggi,

in die Natur eingreifen erinnert mich auch an mein Feldmausbaby. Erst hatte ich es gerettet. Es wäre bestimmt bald gestorben. Aber vielleicht hab ich sein Leiden nur unnötig verlängert, indem ich es gerettet habe. Wer weiß sowas schon. Ich bin jedenfalls in das Leben dieses Mäusebabys eingetreten und hab es kurze Zeit gefüttert, es warm gehalten und trotzdem ist es gestorben. Irgendwie war ich der Verantwortung auch nicht so richtig gewachsen. So ein Mäusebaby muss ca. alle 2-3 Stunden gefüttert werden und nachts war das schon problematisch. In der Nacht, in der es dann gestorben ist, hab ich auch verschlafen, leider. Erst war ich sehr traurig dann aber irgendwie auch erleichtert, weil es schon eine sehr große Verantwortung war dieses kleine Wesen "künstlich" am Leben zu erhalten. Irgendwann hab ich mir gedacht, es wäre so oder so gestorben, weil es zu schwach und auch zu klein war, um den Winter zu überleben. Ich habe sein Leben nur kurze Zeit verlängert.

Meine Katze allerdings habe ich mit einer Woche gekriegt, weil die Mutter sich nicht um sie kümmern wollte/konnte. Und die lebt heute noch. Sie war auch teilweise ganz schwach und klein und in der Zeit als ich im Krankenhaus war (ja, genau zu diesem Zeitpunkt war ich schwanger und hatte die Fehlgeburt) musste ich sie wieder richtig aufpäppeln. Bei meinem Freund (jetzt Mann) wollte sie nicht so richtig fressen. Sie lebt aber man merkt es ihr sehr an, dass sie bei Menschen groß geworden ist und nicht bei einer Katzenmutti. Sie tretelt immer sehr viel und suddelt dann wie an einer Zitzte an unseren Wohldecken herum. Zudem ist sie alles andere als scheu und lässt sich im Gegensatz zu vielen anderen Katzen sehr gerne und lange am Bauch kraulen. Das ist sie gewöhnt von klein auf.

Ich glaube es greifen viele Menschen aus Tierliebe in die Natur ein. Ob es richtig oder falsch ist, kann man wohl nicht sagen. Der Eisbär Knut wurde auch gerettet. Und sein Tierpfleger musste irgendwann aufhören mit ihm zu schmusen. Ich glaube auch nicht, dass man als Mensch den Tieren alle notwendigen Verhaltensweisen beibringen kann. Es sei denn man beschäftigt sich sehr intensiv mit ihnen.

Ich sage immer: Alles was passiert hat einen Sinn. Und wenn Ramses grade Mittel zum Zweck ist damit du dich zu Hause wieder wie zu Hause fühlen kannst, hat er seine Aufgabe vielleicht schon erledigt. Da ich nicht an Zufälle glaube, wird das schon so seine Richtigkeit haben. Ich wollte grade noch was Wichtiges dazu schreiben und wurde abgelenkt und jetzt ist es leider weg.

Das Thema in Richtung Fruchtbarkeit und Empfängnis zu führen ist sehr interessant. Gibt es denn irgendwelche Studien oder Berichte darüber, dass IVF- und/oder ICSI-Kinder beispielweise Probleme mit der Empfängnis haben? Das würde mich auch interessieren. Das erste IVF-Kind ist doch letztes Jahr 30 geworden. Ich persönlich bin gerade dabei meinen Bauch auf eine Hormonstimulation vorzubereiten. Mein Therapeut hat gesagt, dass ich statt Angst/Unsicherheit und denn ganzen anderen Gefühlen vielleicht auch mal Dankbarkeit und Vertrauen in diese Methoden zeigen sollte. Das ist nicht so leicht, aber ich bin auf dem Weg dahin.

Seitdem du hier wieder schreibst, träume ich seltsamerweise wieder intensiver und erinnere mich daran. Diese Nacht war sogar ein kleines Küken in meinem Traum. Will Smith der mich und meine Eltern besuchen kam (manchmal träume ich noch von der glücklichen Familie obwohl ich ein erwachsenes Scheidungskind bin), hat ein kleines Küken gefunden und es uns vorbei gebracht. Ich habe mich sehr gefreut und erinnerte mich aber gleichzeitig auch daran, dass es nicht sauber wird. Meine Eltern hatten es seltsamerweise in einen Behälter mit Wasser gesteckt und ich hab es daraus befreit. In dem Traum ist es immer wieder verschwunden und dann wieder aufgetaucht. Ich hab es ganz oft suchen müssen und teilweise sogar retten. Doch sehr interessant der Traum.

So, das langt jetzt aber. So lange Postings will doch keiner lesen.

Liebe Grüße

Liebe Biggi,

doch, ich denke, man darf das in der Weise, wie Du Ramses adoptiert hast.

Gibt es doch auch unter verschiedenen Tierarten diese Adoptionen.
Da überlegt die Hündin auch nicht viel, ob das kleine verwaiste Kätzchen jetzt bei ihr trinken sollte.
Die macht das einfach und findet es klasse.

Dein kleines Gänsekind wird vielleicht nicht ganz so immer in die richtige Richtung rennen, aber zum Überleben ist es doch stark genug.
Und das allein will das Leben - eine Chance.

Außerdem hätten wir dann kaum von der Biggi gehört, die da schimpfend im Garten steht und wild gestikuliert.
Da hätte ich gerne mal Mäuschen gespielt!

Neulich wäre ich übrigens fast zur Diebin geworden.
Stand da doch am Straßenrand ein Achtungschild mit der Aufschrift:

Vorsicht! Aggressive Greifvögel!

Das hätte ich ja zu gerne gehabt...(hab' mich dann aber doch beherrscht)!

Ganz liebe Grüße

Liebe Biggi,
ja auch bei mir triffst du da einen Gedanken oder besser ich fühle mich ertappt, denn ich habe ja schon in die Natur eingegriffen.
Ich habe lange Zeit die Spirale getragen. Damit habe ich in die Natur eingegriffen. Heute vermute ich, dass diese Entzündung, die wir nur so schwer los bekommen daher kommt oder davon begünstigt wurde. Mein heutiger FA hat auch zu mir gesagt, dass er einer Frau die noch einen Kinderwunsch hat nie eine Spirale setzen würde. Leider kam er einige Jahre zu spät. Nun muss versuche ich erst Mal mit Medikamenten und Naturheilmittel mich zu heilen, wo ich doch zuvor fruchtbar war! Aber die Frage dahinter ist ja auch: Warum habe ich die Spirale akzeptiert und damit in die Natur eingegriffen, denn eigentlich mag ich das nicht? Eben weil ich einmal ungewollt schwanger wurde und damit völlig alleine gelassen wurde. Weil ich doch noch gerne eine Familie wollte und weil "moderne" Männer sich nicht sofort für eine Frau auf ewig entscheiden können, wenn sie sie nicht vorher ein paar Jahre ausprobiert haben.
Bei meinem Ehemann hätte ich die Spirale gar nicht gebraucht, er hat von Anfang an die Verantwortung darüber übernehmen wollen. Aber ihn habe ich leider erst sehr spät kennen gelernt.
Ich selbst bin eigentlich ein wenig wütend auf die Generation, die behauptete die Bäuche gehörten jetzt den Frauen und sie könnten selbst entscheiden, wann und ob sie Kinder wollen. In meiner Jugend war es so, dass eine Frau über 20 als "noch Jungfrau" unter sozialen Druck geriet.
Man hat den Frauen künstliche Mittel an die Hand gegeben, damit sie nicht fruchtbar sind und Jahre später muss man nun mit künstlichen Mitteln versuchen sie wieder fruchtbar zu machen. Und eben diese Vorstellungen vermittelt auch jungen Männern, dass sie erst mal keine Verantwortung übernehmen müssen. Das sind meine Gedanken und Schmerzen dazu.
Als ich eben schwanger und alleine war, wusste ich, dass es schwer wird.
Dass es sein kann, dass ich eben keine Familie mehr haben werde, weil ich mein Kind trotz aller widrigen Umstände bekommen wollte. Das Risiko bin ich eingegangen. Heute ermahne ich mich manchmal und sage mir: Was jammerst du, du wusstes das der Weg schwer wird und das ist nur eine weitere Etappe deines Weges, los geh!
Andererseits liebe Biggi, habe ich auch darüber nachgedacht, dass die Natur Ramses ja gerade DIR vor die Füsse gesetzt hat. Und damit hat SIE doch eingegriffen. Jemand anderes hätte Ramses gar nicht gesehen oder übersehen... Selbst wenn Ramses "wie" eine Wildgans erzogen wird und sich auch so verhält, wird er es doch nie sein, sondern immer über ein Erleben verfügen und Überleben, das er als ganz "normale" Wildgans nie gehabt hätten, und das hast du ihm geschenkt.


in die natur eingreifen?


hallo ihr lieben,

ich muss mich mal hier einschalten.ich komme aus dem tierschutz.es war eine art therapie als teenager ,um von meinen alkoholkranken eltern fernzubleiben.
tag für tag sass ich da bei den hunden im tierheim,fühlte ihre traurigkeit und versuchte sie abzulenken.

meine eigene welt war nicht in ordnung ,also wollte ich die welt da draussen ein bisschen besser machen.anstatt zu resignieren ,lernte ich viel.

darum geht es auch bei knut .die welt ist manchmal schlecht und durch eine tierrettungsaktion haben wir immer die chance die welt ein bisschen besser zu machen.für die erlösung unseres seelenheils.und das ist in ordnung.
maggie du schreibst hier du hast das leiden der maus vielleicht unnötig verlängert ,falsch...das wollen uns dumme menschen einreden,jäger manchmal auch tierärzte...die maus ,sie hat deine wärme gespürt,sie war nicht mehr hungrig...

2008 war für mich ein komisches jahr:
es fing damit an ,dass ich eine börse mit 1300 euro auf der strasse fand.
ich gab sie zurück.das ganze geld ,es war so eine grosse versuchung für mich,ich schaffte es dem geld zu widerstehen.

im juli fand ich dann einen wellensittich mitten in der stadt ,keiner konnte ihn fangen ,also musste ich ihn fangen.er bekam eine frau und ein schönes zuhause bei einem bekannten,weil niemand nach ihm suchte.

im august fanden wir ein halbtotes meerschweinbaby,wir nahmen es mit gaben ihm in einer spritze reisschleim.heisse kindertränen flossen über meinen arm als es 5 tage später starb.erst verfluchte ich mich innerlich dafür ,es mitgenommen zu haben .das schluchzen auf meinem schoss
bebte ,der schmerz meines sohnes über die endlichkeit des lebens,so heftig,schliesslich auch bei mir tränen flossen.....

im oktober wurde ein meerschweinbaby vor der kita meines sohnes ausgesetzt,wir waren dabei als es gefunden wurde .naja auch dieses
schweinchen schaffte es nicht bei uns....

im november hatten wir mal wieder futterdienst in der kita und da sah ich ein apathisches schwein....es hatte allerschlimmsten durchfall ...das ganze wochenende kämpfte ich um das leben (mit kochsalzlösunginjektionen )mit erfolg...eine woche später wollte ich das tier wieder aussetzen im kitagehege...aber es warf ein junges bei mir 40 g , viel zu klein,
auch das kam durch....

im februar fuhr mein freund in den skiurlaub ,auch er hat ein schweinchen.
das bekam einen abzess vorher ,unter dem auge.
er fuhr trotzdem.mit dem satz :du kriegst das schon hin...
abzesse gehören aber zum tierarzt,die schweinchen kriegen trotzdem meistens eine vergiftung,das wusste ich...
es ging um viel mehr als um das schweinchen...
die einzige vernünftige berliner tierärztin war im urlaub.
geld für einen anderen tierarzt war nicht da....
ich wollte nicht ,aber ich musste helfen.
ich punktierte ,gab hömöopathika ,kühlte ....
der abzess ging wirklich auf,das ist selten...

linda tellington jones (eine wildtier und haustierflüsterin)sagt immer der kreis schliesst sich irgendwann.mein kreis hat sich geschlossen .
felix (so heisst das abzess schwein) wurde vater .sie sahen genau wie das erste baby aus ,welches wir gefunden haben.
trotzdem wenn ich irgendwann nochmal denke ,dass ich bestimmt niemals eine gute tierärztin werde ,kommt bestimmt wieder irgendwoher ein krankes schwein....

dies kämpfe um das leben eines tieres erinnern mich immer an den alten mann und das meer ,es geht eigentlich um viel mehr dabei...
z.B. den kindern auch ehrfurcht vor dem leben beizubringen



Hallo,

mir ist heute etwas sehr merkwürdiges passiert. Ich bin ja zur Zeit hier in Frankreich und fahre morgens immer über einsame Landstrassen. Im Radio sagten sie gerade, dass heute die Waagen den besten Tag hätten (bin Waage) und da schaue ich so hoch und sehe eine einzelne grosse Wildgans über mich hinwegfliegen. Die sind doch so gräulich/bräunlich und haben einen langen Hals? Ist das mein "Klapperstorch" gewesen? Das wär ja toll. Jedenfalls war ich ganz verwirrt und hatte den ganzen Tag ein ziemlich debiles Grinsen im Gesicht. Ich glaube, ich habe noch nie so ein Tier in freier Wildbahn gesehen.
Liebe Grüsse an alle.

liebe ...,
gerne würde ich dir so pling die schuldgefühle wegzaubern, wenn ich könnte.. stattdessen sage ich: bitte hör auf, dir wegen der spirale so schuldgefühle zu machen (sag ich jetzt einfach mal so, auch wenn es leichter gesagt als getan ist).
was heißt das denn "in die natur eingreifen"? das tun wir doch in jedem fall, wenn wir verhüten! deshalb sind ja erzkatholiken auch gegen kondome. "die natur" ist immer das, was wir in ihr sehen. es gibt sie ohne die sicht des menschen nicht. sie "will" auch nichts im menschlichen sinne. und sie "bestraft" dich deswegen auch nicht.
der grund, warum du die spirale genommen hast, ist auch total verständlich! und es ist ja ein noch weniger starker eingriff als z.b. die pille. ich wollte einmal die spirale nehmen, weil ich keine lust hatte, hormone zu schlucken - das einsetzen ist aber gescheitert.
deine wut kann ich verstehen - auf die damals neuen verhütungsmittel, die den frauen an die hand gegeben wurden und den männern die verantwortung nahmen. aber darin schimmert auch ein opfergefühle durch und du hast selber letztens gesagt, dass das ja auch ein thema hier sei...
wir, die frauen, haben diese mittel auch genutzt, aktiv. aus gutem grund. wir sind kinder unserer zeit - ebenso wie die männer. es sschwingt auch verbitterung über die "modernen" männer in deinen worten mit. ist denn dein lieber ehemann nicht auch ein moderner mann? und meinst du nicht, dass es eben deshalb so gut mit euch ist, weil ihr euch eben später kennengelernt habt, in einer ganz anderen lebensphase?
all diese gedanken gingen mir durch den kopf, die dir nur helfen sollen, dich in einer aktiveren position zu fühlen und dich nicht "selbst zu schlagen".
liebe grüße!


Liebe Biggi!

Ich danke Dir für diese tolle, lebendige Geschichte von Ramses und den anderen Wildgänsen.Sie hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht...nachdenklich über die Frage ob man in die Natur eingreifen darf...Ich denke es ist ganz natürlich und instinktiv, dass man so ein kleines verweistes Küken beschützen möchte...man nimmt es mit und versucht ihm so gut wie möglich ein neues Zuhause zu geben.Nach bestem Wissen und Gewissen...natürlich kann man die Gänsemama nicht ersetzen, aber man kann ihm eine andere Mama sein und ihn einfach umsorgen und liebhaben...und die Natur entscheidet dann ganz allein ob er es schafft oder nicht...aber ohne Dich hätte er wenig Chance gehabt...
Ich denke verweiste Tiere suchen sich instinktiv Menschen, die es gut mit ihnen meinen...ich weis nicht wie aber sie merken es...
Früher als ich noch zu hause bei meinen Eltern gewohnt habe, hatten wir immer viele zugelaufene Tiere.Mein Vater hat dreimal einen Kanarienvogel vor dem Haus eingefangen-schon ein komischer Zufall...außerdem hatten wir Katzen, Tauben, Igel, Mäuse usw.Und das komische war, viele unserer Tiere waren verletzt als sie zu uns kamen...
einmal saß ein kleines Kätzchen direkt vor unserer Haustür, es hatte ein ganz blutiges Auge-war irgendwie geschlagen-oder getreten worden.Wir haben das Kätzchen aufgepäppelt und umsorgt...es blieb bei uns und gab uns soviel Liebe zurück!
Wir fanden es schon komisch, dass die Tiere immer den Weg zu uns fanden...sie blieben meistens und gaben uns soviel!
Jetzt wohnen wir in einer Wohnung im 3.Stock und haben leider keine Tiere, weil die Gegebenheiten einfach nicht passen.
Das fehlt mir sehr!Gerade jetzt in meiner Kinderwunschzeit!ich bin mit Tieren aufgewachsen...
Aber wir suchen jetzt etwas neues, wo wir auch einen Garten haben und mehr Platz-dann werden hoffentlich auch wieder Tiere bei uns wohnen...

Genauso hoffe ich ,dass auch bald unser Kind zu uns findet...Ich habe solche Sehnsucht nach ihm...es fehlt mir unendlich...vielleicht wartet es auch auf unser neues Heim, wo wir uns richtig wohlfühlen, bevor es zu uns kommt...
Es fällt mir einfach so schwer, wenn ich andere Babybäuche sehe...besonders wenn ich die Personen kenne.ich kann noch so glücklich und ausgeglichen sein,jedesmal verspüre ich einen Stich gefolgt von einem schmerzhaften Empfinden...und dann falle ich wie in ein Loch und muß mich erst wieder hochrappeln...obwohl ich mich wirklich für die jeweiligen Personen freue...tut es mir weh...
Ich wünsche mir ganz doll, dass ich eine Verbindung zu meinem Kind finde!So wie Du beschrieben hast, wenn ich andere Kinder auf dem Arm habe...und mich mit meinem Kind unterhalten kann...

Es tut mir Leid Biggi, dass ich jetzt ein wenig abgeschweift bin!Aber vielleicht ist es ja wirklich so, dass unsere Kinder genauso wie unsere Tiere den Weg zu uns finden...

Vielen Dank fürs zuhören!

Ganz liebe Grüße auch an alle anderen Forumsfrauen!


Flügel

Guten Morgen, meine Lieben,

es gibt so Zeiten, da scheint die Zeit einfach nur zu rennen.
Diese Zeit ist für mich so eine.

Aus meinem Küken wird ein Rapazzo.
Rapazzo nennt man- sehr anerkennend übrigens- in Portugal
die pubertierenden Jungen,
die zu gerne mit ihrer neuen Kraft angeben,
sie bei jeder Gelegenheit ausprobieren.

Konrad vergleicht die heranwachsenden Gössel
tatsächlich mit jungen Männern,
die auf ihren Motorrädern an einer roten Ampel
einen tierischen Alarm machen,
ihre Kraft zeigen.

Kleine Rapazzos.

Während der ganzen letzten Wochen begleitete mich die
Überlegung, ob Ramses eines Tages mit den andern Gänsen
fliegen wird, oder, ob er lieber bleiben mag.

Die Bauern hier im Dorf stutzen ihren Gänsen die Flügel.
Ich entschied mich dagegen.
Denn nur so hat mein kleiner Schützling die Chance,
frei zu wählen.
Sein wirkliches Glück zu finden.

Und aus diesen unglaublich kleinen Miniflüglen,
entstand fast jeden Tag ein neues, eigenes Wunder.
Erst wurden sie ein wenig länger,
später waren die ersten Kiele zu sehen,
und ständig wechselte das Farbenspiel,
was sich einem - ganz kurz nur- bot,
wenn er seine Flügelchen manchmal ausbreitete.

Wir übten mit ihm fliegen.

Ich rannte los, er folgte mir, nahm dann die Flügelchen hoch.

Ich dachte mir, er wird Kondition brauchen, und rannte immer öfter mit ihm.
Ansetzen zum Start könnte man das nennen.

Doch dann wusste ich nicht weiter,
denn abheben kann ich ja nicht vormachen.
Ich konnte es visionieren, aber nicht vormachen.

Da hörte ich auf mit den Startversuchen,
hoffte, dass er das Wissen um das Fliegen in sich hat.

Und tatsächlich.
Nach einiger Zeit begann er ab und zu mal
mit ausgebreiteten Flügeln auf der Stelle zu hüpfen,
so, wie vor Freude.
Und später hüpfte er auch mal während der Rennens.

Und ich kann was sehen,
was ich euch nicht zeigen kann.
Denn wenn ich mit ihm bin,
dann kann ich nicht gleichzeitig einen Fotoapparat halten,
auch ist meiner zu langsam,
denn diese Momente sind viel, viel, viel zu kurz.

Glücksmomente.

Seine Flügel sind wunderschön.
Wenn er sie hebt, dann ist darunter ein Streifen metallic-hellblau zu sehen.
Es ist das schönste blau, was ich je sah.

Ausgestreckt sind sie fast so lang, wie die ausgestreckten Arme meines
12- jährigen Sohnes,
nciht mehr lange,
dann sind sie so lang wie meine.

Gestern hatte ich unsere "Gute Fee" aus Tremmen zu Besuch,
sie hat einen kleinen Streichelzoo, voll mit Tieren, die andere Menschen
nicht mehr haben wollten. Schlimme Geschichten. Ein riesengroßes Herz.

Und wir waren im Garten und beobachteten Ramses eine ganze Weile
bei diesen Flugversuchen.
Und sie sagte nach langem Schweigen: " Er wird das Fliegen lernen, nicht wahr ?".

"Ja, sagte ich, das wird er."

Still standen wir weiter.

Während Ramses rannte und hüpfte,
und manchmal überschüssig den Poolrand "angriff",
war vollkommen klar, was eines Tages sein wird.

Die Wildgänse werden weiterziehen.
und er erkennt sie wieder.

(das weiß ich.
Wir haben doch mit ihm "Amy und die Wildgänse "auf Video gesehen haben,
da hat er auf die Ruflaute der Filmgänse definitiv reagiert.)

Er wird ihren Ruf hören.

Ganz gewiss.

Und dann ist erreicht, was zu erreichen war.

Er selbst kann sich entscheiden.

Er wird vermutlich eine große und sehr tiefe Sehnsucht in sich fühlen,
dann wird er lautgeben,
er wird losrennen,
er wird hüpfen,
und dann wird er starten.

Er wird mit seiner Art sein,
mit seiner Familie.

Er wird nach Hause fliegen.

Vielleicht habe ich das Glück,
in diesem Moment zuhause zu sein.

Und mir diesen wunderschönen
aber auch traurigen Moment mit ansehen zu dürfen.

Vielleicht darf ich auch dann dabei sein.

Vielleicht......

Lieber Morgengruss
Biggi


Gemüse


Meine Lieben,
bitte nicht wundern,

ich stelle jetzt noch ein Foto ein,
Ramses im Gemüsebeet,
aber das ist nun auch schon zwei Wochen her,
und es schien ja tagelang keine Sonne...

Er liebt Kohlrabi, Lauchzwiebeln und natürlich Kopfsalat und Rukula.
Nur Erdbeeren mag er nicht.
Und nach der Piri-Piri-Pflanze bekam er kurz Durchfall.

Je größer er wurde, desto weniger blieb im Gemüsebeet übrig,
also lasse ich nun das Unkraut stehen (ist ja auch mal schön)
denn Unkraut mag er auch,
so bleibt auch noch etwas Gemüse für meine familie übrig.

Er wächst immer schneller :-)

Ich werde dennoch versuchen, seine Flugversuche zu fotografieren,
jetzt übt er ja schon alleine, so dass ich das vielleicht anschaulich machen kann....

Kampf mit dem Pool

Diese wunderschönen Momente gehen einfach viel zu schnell vorbei.

Ich stelle euch dieses Bild ein,
weil man von diesem aus
seine Fantasie vielleciht ein wenig spielen lassen kann,
die Kraft ist zu sähen,
die Flugtauglichkeit,
und ich finde auch,
das Wunder an sich,
was immer mitspielt,
wenn etwas oder jemand wächst....

Hier kämpft er mal wieder mit dem Planschpool,
ab und zu trinkt er daraus,
das soll er natürlich nicht,
macht er aber

Wir chloren halt nicht mehr,
stellen aber dennoch überall im Garten kleine Tränken
für ihn hin.

(Kopie 1)

Liebe Biggi,

"zufälliger" Weise hatten wir in der HP Schule gerade auch eine Diskussion über die Gene die weitervererbt werden und warum die Natur selektiert und vor allem was passiert, wenn nicht mehr selektiert wird. So denke ich schon länger darüber nach und komme nicht so recht auf einen grünen Zweig.
Wenn wir jetzt bei der Repromedizin bleiben, dann haben wir hier ja schon oft, gerade innerhalb der Familienaufstellung gesehen, dass die Kinder z.B. gar nichts gegen eine medizinische Brücke haben, ja sogar manchmal brauchen. Wenn ich da hineinfühle, dann empfinde ich es als Mittel zum Zweck, aber nur dann nicht destruktiv, wenn die Eltern sich nicht automatisch auf diese Hilfe verlassen, sondern den Wink, dass es etwas im Leben zu verändern gilt, nämlich weil eben kein Kind "einfach so" kommt, sehen und annehmen und etwas tun. Nichts im Leben passiert aus Versehen, es liegt immer ein tieferer Sinn dahinter, den gilt es nicht zu missachten und einfach zum Arzt zu laufen und es wie ein Medikament die Repro zu kompensieren, als wäre nichts mehr dabei.
Eben das was uns so viele Ärtze weis machen wollen, ist doch nichts dabei. Sie brauchen nicht laufen lernen, wir haben spitzen Rollstühle....
Ich fühl mal weiter, vielleicht finde ich ja noch einen Faden :-)

Alles Liebe
Tina


Liebe Biggi

eigentlich sollte ich Hausarbeiten machen
eigentlich - doch deine Geschichte zieht
mich förmlich hierher um deine Geschichte
zu verfolgen um ja nichts zu verpassen...

Als ich las musste ich öfter lachen über das Bild
das in mir hoch kam als ich mir dich vorstellte einfach
köstlich - aber auch der ernste Hintergrund
deiner Geschichte fühle ich
sortiere diese Gedanken auch zur Zeit und
mache meine Erfahrunge mit meiner Katzendame, Schmetterlinge
,Raupen und Vögel und mein Rosenbäumchen...

Die Frage; dürfen wir in die Natur eingreifen, beschäftigte
mich auch sehr oder wie weit dürfen wir das?

Ich denke ja und nein? Hm, da schwirren mir
Gedanken durch den Kopf die ich nicht richtig in Worte
fassen kann...

Ein Erlebnis, dass noch nicht so lange her ist, lehrte mich so einiges...

Ich war mit meinem Motorrad unterwegs und fuhr
sehr flott vor mir ein Auto und auf einmal war innerlich eine
Art Warnsignal, dass mir deutlich machte achtsam zu sein
und huch was war das ein Stein der sich bewegte...

Es ging nicht anders ich musste zurück und da sah ich ihn
mitten in der Strasse piepte dieses Federknäuel...
Ich konnte nicht anders ich musste ihn mitnehmen
ich konnte ihn doch nicht auf der Strasse lassen,
warum überfuhr das Auto
ihn nicht, oder ich?
Ich denke weil er genau mir etwas beibringen wollte...

Ich machte ihm ein Nest und er schlief bald ein...wie bringe
ich das bloss meinem Mann bei, denn in zwei Tagen
würden wir in den Urlaub fahren...

Mein Mann sagte wir können nicht für ihn Sorgen,
was willst du ihn mitnehmen in den Urlaub....ich, iiij warum nicht...
Ich hatte ihn bereits voll in mein Herz geschlossen...
Es gab eine heftige Auseinandersetztung doch
schlussendlich brachte ich den kleinen Piepmatz
zurück denn die Argumente meines Mannes
klangen vernüftig auch wenn mein Herz
mir etwas anderes sagte...
Ich suchte ihm ein sicherer Plätzchen
in der Nähe wo ich gefunden hatte und
fütterte ihn noch mit den gefangenen
Insekten und bette ihn kuschelig in das Gras und
stiess ein Gebet aus, dass seine Mutter ihn finden möge...

Heute weiss ich, dass es das richtige war, dass ich ihn der
Natur überlassen habe...

Die Raupe die ich in Filigrante ertappte wie sie
meine Rosenblätter frass setzte ich auch wieder aus
denn sie schien nicht glücklich zu sein...

Doch meiner Katzendame gewähre ich Kuschelasyl
mein Mann wollte nicht das sie ins Haus kommt - doch
auch sie eroberte sein Herz - gestern Abend baute er ihr
ein Nest mein Männe...unglaublich...

Für mich stimmt dies so dass ich unterstützend in die
Natur eingreifen darf... sei dies in der Natur, Tieren
und auch in meinem Kinderwunsch,jedoch in dieser Demut,
dass die Natur eigentlich alles richtig macht!

Im Kinderwunsch habe ich die Erfahrung gemacht,
dass ich die hormonelle Unterstützung brauchte
als ich damals keine Kraft mehr hatte - doch
als ich wieder eine Zyste hatte trotz Hormonen
wusste ich, dass dies tiefer geht und ich fing an
mit meiner Wiblichkeit zu sprechen und ich kam/komme
wieder bei meiner Mutter an, die die Pille nahm, über Jahre
und ich musste sie immer holen beim Arzt, weil sie
keine Kinder mehr wollte...Verstrickungen...

Ich für mich denke es gibt Bereiche im Leben die keine
Kompromisse dulden - doch auf der anderen Seite
geht es nicht ohne - oder bin ich nu ganz falsch?

Hast du ein aktuelles Foto von deinem Federbaby?


Herzlichst

Liebe ...,

erstmal herzlichen Dank für deine Worte. Ich wollte mir den Link ansehen, leider ist das Musikvideo nicht in Deutschland abrufbar. Ich kenne aber das Lied, war ich doch früher sehr grosser Indochine Fan! Den Text habe ich gelesen (ich spreche französisch). Ja, es war eine Liebesgeschichte mit traurigem Ausgang, mein letzter Versuch nach den Sternen zu greifen. Ich denke aber auch, dass diese Liebe keinen Bestand gehabt hätte und unter den Belastungen kapputt gegangen wäre. Vielleicht haben wir uns auch nur auf den letzten Metern verpasst. Diese wollte ich nämlich mit ihm gemeinsam gehen. Irgendwie denke ich wir sind immer noch in Kontakt und so aus der Ferne, glücklich gebunden mit meinem Mann, kann ich weiter lieben. Ich habe erfahren, man kann mehr als einen Menschen lieben.

Und, ja, ich denke ich werde noch nicht aufgeben. Ich weiss nicht, ob ich das ganz grosse Glück in Händen halten werde, vielleicht das Glück mit kleinen Macken. Heute nacht habe ich geträumt, ich hätte einen Jungen geborgen, zwar gesund, aber als Frühgeburt...


Liebe ...,

ja, ich denke, ich werde meiner Schwester den Vortritt lassen. Ich möchte endlich diese Verstrickung mit meiner Schwester lösen. Auf die Gefahr hin, Freunde zu verlieren, die ich nur habe, weil sie eben meine Schwester ist. Ich glaube auch das ist im Sinne der Sippe. Sie ist stärker als ich und darauf vertraut die Sippe und sieht in ihr wohl ihr Fortbestehen eher verwirklicht. Ich denke, ich habe auch viele Qualitäten, aber vielleicht findet sich die alte, starke Sippe von meiner Mutter nicht darin wider.

Ich hoffe auch, ein kleines Glück wird mir nicht verwehrt bleiben...


Liebe Biggi,

danke für die Fortsetzung. Ja, die künstliche Befruchtung. Lange habe ich mit ihr gehadert. Lange habe ich gehofft, doch noch natürlich empfangen zu können. Ich glaube auch es wird immer schwieriger, sogar das Empfangen durch künstl. Befruchtung wird immer schwieriger. Ich habe die Hoffnung, dass sich die nächste Generation nicht so dumm anstellt wie wir, dass sie früher starten, wenn noch nicht so viel verbockt ist. Ich sehe immer mehr Paare, die die künstl. Befruchtung in Anspruch nehmen. Es ist tatsächlich kein schönes Verfahren. Das einzige, was dafür spricht: Es sind tatsächlich die eigenen Kinder, die man danach im Arm hält und keine Fremden, wie bei der Adoption. Wobei ich jetzt keine Grundsatzdiskussion über Adoption und Künstl. Befruchtung auslösen möchte.

Soviel dazu!

liebe Grüsse

Liebe Biggi,

in die Natur eingreifen erinnert mich auch an mein Feldmausbaby. Erst hatte ich es gerettet. Es wäre bestimmt bald gestorben. Aber vielleicht hab ich sein Leiden nur unnötig verlängert, indem ich es gerettet habe. Wer weiß sowas schon. Ich bin jedenfalls in das Leben dieses Mäusebabys eingetreten und hab es kurze Zeit gefüttert, es warm gehalten und trotzdem ist es gestorben. Irgendwie war ich der Verantwortung auch nicht so richtig gewachsen. So ein Mäusebaby muss ca. alle 2-3 Stunden gefüttert werden und nachts war das schon problematisch. In der Nacht, in der es dann gestorben ist, hab ich auch verschlafen, leider. Erst war ich sehr traurig dann aber irgendwie auch erleichtert, weil es schon eine sehr große Verantwortung war dieses kleine Wesen "künstlich" am Leben zu erhalten. Irgendwann hab ich mir gedacht, es wäre so oder so gestorben, weil es zu schwach und auch zu klein war, um den Winter zu überleben. Ich habe sein Leben nur kurze Zeit verlängert.

Meine Katze allerdings habe ich mit einer Woche gekriegt, weil die Mutter sich nicht um sie kümmern wollte/konnte. Und die lebt heute noch. Sie war auch teilweise ganz schwach und klein und in der Zeit als ich im Krankenhaus war (ja, genau zu diesem Zeitpunkt war ich schwanger und hatte die Fehlgeburt) musste ich sie wieder richtig aufpäppeln. Bei meinem Freund (jetzt Mann) wollte sie nicht so richtig fressen. Sie lebt aber man merkt es ihr sehr an, dass sie bei Menschen groß geworden ist und nicht bei einer Katzenmutti. Sie tretelt immer sehr viel und suddelt dann wie an einer Zitzte an unseren Wohldecken herum. Zudem ist sie alles andere als scheu und lässt sich im Gegensatz zu vielen anderen Katzen sehr gerne und lange am Bauch kraulen. Das ist sie gewöhnt von klein auf.

Ich glaube es greifen viele Menschen aus Tierliebe in die Natur ein. Ob es richtig oder falsch ist, kann man wohl nicht sagen. Der Eisbär Knut wurde auch gerettet. Und sein Tierpfleger musste irgendwann aufhören mit ihm zu schmusen. Ich glaube auch nicht, dass man als Mensch den Tieren alle notwendigen Verhaltensweisen beibringen kann. Es sei denn man beschäftigt sich sehr intensiv mit ihnen.

Ich sage immer: Alles was passiert hat einen Sinn. Und wenn Ramses grade Mittel zum Zweck ist damit du dich zu Hause wieder wie zu Hause fühlen kannst, hat er seine Aufgabe vielleicht schon erledigt. Da ich nicht an Zufälle glaube, wird das schon so seine Richtigkeit haben. Ich wollte grade noch was Wichtiges dazu schreiben und wurde abgelenkt und jetzt ist es leider weg.

Das Thema in Richtung Fruchtbarkeit und Empfängnis zu führen ist sehr interessant. Gibt es denn irgendwelche Studien oder Berichte darüber, dass IVF- und/oder ICSI-Kinder beispielweise Probleme mit der Empfängnis haben? Das würde mich auch interessieren. Das erste IVF-Kind ist doch letztes Jahr 30 geworden. Ich persönlich bin gerade dabei meinen Bauch auf eine Hormonstimulation vorzubereiten. Mein Therapeut hat gesagt, dass ich statt Angst/Unsicherheit und denn ganzen anderen Gefühlen vielleicht auch mal Dankbarkeit und Vertrauen in diese Methoden zeigen sollte. Das ist nicht so leicht, aber ich bin auf dem Weg dahin.

Seitdem du hier wieder schreibst, träume ich seltsamerweise wieder intensiver und erinnere mich daran. Diese Nacht war sogar ein kleines Küken in meinem Traum. Will Smith der mich und meine Eltern besuchen kam (manchmal träume ich noch von der glücklichen Familie obwohl ich ein erwachsenes Scheidungskind bin), hat ein kleines Küken gefunden und es uns vorbei gebracht. Ich habe mich sehr gefreut und erinnerte mich aber gleichzeitig auch daran, dass es nicht sauber wird. Meine Eltern hatten es seltsamerweise in einen Behälter mit Wasser gesteckt und ich hab es daraus befreit. In dem Traum ist es immer wieder verschwunden und dann wieder aufgetaucht. Ich hab es ganz oft suchen müssen und teilweise sogar retten. Doch sehr interessant der Traum.

So, das langt jetzt aber. So lange Postings will doch keiner lesen.

Liebe Grüße

Liebe Biggi,

doch, ich denke, man darf das in der Weise, wie Du Ramses adoptiert hast.

Gibt es doch auch unter verschiedenen Tierarten diese Adoptionen.
Da überlegt die Hündin auch nicht viel, ob das kleine verwaiste Kätzchen jetzt bei ihr trinken sollte.
Die macht das einfach und findet es klasse.

Dein kleines Gänsekind wird vielleicht nicht ganz so immer in die richtige Richtung rennen, aber zum Überleben ist es doch stark genug.
Und das allein will das Leben - eine Chance.

Außerdem hätten wir dann kaum von der Biggi gehört, die da schimpfend im Garten steht und wild gestikuliert.
Da hätte ich gerne mal Mäuschen gespielt!

Neulich wäre ich übrigens fast zur Diebin geworden.
Stand da doch am Straßenrand ein Achtungschild mit der Aufschrift:

Vorsicht! Aggressive Greifvögel!

Das hätte ich ja zu gerne gehabt...(hab' mich dann aber doch beherrscht)!

Ganz liebe Grüße

Liebe Biggi,
ja auch bei mir triffst du da einen Gedanken oder besser ich fühle mich ertappt, denn ich habe ja schon in die Natur eingegriffen.
Ich habe lange Zeit die Spirale getragen. Damit habe ich in die Natur eingegriffen. Heute vermute ich, dass diese Entzündung, die wir nur so schwer los bekommen daher kommt oder davon begünstigt wurde. Mein heutiger FA hat auch zu mir gesagt, dass er einer Frau die noch einen Kinderwunsch hat nie eine Spirale setzen würde. Leider kam er einige Jahre zu spät. Nun muss versuche ich erst Mal mit Medikamenten und Naturheilmittel mich zu heilen, wo ich doch zuvor fruchtbar war! Aber die Frage dahinter ist ja auch: Warum habe ich die Spirale akzeptiert und damit in die Natur eingegriffen, denn eigentlich mag ich das nicht? Eben weil ich einmal ungewollt schwanger wurde und damit völlig alleine gelassen wurde. Weil ich doch noch gerne eine Familie wollte und weil "moderne" Männer sich nicht sofort für eine Frau auf ewig entscheiden können, wenn sie sie nicht vorher ein paar Jahre ausprobiert haben.
Bei meinem Ehemann hätte ich die Spirale gar nicht gebraucht, er hat von Anfang an die Verantwortung darüber übernehmen wollen. Aber ihn habe ich leider erst sehr spät kennen gelernt.
Ich selbst bin eigentlich ein wenig wütend auf die Generation, die behauptete die Bäuche gehörten jetzt den Frauen und sie könnten selbst entscheiden, wann und ob sie Kinder wollen. In meiner Jugend war es so, dass eine Frau über 20 als "noch Jungfrau" unter sozialen Druck geriet.
Man hat den Frauen künstliche Mittel an die Hand gegeben, damit sie nicht fruchtbar sind und Jahre später muss man nun mit künstlichen Mitteln versuchen sie wieder fruchtbar zu machen. Und eben diese Vorstellungen vermittelt auch jungen Männern, dass sie erst mal keine Verantwortung übernehmen müssen. Das sind meine Gedanken und Schmerzen dazu.
Als ich eben schwanger und alleine war, wusste ich, dass es schwer wird.
Dass es sein kann, dass ich eben keine Familie mehr haben werde, weil ich mein Kind trotz aller widrigen Umstände bekommen wollte. Das Risiko bin ich eingegangen. Heute ermahne ich mich manchmal und sage mir: Was jammerst du, du wusstes das der Weg schwer wird und das ist nur eine weitere Etappe deines Weges, los geh!
Andererseits liebe Biggi, habe ich auch darüber nachgedacht, dass die Natur Ramses ja gerade DIR vor die Füsse gesetzt hat. Und damit hat SIE doch eingegriffen. Jemand anderes hätte Ramses gar nicht gesehen oder übersehen... Selbst wenn Ramses "wie" eine Wildgans erzogen wird und sich auch so verhält, wird er es doch nie sein, sondern immer über ein Erleben verfügen und Überleben, das er als ganz "normale" Wildgans nie gehabt hätten, und das hast du ihm geschenkt.


in die natur eingreifen?


hallo ihr lieben,

ich muss mich mal hier einschalten.ich komme aus dem tierschutz.es war eine art therapie als teenager ,um von meinen alkoholkranken eltern fernzubleiben.
tag für tag sass ich da bei den hunden im tierheim,fühlte ihre traurigkeit und versuchte sie abzulenken.

meine eigene welt war nicht in ordnung ,also wollte ich die welt da draussen ein bisschen besser machen.anstatt zu resignieren ,lernte ich viel.

darum geht es auch bei knut .die welt ist manchmal schlecht und durch eine tierrettungsaktion haben wir immer die chance die welt ein bisschen besser zu machen.für die erlösung unseres seelenheils.und das ist in ordnung.
maggie du schreibst hier du hast das leiden der maus vielleicht unnötig verlängert ,falsch...das wollen uns dumme menschen einreden,jäger manchmal auch tierärzte...die maus ,sie hat deine wärme gespürt,sie war nicht mehr hungrig...

2008 war für mich ein komisches jahr:
es fing damit an ,dass ich eine börse mit 1300 euro auf der strasse fand.
ich gab sie zurück.das ganze geld ,es war so eine grosse versuchung für mich,ich schaffte es dem geld zu widerstehen.

im juli fand ich dann einen wellensittich mitten in der stadt ,keiner konnte ihn fangen ,also musste ich ihn fangen.er bekam eine frau und ein schönes zuhause bei einem bekannten,weil niemand nach ihm suchte.

im august fanden wir ein halbtotes meerschweinbaby,wir nahmen es mit gaben ihm in einer spritze reisschleim.heisse kindertränen flossen über meinen arm als es 5 tage später starb.erst verfluchte ich mich innerlich dafür ,es mitgenommen zu haben .das schluchzen auf meinem schoss
bebte ,der schmerz meines sohnes über die endlichkeit des lebens,so heftig,schliesslich auch bei mir tränen flossen.....

im oktober wurde ein meerschweinbaby vor der kita meines sohnes ausgesetzt,wir waren dabei als es gefunden wurde .naja auch dieses
schweinchen schaffte es nicht bei uns....

im november hatten wir mal wieder futterdienst in der kita und da sah ich ein apathisches schwein....es hatte allerschlimmsten durchfall ...das ganze wochenende kämpfte ich um das leben (mit kochsalzlösunginjektionen )mit erfolg...eine woche später wollte ich das tier wieder aussetzen im kitagehege...aber es warf ein junges bei mir 40 g , viel zu klein,
auch das kam durch....

im februar fuhr mein freund in den skiurlaub ,auch er hat ein schweinchen.
das bekam einen abzess vorher ,unter dem auge.
er fuhr trotzdem.mit dem satz :du kriegst das schon hin...
abzesse gehören aber zum tierarzt,die schweinchen kriegen trotzdem meistens eine vergiftung,das wusste ich...
es ging um viel mehr als um das schweinchen...
die einzige vernünftige berliner tierärztin war im urlaub.
geld für einen anderen tierarzt war nicht da....
ich wollte nicht ,aber ich musste helfen.
ich punktierte ,gab hömöopathika ,kühlte ....
der abzess ging wirklich auf,das ist selten...

linda tellington jones (eine wildtier und haustierflüsterin)sagt immer der kreis schliesst sich irgendwann.mein kreis hat sich geschlossen .
felix (so heisst das abzess schwein) wurde vater .sie sahen genau wie das erste baby aus ,welches wir gefunden haben.
trotzdem wenn ich irgendwann nochmal denke ,dass ich bestimmt niemals eine gute tierärztin werde ,kommt bestimmt wieder irgendwoher ein krankes schwein....

dies kämpfe um das leben eines tieres erinnern mich immer an den alten mann und das meer ,es geht eigentlich um viel mehr dabei...
z.B. den kindern auch ehrfurcht vor dem leben beizubringen



Hallo,

mir ist heute etwas sehr merkwürdiges passiert. Ich bin ja zur Zeit hier in Frankreich und fahre morgens immer über einsame Landstrassen. Im Radio sagten sie gerade, dass heute die Waagen den besten Tag hätten (bin Waage) und da schaue ich so hoch und sehe eine einzelne grosse Wildgans über mich hinwegfliegen. Die sind doch so gräulich/bräunlich und haben einen langen Hals? Ist das mein "Klapperstorch" gewesen? Das wär ja toll. Jedenfalls war ich ganz verwirrt und hatte den ganzen Tag ein ziemlich debiles Grinsen im Gesicht. Ich glaube, ich habe noch nie so ein Tier in freier Wildbahn gesehen.
Liebe Grüsse an alle.

liebe ...,
gerne würde ich dir so pling die schuldgefühle wegzaubern, wenn ich könnte.. stattdessen sage ich: bitte hör auf, dir wegen der spirale so schuldgefühle zu machen (sag ich jetzt einfach mal so, auch wenn es leichter gesagt als getan ist).
was heißt das denn "in die natur eingreifen"? das tun wir doch in jedem fall, wenn wir verhüten! deshalb sind ja erzkatholiken auch gegen kondome. "die natur" ist immer das, was wir in ihr sehen. es gibt sie ohne die sicht des menschen nicht. sie "will" auch nichts im menschlichen sinne. und sie "bestraft" dich deswegen auch nicht.
der grund, warum du die spirale genommen hast, ist auch total verständlich! und es ist ja ein noch weniger starker eingriff als z.b. die pille. ich wollte einmal die spirale nehmen, weil ich keine lust hatte, hormone zu schlucken - das einsetzen ist aber gescheitert.
deine wut kann ich verstehen - auf die damals neuen verhütungsmittel, die den frauen an die hand gegeben wurden und den männern die verantwortung nahmen. aber darin schimmert auch ein opfergefühle durch und du hast selber letztens gesagt, dass das ja auch ein thema hier sei...
wir, die frauen, haben diese mittel auch genutzt, aktiv. aus gutem grund. wir sind kinder unserer zeit - ebenso wie die männer. es sschwingt auch verbitterung über die "modernen" männer in deinen worten mit. ist denn dein lieber ehemann nicht auch ein moderner mann? und meinst du nicht, dass es eben deshalb so gut mit euch ist, weil ihr euch eben später kennengelernt habt, in einer ganz anderen lebensphase?
all diese gedanken gingen mir durch den kopf, die dir nur helfen sollen, dich in einer aktiveren position zu fühlen und dich nicht "selbst zu schlagen".
liebe grüße!


Liebe Biggi!

Ich danke Dir für diese tolle, lebendige Geschichte von Ramses und den anderen Wildgänsen.Sie hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht...nachdenklich über die Frage ob man in die Natur eingreifen darf...Ich denke es ist ganz natürlich und instinktiv, dass man so ein kleines verweistes Küken beschützen möchte...man nimmt es mit und versucht ihm so gut wie möglich ein neues Zuhause zu geben.Nach bestem Wissen und Gewissen...natürlich kann man die Gänsemama nicht ersetzen, aber man kann ihm eine andere Mama sein und ihn einfach umsorgen und liebhaben...und die Natur entscheidet dann ganz allein ob er es schafft oder nicht...aber ohne Dich hätte er wenig Chance gehabt...
Ich denke verweiste Tiere suchen sich instinktiv Menschen, die es gut mit ihnen meinen...ich weis nicht wie aber sie merken es...
Früher als ich noch zu hause bei meinen Eltern gewohnt habe, hatten wir immer viele zugelaufene Tiere.Mein Vater hat dreimal einen Kanarienvogel vor dem Haus eingefangen-schon ein komischer Zufall...außerdem hatten wir Katzen, Tauben, Igel, Mäuse usw.Und das komische war, viele unserer Tiere waren verletzt als sie zu uns kamen...
einmal saß ein kleines Kätzchen direkt vor unserer Haustür, es hatte ein ganz blutiges Auge-war irgendwie geschlagen-oder getreten worden.Wir haben das Kätzchen aufgepäppelt und umsorgt...es blieb bei uns und gab uns soviel Liebe zurück!
Wir fanden es schon komisch, dass die Tiere immer den Weg zu uns fanden...sie blieben meistens und gaben uns soviel!
Jetzt wohnen wir in einer Wohnung im 3.Stock und haben leider keine Tiere, weil die Gegebenheiten einfach nicht passen.
Das fehlt mir sehr!Gerade jetzt in meiner Kinderwunschzeit!ich bin mit Tieren aufgewachsen...
Aber wir suchen jetzt etwas neues, wo wir auch einen Garten haben und mehr Platz-dann werden hoffentlich auch wieder Tiere bei uns wohnen...

Genauso hoffe ich ,dass auch bald unser Kind zu uns findet...Ich habe solche Sehnsucht nach ihm...es fehlt mir unendlich...vielleicht wartet es auch auf unser neues Heim, wo wir uns richtig wohlfühlen, bevor es zu uns kommt...
Es fällt mir einfach so schwer, wenn ich andere Babybäuche sehe...besonders wenn ich die Personen kenne.ich kann noch so glücklich und ausgeglichen sein,jedesmal verspüre ich einen Stich gefolgt von einem schmerzhaften Empfinden...und dann falle ich wie in ein Loch und muß mich erst wieder hochrappeln...obwohl ich mich wirklich für die jeweiligen Personen freue...tut es mir weh...
Ich wünsche mir ganz doll, dass ich eine Verbindung zu meinem Kind finde!So wie Du beschrieben hast, wenn ich andere Kinder auf dem Arm habe...und mich mit meinem Kind unterhalten kann...

Es tut mir Leid Biggi, dass ich jetzt ein wenig abgeschweift bin!Aber vielleicht ist es ja wirklich so, dass unsere Kinder genauso wie unsere Tiere den Weg zu uns finden...

Vielen Dank fürs zuhören!

Ganz liebe Grüße auch an alle anderen Forumsfrauen!


Flügel

Guten Morgen, meine Lieben,

es gibt so Zeiten, da scheint die Zeit einfach nur zu rennen.
Diese Zeit ist für mich so eine.

Aus meinem Küken wird ein Rapazzo.
Rapazzo nennt man- sehr anerkennend übrigens- in Portugal
die pubertierenden Jungen,
die zu gerne mit ihrer neuen Kraft angeben,
sie bei jeder Gelegenheit ausprobieren.

Konrad vergleicht die heranwachsenden Gössel
tatsächlich mit jungen Männern,
die auf ihren Motorrädern an einer roten Ampel
einen tierischen Alarm machen,
ihre Kraft zeigen.

Kleine Rapazzos.

Während der ganzen letzten Wochen begleitete mich die
Überlegung, ob Ramses eines Tages mit den andern Gänsen
fliegen wird, oder, ob er lieber bleiben mag.

Die Bauern hier im Dorf stutzen ihren Gänsen die Flügel.
Ich entschied mich dagegen.
Denn nur so hat mein kleiner Schützling die Chance,
frei zu wählen.
Sein wirkliches Glück zu finden.

Und aus diesen unglaublich kleinen Miniflüglen,
entstand fast jeden Tag ein neues, eigenes Wunder.
Erst wurden sie ein wenig länger,
später waren die ersten Kiele zu sehen,
und ständig wechselte das Farbenspiel,
was sich einem - ganz kurz nur- bot,
wenn er seine Flügelchen manchmal ausbreitete.

Wir übten mit ihm fliegen.

Ich rannte los, er folgte mir, nahm dann die Flügelchen hoch.

Ich dachte mir, er wird Kondition brauchen, und rannte immer öfter mit ihm.
Ansetzen zum Start könnte man das nennen.

Doch dann wusste ich nicht weiter,
denn abheben kann ich ja nicht vormachen.
Ich konnte es visionieren, aber nicht vormachen.

Da hörte ich auf mit den Startversuchen,
hoffte, dass er das Wissen um das Fliegen in sich hat.

Und tatsächlich.
Nach einiger Zeit begann er ab und zu mal
mit ausgebreiteten Flügeln auf der Stelle zu hüpfen,
so, wie vor Freude.
Und später hüpfte er auch mal während der Rennens.

Und ich kann was sehen,
was ich euch nicht zeigen kann.
Denn wenn ich mit ihm bin,
dann kann ich nicht gleichzeitig einen Fotoapparat halten,
auch ist meiner zu langsam,
denn diese Momente sind viel, viel, viel zu kurz.

Glücksmomente.

Seine Flügel sind wunderschön.
Wenn er sie hebt, dann ist darunter ein Streifen metallic-hellblau zu sehen.
Es ist das schönste blau, was ich je sah.

Ausgestreckt sind sie fast so lang, wie die ausgestreckten Arme meines
12- jährigen Sohnes,
nciht mehr lange,
dann sind sie so lang wie meine.

Gestern hatte ich unsere "Gute Fee" aus Tremmen zu Besuch,
sie hat einen kleinen Streichelzoo, voll mit Tieren, die andere Menschen
nicht mehr haben wollten. Schlimme Geschichten. Ein riesengroßes Herz.

Und wir waren im Garten und beobachteten Ramses eine ganze Weile
bei diesen Flugversuchen.
Und sie sagte nach langem Schweigen: " Er wird das Fliegen lernen, nicht wahr ?".

"Ja, sagte ich, das wird er."

Still standen wir weiter.

Während Ramses rannte und hüpfte,
und manchmal überschüssig den Poolrand "angriff",
war vollkommen klar, was eines Tages sein wird.

Die Wildgänse werden weiterziehen.
und er erkennt sie wieder.

(das weiß ich.
Wir haben doch mit ihm "Amy und die Wildgänse "auf Video gesehen haben,
da hat er auf die Ruflaute der Filmgänse definitiv reagiert.)

Er wird ihren Ruf hören.

Ganz gewiss.

Und dann ist erreicht, was zu erreichen war.

Er selbst kann sich entscheiden.

Er wird vermutlich eine große und sehr tiefe Sehnsucht in sich fühlen,
dann wird er lautgeben,
er wird losrennen,
er wird hüpfen,
und dann wird er starten.

Er wird mit seiner Art sein,
mit seiner Familie.

Er wird nach Hause fliegen.

Vielleicht habe ich das Glück,
in diesem Moment zuhause zu sein.

Und mir diesen wunderschönen
aber auch traurigen Moment mit ansehen zu dürfen.

Vielleicht darf ich auch dann dabei sein.

Vielleicht......

Lieber Morgengruss
Biggi


Gemüse


Meine Lieben,
bitte nicht wundern,

ich stelle jetzt noch ein Foto ein,
Ramses im Gemüsebeet,
aber das ist nun auch schon zwei Wochen her,
und es schien ja tagelang keine Sonne...

Er liebt Kohlrabi, Lauchzwiebeln und natürlich Kopfsalat und Rukula.
Nur Erdbeeren mag er nicht.
Und nach der Piri-Piri-Pflanze bekam er kurz Durchfall.

Je größer er wurde, desto weniger blieb im Gemüsebeet übrig,
also lasse ich nun das Unkraut stehen (ist ja auch mal schön)
denn Unkraut mag er auch,
so bleibt auch noch etwas Gemüse für meine familie übrig.

Er wächst immer schneller :-)

Ich werde dennoch versuchen, seine Flugversuche zu fotografieren,
jetzt übt er ja schon alleine, so dass ich das vielleicht anschaulich machen kann....

Kampf mit dem Pool

Diese wunderschönen Momente gehen einfach viel zu schnell vorbei.

Ich stelle euch dieses Bild ein,
weil man von diesem aus
seine Fantasie vielleciht ein wenig spielen lassen kann,
die Kraft ist zu sähen,
die Flugtauglichkeit,
und ich finde auch,
das Wunder an sich,
was immer mitspielt,
wenn etwas oder jemand wächst....

Hier kämpft er mal wieder mit dem Planschpool,
ab und zu trinkt er daraus,
das soll er natürlich nicht,
macht er aber

Wir chloren halt nicht mehr,
stellen aber dennoch überall im Garten kleine Tränken
für ihn hin.

Liebe Biggi!

So ist es eben mit unseren Kindern, den menschlichen wie den tierischen! Und ich bin mir sicher, so wie du es beschreibst, dass du ihm alles mitgegeben haben wirst, was er braucht für sein Erwachsenenleben. Die Sicherheit geliebt zu werden und ein glückliches Zuhause mit einer wunderschönen Kindheit gehabt zu haben!

Als ich dich las, bin ich über das "Flügelstutzen" gestoßen und ich weiß jetzt schon nicht genau, ob ich meine Gedanken so verständlich machen kann, aber ich glaube rückblickend, dass ich unseren Seelchen unbewusst ihre Flügel gestutz habe und sie so gar nicht bei uns landen konnten. Ich habe sie so heißt und innig herbeigesehnt, aber immer auch mit Forderungen meinerseits.
"Jetzt wird es aber langsam Zeit! Warum dauert das denn so lange?!"
oder um mich glücklich zu machen, oder mir Entscheidungen abzunehmen, um mich zu "erlösen" und mit einem vorwurfsvollen:"Ich habe dich doch schon gehört und gespürt! Wo bleibst du denn?"
ICH im Zentrum, so wie du es in einem anderen Posting beschrieben hast und dadurch wurden ihm seine zarten Flügelchen gestutzt und es wagte den Sprung, den Flug zu uns nicht, denn es wusste, diese Flügel würden es nicht tragen!

Inzwischen hat sich so viel bei mir getan und ich glaube, ich schenke unseren Seelchen mittlerweile genauso viel Vertrauen und Liebe und Mut, wie du deinem Wildgänschen! Ich weiß, dass sie es können! Sie sind ganz in meiner Nähe und sie können fliegen! Sie WERDEN fliege, sobald ihr Zeitpunkt gekommen ist! Die Flügel tragen sie jetzt!

Und ich hoffe, ich werde es schaffen ihre Flügel ihr ganzes Leben über zu pfelgen und nicht zu stutzen, damit sie kraftvoll und sicher irgendwann alleine durch ihr Leben gleiten können!

Liebe Grüße,

Das ist wirklich ein so reizender Kerl...

Ich freue mich schon auf das "Flugversuchphoto"

In so einem Prozess vom schlüpfen bis zu den Flugversuchen bis hin zum Abschiednehmen spiegelt sich so viel wieder....

Liebe Grüsse

Liebes,

wenn ich dies lese, dann bekomme ich Gänsehaut.

(Ach du liebe Zeit, was für eine Wortspielerei, ich meine das aber ernst)

Es berührt mich sehr.

und: Ja, das ist eine ganz zauberhafte Vorstellung,
wenn wir den Menschen die wir lieben,
Flügel ermöglichen.
Unseren Kindern am allermeisten.

Ja, das wünsche ich mir,
hab Dank für dieses schöne Bild:

Ich wünsche mir Flügel für alle unsere Kinder!!!!!!!!!!!

verzauberte Grüße

Biggi


Liebe Biggi,

Ja sehr schönes Bild, danke
und dein "Rapazzo" ist ja so etwas
von knuddelig!!!

Als ich ihn so angeschaut habe kam mir;
ja er wird fliegen wenn seine Zeit gekommen
ist...er sieht sehr selbstbewusst aus...
bei der Liebe und Fürsorge die er kriegt...

Liebe = Selbstbewusst= Selbstvertrauen= Kraft zum fliegen
Kraft zum Empfangen, Kraft zum Leben...

genährte Grüsse

Flügge werden


Hallo, meine LIeben,


ich habe es heute wirklich noch einmal versucht,
hier die Fotos...

lg
Biggi

Liebe Biggi!
Ich finde die Bilder von Ramses wunderschön.
Vor allem das letzte, wie er seine Flügel ausbreitet und fast ein bißchen tollpatschig wirkt, aber er versucht es, immer und immer wieder, bis er es kann, das fliegen.
Und, er weiß, dass er es kann. Und wir wissen es auch. Der Ruf in ihm wird stärker sein als alles das, was er zurückläßt.
Meine Tochter ist 18 inzwischen, und wenn ich Ramses so sehe, denke ich an sie, an ihre Flugversuche, an ihre Sehnsucht im Herzen, an ihr staunen, an ihren Mut.
Und, ich merke nochmal was ganz tief in mir, während mir die Tränen wie in Bächen runterlaufen, in mir drin ist sie auch, die Sehnsucht nach dem Fliegen.
Wie oft lassen wir uns die Flügel stutzen, noch schlimmer, wie oft stutzen wir sie uns selbst?
Aber, sie wachsen nach und dann gehts los mit einem neuen Flugversuch!
Ein Flugversuch hinein ins Leben, mitten rein, nicht nur an den Rand, als passiver Zuschauer.
Ramses zeigt uns allen hier so viel, er öffnet uns neue Türen.
Herzlichen Dank, lieber Ramses, dass es dich gibt
und
herzlichen Dank, liebe Biggi, dass du uns als seine Mama an deinen Gefühlen und an seinem Leben teilhaben läßt.
Jetzt kommt sie wieder, ganz ganz leise, die Freude am Leben,
und die Dankbarkeit, hier sein zu dürfen, zu leben und zu lieben,
alles was ist.
Alles Liebe

Liebe Biggi

danke für die schönen Foto`s und
das teilhaben dürfen.

Ich dachte mir wie wunderschön es dein Ramses,
so heisst der kleine,kühne Rapazzo doch...
es hat und ja wie unbeholfen er wirkt und doch
so stolz und selbstbewusst er doch aussieht...
er hat noch Zeit bis zum Herbst - das Fliegen zu üben,da
fliegen die Gänse ich habe mal ein sehr schönen Film gesehen
der mit den Gänsen fliegt oder so...
Kehren die Gänse nicht jedes Jahr zurück...

Gute Nacht und ein Gänsgruss an Rapazzo- Ramses

Liebe Biggi,
Ihr Lieben,

Vielen, vielen Dank dafür,
wie du uns die Geschichte mit Ramses hier näher bringst.
Mit geht sie sehr nahe,
sie klopft da an gewisse Gefühlstüren.

Dass er eines Tages fliegen wird,
vielleicht eines Tages dich verlassen wird,
du bei diesem Moment dabei sein möchtest,
der zur gleichen Zeit schön, faszinierend
und natürlich sehr traurig sein wird.

Das hat mich grade zu Tränen gerührt.

Loslassen, Abschied nehmen.
Und doch
ist das so wichtig,
der Lauf des Lebens.

Bert Hellinger schreibt ja in einem seiner Bücher,
das ich übrigens grade mit großem Interesse und Hingabe lese,
dass bei der Familienaufstellung die Kinder, wenn sie erwachsen werden,
den Eltern den Rücken zukehren,
sich von ihnen wegdrehen
und in die Ferne, in die Zukunft sehen.
Das ist dann für die Kinder und auch die Eltern gut so.
Auch wenn das sicher nicht so leicht ist.
Z.B. wenn's den Eltern nicht so gut geht,
od. nur noch ein Elternteil lebt.
Trotzdem: das Leben heisst fliegen,
loslassen, Abschied nehmen,
fliegen.
Was für ein schönes, intensives Bild!
Danke dir und Ramses dafür.

Noch etwas möchte ich euch an dieser Stelle erzählen.
Vor kurzem habe ich eine Traumreise (die mit der Silberschnur) gemacht.
Ich war bei meinen Kinderseelen
und konnte ihnen Umhänge mitbringen.

Das kann man sich so vorstellen.
Seit geraumer Zeit habe ich schon so einen Umhang.
Ein weicher, kuscheliger Umhang,
den ich mir immer dann ganz bewusst um die Schultern lege,
wenn es darum geht,
Vertrauen zu haben,
Vertrauen zu leben.
Dieser Umhang ist mein Vertrauen,
der mich wärmt, mir Sicherheit und Zuversicht gibt.
.... und mir manchmal auch Flügel verleiht!

Und genau so einen Umhang habe ich auch meinen Kinderseelchen gebracht.
Für jedes einen weichen, warmen, kuscheligen Umhang,
der ihnen Geborgenheit und Vertrauen geben soll.
Und das Schöne dabei ist:
wenn man diesen Umhang ganz weit ausbreitet
- fast so wie Ramses seine Flügel -
kann man damit fliegen.
Der Umhang - das Vertrauen - verleiht Flügel.

Eines Tages werden unsere Seelchen
mit diesem Vertrauen
entlang der Silberschnur zu uns kommen.
Und genau dieses Vertrauen soll uns dann auch begleiten,
wenn sie eines Tages wieder ziehen müssen.

Irgendwie ein schöner Gedanke,
den Ramses mit seinen Flugversuchen
in mir wieder wachgerufen hat.

Vielen Dank dafür!

Alles Liebe

Liebe Biggi!

Ja, was wäre es schön, wenn du dabei sein darfst, wenn er losfliegen wird mit seiner Art!
Und im Flug wird er sich dann wohl auch nicht mehr verlaufen können, wie er es quer durch dein Gemüsebeet tat - denn dann ist ja immer direkte Luftlinie angesagt!
Ich glaube auch, (der nun gar nicht mehr so kleine) Ramses hat das Fliegen quasi schon in sich und es muss ihm gar nicht wirklich "beigebracht" werden. Wie du schon schreibst wird er sich bestimmt beim Ruf der Wildgänse vollständig "erinnern" und dann dieses Wissen mobilisieren können.

Übrigens...kann hinter so viel Wunder dann einfach "nur" Evolution oder der "Lauf der Natur" stecken? Ich glaub' das ja jedenfalls immer noch nicht...

Naja, jetzt bin ich erstmal gespannt, wie's weiter geht!

Lieben Gruß an dich und ein freundliches "Wiwiwiwi" an Ramses!

Mein Baby fliegt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ihr Lieben,

ich bin noch soo aufgeregt, ich muss das jetzt jemandem erzählen..........

puh.

Es fing schon heute Morgen an, als Heike und Bata zum Frühstück kamen.
Wie immer machte ich gerade wieder Flugübungen mit Ramses.

Er hat kontinuierlich das Fliegen geübt,
und ich staunte, wie klein seine Fortschritte doch sind.
Mir war nicht klar, dass die Wildgänse das echt üben müssen.

Moni hat mir Gott sei Dank ein Buch geschenkt "Tagebuch einer Gänsemutter", so dass ich nochmal viel mehr verstehen konnte.
Dank dir liebe Moni..

In den letzten Tagen gelang es ihm, über unseren kleinen Pool zu fliegen,
so einen Meter hoch etwa.
Und immer, wenn ich das sah, dann applaudierte ihm,
lobte ihn, und rief danach: Komm! Komm! Komm!

Ich wusste schon, dass in dieser Flugübungszeit man die Gänse immer wieder suchen muss, eine ganze Zeit lang, solange, bis sie alle Mannöver
richtig beherrschen und vor allem bis sie eine Punktlandung hinbekommen.

Gestern sagte ich noch zu Heike: Ok, es ist der Pool, er muss später aber
mal über die ganze Ostsee- das schafft der doch nie!

Heike sah mich nur scharf an und ich korrigierte sofort:
"Oh Mann, hab ich eine Sorge, dass er genug Kondition für eine Meeresüberquerung ansammelt.....- lieber Himmel mach, dass er das schaffen kann.

Inzwischen sammeln sich hier schon die anderen Wildgänse, manche
fliegen morgens übers Haus, Ramses sieht die ganz genau, er ruft sie,
und dann tut er mir oft leid, dann ist da ein kleiner Schmerz, weil ich glaube, seine Sehnsucht nach seinen Artgenossen spüren zu können.

Oh Mann, ich quassel aber durcheinander, was?
Sorry.

Heute morgen dann ser SUPER-Start: Abheben kurz vorm Pool, ein Meter Höhe, dann zwei Meter Höhe, dann drei!!!!!!!!!.... und dann flog er das erste mal
um die Ecke, ums Haus, war vielleicht auf vier Meter hoch,
um dann eine gekonnte Bruchlandung auf Heikes Rasen hinzulegen.

Wir drei Weiber haben gejubelt, applaudiert, gelobt und gerufen.
Was für ein Fest.

Ich rief dann meinen Mann an, und musste ihm das erzählen.
ich bat ihn aber auch, mir eine gute Kneifzange da zu lassen,
falls ich einen Anfall bekomme und den ollen Stacheldraht, den unser Nachbar
(eine Baumschule" über seinen zaun gezogen hat.

Es war nur so eine Ahnung..

Heute Abend dann, wir übten wieder, da hebt mein Vogel ab in die Lüfte!

Ganz, ganz , ganz weit nach oben.

Kilian und ich wir lobten ihn, und als wir sahen, der fliegt jetzt echt weg,
da riefen wir "Komm! Komm! Komm hierher. Schöner Vogel! Komm!"

Wie kann man einen solchen Augenblick nur beschreiben.

Ich freute mich so sehr für Ramses,
der war soo aufgeregt, er rief nach uns,
aber es klang auch soo viel Stolz aus ihm.

Also lachte und weinte ich gleichzeitig.

Sagte noch zu Kili: Schau noch mal hin, vielleicht tritt er jetzt seine große Reise an.

Ramses drehte drei oder vier Runden um unsere Häuser.
ich weiß es gar nicht mehr so genau.
Das ist so ein gefühl ausserhalb der Zeit.
Kurz nur.
Und gleichzeitig ewig lang.

Ramses setzte zur Landung an.
Kam immer wieder direkt auf uns zu.
Die vielen Bäume hinderten ihn am landen,
und uns daran, ihn fortwährend zu beobachten.
So entstanden Sichtlücken,
winzige kleine Sekunden, wo ich in Sorge war, dass er irgendwo
gegen geflogen wäre.
Oder Notgelandet und im Schock, so dass er mir nicht antworten könne.

Beim letzten Versuch hatte er schon zu viel an Höhe verloren,
um nochmal neu durchstarten zu können,
mann, das ist abner auch alles viel zu eng hier!

Er landete zwei Meter neben seiner Gänsevilla-
nur auf der falschen Seite des Zaunes.
Mitten in der Baumschule.

Und dann wurde es spannend,
denn er wollte nach Hause und ist immer wieder gegen den Zaun.
Ganz oben schließt der mit einem fiesen Stacheldraht ab
(Muss ich mir das hier mit den Kindern eigentlich gefallen lassen)

Kilian kletterte schnell über den Zaun, hielt Ramses zurück.

Ich rannte in den Keller und fand meine Kneifzange,
und dann bin ich zitternd gegen den Zaun angetreten.
Ich hab den voll durch geschnitten.
Einmal so zack.

Das war gar nicht so einfach.

Doch schließlich spazierte Ramses gemütlich und in Sicherheit durch die
Lücke , die so entstanden war, und hat uns freudig begrüßt.

Das war ein Gelobe, sag ich euch.

Er hat sich auch ordentlich in die Brust geschmissen und war sichtbar stolz.

Ich beruhigte mich erstmal, rief dann in der Baumschule an und gestand
meine sachbeschädigung um dann schnell wieder zu Ramses raus zu gehen.

Also, wer mich dabei beobachtet, der muss denken, die Alte hat einen Knall, die führt Selbstgespräche. Aber so ist das ja nicht.

Ich habe Ramses gratuliert und ausgiebig gelobt.

Und dann tat der Junge was, das hat er schon lange nicht mehr gemacht,
er kam ganz dicht ran und knabberte an meinen Haaren und meiner Hose.

AUf Gänsesprache heisst das:
Los, komm jetzt mit!!!

Da musste ich wieder weinen.

"Nein, mein Großer, auf diesem Weg kann ich dich nicht begleiten,
so leid es mir tut- denn ich kann nicht fliegen...."

Und jetzt heul ich schon wieder ,
und ich schick das jetzt ab,
auch wenn das jetzt vielleicht Kauderwelsch für euch ist.

Wie kann einen denn eine olle Gans nur so sehr berühren??

triefnasse Grüße vom Stacheldrahtzaun,
Biggi

Liebe Biggi,

ich fragte mich schon, was wohl aus Ramses geworden ist. Jetzt kam gerade die Mail rein und ich mußte sie sofort lesen.

Jetzt sitze ich hier freue mich mit Tränen in den Augen.

Vielen Dank, das Du dieses Erlebnis (gar nicht wirr) mit uns teilst!!

Viele Grüße

Liebe Biggi,
Schon wieder eine "Gänsehautgeschichte"

Und es passt so schön zum Kinderwunsch und zum Leben überhaupt...
Sehr sinnbildlich für so vieles!

Grüss Ramses, viel Glück auf seiner Lebensreise.........

Lieber Gruss

Liebe Biggi,

oh was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Freude, Stolz und auch Trauer. Ja, dein Kleiner wird richtig flügge.
Ich musste grad an mein Patenkind denken. Ebenso hab ich mich auch gefühlt als die Kleine eingeschult wurde. Ein wichtiger Lebensabschnitt war vorbei und sie wurde selbständiger. Sie braucht immer noch Hilfe aber anders und weniger als noch als Kindergartenkind.
Ramses braucht auch noch etwas deine Hilfe bevor er sich endgültig auf den Flug macht. Noch will er sich wahrscheinlich noch nicht von seiner Gänsemami trennen.

Berührte Grüße

Lieber Ramses!

Auch hier in Oberfranken Jubelgeschrei, Klatschen und Tränengeschniefe!
Hast du es gehört?!
Ich wusste, dass du das schaffst! So mutig und lebenshungrig und neugierig wie du bist! Einfach immer den Instinkten folgen!
BRAVO!!!!!!!

Und selbsts wenn du irgendwann ganz davonfliegst und dich anfangs wunderst, dass deine tolle Gänsemutter nicht mitkommt, sie wird immer bei dir sein im Gedanken, dir liebe Grüße und gute Gedanken schicken und immer für dich da sein, falls du doch irgendwann mal Heimweh bekommst!

Liebe Grüße, ...


Und dir, liebe Biggi!

Toll gemacht! Du kannst wirklich sehr Stolz auf deinen Großen sein!
Und egal, wohin es ihn treibt, er wird auch immer ein STück Tremmen bei sich tragen im Herzen! Wissen, dass dort seine liebende Familie ist und mit dieser Sicherheit fliegt es sich sicher gleich nochmal so gut!

Liebe Schniefegrüße


Liebe Gisela!

Vielen Dank für die Fotos!
Ramses wirkt sehr selbstbewusst mit seiner vor stolz geschwellten Brust und man sieht ihm tatsächlich an, wie herrlich sein Gänseleben so ist und wie er es genießt!

Was für ein Glück!

Liebe Gisela,

Die Fotos sind wunderschön!

Ramses sieht sehr stolz und voller Kraft aus!

Viele Liebe Grüsse


Fliegerjacke

Ja, liebe Gisi,

hab vielen Dank fürs fotographieren,
das ist echt dein Talent!

Am schönsten finde ich die rote Fliegerjacke.

In dieser Jacke hab ich ihn getragen.

Diese Jacke waren meine Flügel,
unter die er schlüpfte, wenn er Angst hatte.

Und diese jacke hab ich an, wenn wir das Fliegen üben,
dammit er mich von oben wieder erkennen kann.

Heute habe ich ihm die Jacke auf dem Rasen da gelassen,
die findet er voll gut!

Er schläft sogar neben ihr,
obwohl dieser Platz, wo sie liegt,
absolut gar nicht sein Lieblingsplatz ist.

Es gibt ein Foto, da steckt er seine Nase ganz tief rein.

Ist doch ganz so, wie bei einem Menschenbaby ...
lieber Gruss
Biggi

Hallo Ihr Lieben, liebe Biggi,
ich reihe mich hier auch ein, in die Schniefegrüßer an euren wunderschönen, stolzen Ramses.
Gestern abend dachte ich andauernd dran, wie es ihm wohl geht, ob er schon fliegt, wie er das macht, ich war schon ganz besorgt, weil er mich so berührt hat.
Jetzt bin ich froh, dass alles o.k. ist mit ihm, mit euch.
Kinderseelen suchen sich ihre Eltern aus, und Entenkinder sind auch Kinder, oder?
Ramses hat sich euch ausgesucht, und wir dürfen auf eine ganz besondere Art teilhaben an seiner Kindheit, an seiner Sehnsucht, seiner Kraft, dank dir, liebe Biggi, danke dafür!
Die Fotos sind klasse, liebe Gisi.
Eigentlich gehört Rames jetzt zur Forumsfamilie.
Punktlandung, ach ..., euer Wunschkind ist wirklich gelandet, alles passt zusammen, ist rund.
Wenn es möglich wäre, könnte Ramses ja der Patenonkel eures Babys werden...........
Liebe Grüße


Liebe ...!

Ich dachte schon daran, vielleicht finde ich ja ein niedliches Gänse-Schnuffeltuch?!
Ich glaube, ich schau gleich mal bei sigikid!

Liebe Biggi,

auch ich lese Deine warmherzigen Ramses-Geschichte mit Tränen in den Augen, bin so gerührt.
Danke dafür. Du gibst mir/uns so viel mit dieser wunderschönen Geschichte.

Lieber Ramses,

schön, dass es Dich gibt. Danke, dass Du Biggi´s und unser Leben mit so viel Schönem, Freude bereicherst.

Liebe Gisi,

danke für diese schönen Fotos, die mehr als zausend Worte sagen.

Alles Liebe an Euch Drei,


Liebe Biggi,

die Ängste, Unsicherheiten zu Anfang, und nun die ganzen positiven Emotionen, wie Stolz, Freude über die tolle Entwicklung Deines/Eures Gänsejungen sind all die Gefühle, die eine Mutter ja auch mit ihrer Kinderseele angefangen bereits vor der Empfängnis und dann auch mit einem Menschenkind so "durchmacht" .....
Nur bei Ramses geschieht das alles im Zeitraffer

Nun ist er flügge, macht seine Flugübungen unter Deinen wachsamen Augen, bis er die Kraft und das Vertrauen in sich selbst hat, hinaus in die Welt zu fliegen.

Die Geschichte berührt mich.....

Der Flug des Phoenix

Guten Morgen, Ihr Lieben,
und vielen Dank für Eure lieben Zeilen.

Gestern Abend habe ich noch etwas wichtiges verstanden.

Vielleicht kann ich das rüber bringen.

Nach seinem aufregenden Flug vorgestern,
wagte ich mich gestern früh kaum,
sein Häuschen aufzumachen.

Ich fürchtete, wenn er sofort weiter übt,
dann bin ich zu allein,
um ihn zu sichern.
Also, hinter her rennen, schauen, wohin er fliegt,
schauen, dass er sich nicht verletzt,
schauen, wo er landet,
ihn suchen,
ihn einsammeln, womöglich weitere Zäune zerstören.....

Aber er folg nicht.

Im Gegenteil.
Er benahm sich wie ein Kind, das sich zu weit vor gewagt hat.
Denn er suchte ganz ausgesprochen meine Nähe,
und wagte wenig.
Ein einziger kleiner Flug über den Pool.
Und den ganzen Tag weiter nichts.

Er saß dann direkt vor der Fliegentür, die ins Haus führt.
Da saß er noch nie.

Als er klein war, da war er im Haus gewesen,
hatte eine Vertrautheit mit meinen Fliesen entwickelt.

Was war hier los.?

Irgendwie suchte er Nähe, Sicherheit.
Auch war er ausgeprochen müde,
erschöpft vielleicht ?

Da gab ich ihm seine Fliegerjacke.

Er zupfte sofort daran rum,
legte sich neben sie,
und ab dem Nachmittag schlief er direkt darauf.

Das ist ungewöhnlich, denn er war immer NEBEN mir, uns,
auf dem Sofa, ist also kein DRAUFgänger oder -Lieger.

Er schlief fast den ganzen Tag,
auf der Jacke.

Abends schaute ich mir das eine Weile an.

Und dann begriff ich:

In seinem Flug lag eine enorme Heilung!

Er hätte fast nicht überlebt, weil er von einer Fähigkeit
zu wenig hatte:
Von der Fähigkeit, seiner Mutter zu folgen, und sie zu finden.

Für die Natur ist das ein verletztes Muttersignal,
und sie reagiert darauf knallhart durch Selektion.

Ich hatte lange gegrübelt,
ob ich in diese Natur eingreifen durfte.

Ich hatte gut beobachtet, was ihm noch fehlt,
wo seine Schwächen sind,
noch lange, nachdem ich längst eingegriffen hatte.

Ich dachte, Ramses übt einfach nur fliegen.

Das stimmte aber nicht, denn er tat viel mehr.

Mit jedem Tag, jeder Stunde, jeder Minute, die er übte,
und versuchte, und dabei oft tolpatschig auf der Nase landete
brachte er die Heilkraft der Natur und seiner Sippe zum Ausdruck!

Er übte, um sein größtes Defizit ausgleichen zu können.

Ein lebensbedrohliches Defizit.

Und jetzt erst, wo er es ausgeglichen hat,
kann ich das sehen und verstehen.

Jetzt kann er seine Mutter finden!!!!

Das Signal ist wieder kraftvoll.

Deshalb hat er am Tag nach seinem Flug das,
was er neu erlernt hat,
andauernd geübt.

Und das war gar nicht das Fliegen.

Es war das Finden!!!!!!!!!!!!!!!

Und diese neue Fähigkeit hat er angewendet.

Blieb auf meiner Jacke und schlief seeeeeeeelig!

Jetzt macht er Pause.

Die Natur ist klug.
Die Tiere machen immer Pause,
um neue wichtige Erfahrungen tief in sich zu verankern,
um sie zu integrieren ins große Ganze.

Ich bin sehr beruhigt.

Wenn Ramses eines Tages Vater ist,
dann bringt er seinen Kindern bei,
den Eltern zu folgen.

Das nennt man eine dauerhafte Heilung.

aufatmende Grüße

Biggi

Guten Morgen Ihr Lieben,

hab grad die schönen Bilder von Ramses gesehen. Was für ein wunderschönes kraftvolles Tier er geworden ist. Gar nicht mehr zu vergleichen mit dem kleinen tolpatschigen Küken, dass er mal war. Wie wunderbar die Natur doch ist.

Liebe Grüße

Liebe Biggi,
dann bringen wir unterhalb des Kinderwusches, dann unseren Kindern bei was wir hier gelernt haben :-)
Das Pause machen nach der "Lektion" schreibe ich mir mal hinter die Ohren.

Alles Liebe
Tina

Liebe Biggi, Lieber Ramses,

Schubsere nach oben von mir....

Wie geht es denn Ramses?

Neue Ereignisse?

Lieber Gruss

Vertrauen und Respekt

Guten Morgen, Ihr Lieben,

seit einigen Tagen möchte ich euch etwas schreiben,
doch ich bekomme es selbst noch nicht ganz zusammen.

Oder aber:
Die Botschaft ist eben einfach so profan:

Ramses lehrt mich präzise das Verhältnis aus
Vertrauen und Respekt,
das für ihn persönlich genau das richtige ist.

Als er das erste mal so richtig flog,
damit meine ich nicht nur hier im Garten,
sondern richtig.
Als er unvermittelt abhob und immer und immer mehr an Höhe gewann,
da war ein Teil von mir in ihm,
fast war es, als könne ich seine Freude und Überraschung ebenfalls fühlen,
ein anderer Teil von mir blieb unten und war in größter Sorge.

Mein Garten ist alles andere als flugtauglich.
Genau genommen ist er unten einigermaßen licht,
doch einige Meter höher ist er fast zu,
gibt es nur kleine Lücken,
durch die sich angehende kleine Piloten hindurch manövrieren müssen.

Ich sah ihn also immer nur kurz,
dann war wieder ein Baum dazwischen oder ein Dach, ein Haus,
und immer, wenn ich ihn nicht sah,
sorgte ich mich noch mehr um ihn.
Ich hatte Angst.

Da half nur eines:
Vertrauen!

Ich machte also zuerst mir selbst Mut,
damit ich dann ihm Mut machen könnte.

"Ja, super, das machst du großartig. Ja, das schaffst Du.
Ramses, Du FLIEGST!!!!!"

Das waren die Gefühle in den kurzen Momenten,
in denen ich ihn nicht sah.

Die anderen Momente,
in denen ich ihn sah,
die waren voller Annerkennung für seinen Flug.
Die waren berauschend.
Da wölbte sich meine Brust mit seiner.
Ramses, Du fliegst!!!

Der gleiche Satz,
gesagt aus Gefühlen heraus,
wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.........

All die Wochen des Vorbereitens und Übens fanden in ihnen ihren Sinn.
Und jeder noch so kleine Gedankengang,
jede winzige Entscheidung,
in der vorangegangenen Zeit
waren nun eine Perlenkette von Ereignissen und Zufällen geworden,
die exakt und unverzüglich auf diesen wunderschönen Moment
hingearbeitet hatten.

Wären diese Momente nicht so kurz gewesen,
dann wären mir Glückstränen aus den Augen getropft.

Doch dazu war kleine Zeit,
denn beide "Momente" wechselten sich schnell und andauernd ab,
und mit ihnen die dazu gehörigen, so widersprüchlichen gefühle.

So könnte ich sagen,
meine Gefühle befanden sich in einer rotierenden Küchenmaschine.

Alles durcheinander.
Alles schnell.
Und alles doll.

Dies sortieren konnte ich erst später.
Und ich konnte das auch nur nach und nach.

Morgens beispielsweise,
wenn ich im Schlafi meine erste Tasse Kaffee im Garten trinke,
und Ramses einfach nur zuschaue.

Da konnte ich erst begreifen,
mit welchen zwei wichtigen Gefühlen ich es zu tun hatte.

Mit Vertrauen und Respekt.

Am Tag nach diesem Jungerfernflug flog er nicht.
Und ich begriff, dass das nicht nur für ihn selbst gut war,
sondern auch für mich.
Auch ich konnte diese Erfahrung so besser integrieren.

Denn Vertrauen konnte ich nicht gleich haben.
Schließlich hatte ich Angst.
Angst vor der Gefahr,
Angst dass was schiefgehen konnte,
Angst, dass ich das alleine wuppen müsste,
Angst, hinterher alleine und traurig zu sien.
Alles durcheinander.

Am übernächsten Tag flog er nur im Garten.
Er probierte die verschiedenen kleinen Ecken aus,
und lernte ein Manöver nach dem anderen.

Er blieb im sicheren Luftraum und flog bald meisterlich.

Da hatte er meinen Respekt.
Er hatte aus der Not eine Tugend gemacht,
und flog diese Manöver unter Garantie gekonnter,
als seine in Freiheit lebenden Geschwister.

Aus meinem Sorgenkind war ein Meister geworden!

In diesem Respekt sah ich dann eines Tages zu,
wie er wieder hoch aus dem Garten flog.
Der Wind kam aus einer ungewohnten Richtung,
anderer Start, anderer Landanflug,
egal,
er kann es jetzt.

So war irgendwann MIT dem Respekt,
aus meiner Angst echtes Vertrauen geworden.

Es war genau die richtige MIschung aus Respekt und Vertrauen.

Und ich fragte mich kurz,
ob das mit unseren Kindern nicht das selbe ist.
Mit unseren Kindern, die schon da sind.
Und mit unseren Kindern,
die noch nicht da sind,
die das Fliegen noch üben.

Inzwischen fliegt er täglich mehrmals.
Manchmal kreist er nur um unsere Häuser,
und ruft dabei stolz und laut nach uns.

Manchmal ist er auch eine Stunde weg,
und kommt dann aufgeregt und stolz zurück.

Wie auch immer er das anstellt,
er landet in direkter Nähe seiner kleinen Gänsevilla,
und das, obwohl ringsum Baumbestand ist.

Meistens benötigt er mehr als einen Landeanflug.
Er kann nciht so schnell an Höhe verlieren,
wie er müsste,
das merkt er,
und dann, wenn ich schon denke,
au weia, gleich ist er am Stacheldraht,
dann startet er schon neu durch,
fliegt noch mal hoch,
um es noch einmal zu probieren.

Ich weiß dann:
Er ist nicht "weg".

Im Gegenteil:
Er übt eine Punktlandung!

Es ist, als hätte er einen regelrechten Ehrgeiz entwickelt,
seine Landungen zu perfektionieren.

Und damit fühlen wir beide uns:

Sicher !!!

lieber Morgengruss
Biggi

Liebe Biggi!

Wenn ich deine Ramses-Berichte so lese, entdecke ich so viele Parallelen, das ist unglaublich!

Auch wenn ich es vielleicht nur ahnte während unseres Kinderwunschweges und wahrscheinlich aber nicht so recht wahrhaben wollte, diese Zeit war nötig! Nötig Vertrauen zu entwickeln, Respekt, Demut und daraus die Hoffnung, wenn nicht sogar den Glauben, dass letztendlich alles gut wird!

Wenn dein Ramses sich außer Sichtweite befindet und du lernst zu vertrauen, so ist es wie bei mir im Moment, wo ich unseren kleinen Piloten doch noch gar nicht spüren kann...die kurzen Momente, wenn Ramses zwischen den Bäumen auftaucht, so wie unser kleines Wunder heute beim ersten Vorsorgetermin auf dem Ultraschallmonitor auftauchen wird.....
Dann tauchen sie wieder unter....und uns Pilotenmüttern bleibt nichts außer zu vertrauen!

Natürlich ist da auch immer ein wenig Sorge, dass unser Seelchen, wahrscheinlich immer noch mehr dem Kinderseelenland zugehörig als dieser Welt, es sich doch noch anders überlegt....Heimweh bekommt nach der Sonne dort, den Wiesen, den fröhlich spielenden Freunden....
Dann hilft mir immer wieder mein Vertrauen, dass es aus Sehnsucht die weite Reise zu uns sicherlich nicht nur mal so zum Spaß angetreten hat!
Aber auch die Demut, dass es egal wie es kommt so das Beste sein wird!

Ich denke eine der größten Lektionen die Mütter lernen müssen ist das LOSLASSEN!
Loslassen im Kinderwunsch, bevor unser Seelchen sich entscheidet zu kommen....
Loslassen in der SS, wenn man auch bisweilen damit kämpft doch noch beim FA anzurufen und um einen Ultraschall zu bitten nur um zu sehen, dass das Herzchen noch schlägt....
Loslassen im Moment der Geburt, wenn es nun nicht mehr schützend in unseren Bäuchen kuschelt...
Loslassen bei den ersten Schritten, im Kindergarten, alleine auf dem Schulweg uswusf.

Und nicht nur das Loslassen ist unsere Aufgabe, sondern auch den Kindern so viel an Zuversicht, Vertrauen und Selbstbewusstsein mitzugeben, sie alleine machen zu lassen, auch wenn es bisweilen eine Bruchlandung gibt. Ihnen zu helfen, damit sie starke Flügel bekommen, die sie irgendwann selbstständig durch die Welt tragen!
Immer auch in dem Wissen, dass wenn es mit der Punktlandung nicht so klappt wir da sind und ihnen wieder aufhelfen und sie anfeuern weiter zu machen....

So, und nun gönne ich mir noch ein kleines Wohlfühlprogramm an meinem freien Tag und vor dem großen, dem ersten Vorsorgetermin!

Liebe Grüße

Liebe ...,

gerade kann ich nur ganz kurz schreiben.

Ich hab Tränen in den Augen ...

Loslassen und Vertrauen ... Auf diese beiden SAchen stosse ich immer wieder und Sie sind wohl mein großes Thema ...

Danke Dir für Deine Worte ... Sie tun so gut und ich hoffe ich lerne das loslassen und vertrauen. Es fällt mir so unheimlich schwer, dass es mir oft sehr weh tut weil ich "DAS nicht KANN".

Schniefende Grüsse und alles alles Liebe für den Vorsorgetermin!
Fühl Dich gedrückt!


Liebe Biggi,

Ja, ich fühle mich wirklich erfüllt von deinen Worten.
Vielen, vielen Dank dafür.
Sie sprechen auch meine Themen an,
und wie Ramses übe ich jeden Tag.
Und jeden Tag komme ich ein Stückchen weiter ....

Du kannst so stolz sein auf deinen wunderschönen Ramses!
Wie schön, dass ich ihn sehen konnte.
Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen.
Immer wieder mal muss ich an dieses wunderbare Geschöpf
- und natürlich an seine ebenso wunderbare Mama -
denken.

Wie schön, dass sich unsere Wege kreuzen durften ....

Alles Liebe "in den hohen Norden"!

hallo ihr lieben,

ich weiss nicht genau ,ob das hierher passt aber ich sehe da wieder ganz viele
parallelen.
mein kind (6 1/2) war gestern wie vom erdboden verschluckt...geschlagene
zwei stunden.....das sind gefühlte 12 stunden....
er ist zuverlässig und er kam nicht dort an ,wo wir uns verabredet haben...
ich lief immer wieder den weg ab ,wo er langgekommen sein musste....immer
und immer wieder .keine spur ...
ich suchte die gesamten spielplätze ab .immer noch keine spur...
bei seinen freunden klingelte ich ,auch dort keine spur von meinem kind
ich lief immer wieder dreieck...zwei stunden lang...
die lenamama sagte dann zu mir :naja in der heutigen zeit,da laufen ja so viele pädophile rum ,eigentlich bist du ja selber schuld,dass du ihn so zur
selbstständigkeit erziehst.....
ich suchte weiter ,an irgendeiner stelle sagte ich dann:
nein mein kind ,ich habe dich geboren damit du glücklich bist und nicht das
irgendein mensch dein leben abrupt beendet
und ich flehte immer wieder :komm bitte nach hause
ich lief immer noch im dreieck ,mein herz zeriss es jedes mal ,wenn ich auf der bank vor unserem haus keine kinderbeine baumeln sah ....
irgendwann entdeckte ich dann durch die rosen seine schuhe ,er sass dort
auf der treppenstufe vor der tür ....ich wollte gerade zur polizei...
punktlandung....
denn : er wollte vorlaufen ,was eigentlich kein problem ist ....
aber es gibt bei uns zwei ladenketten mit dem gleichen namen
das ist noch relativ neu
er ist zu einem anderen laden gelaufen der viel viel weiter weg ist
er musste eine vierspurige strasse ohne ampel überqueren,wo die
leute gut und gerne mal 70 anstelle 50 km/h fahren
ich hätte das nie zugelassen ,dass er da alleine hinläuft
aber mir blieb in der situation nichts anderes übrig als vertrauen,
dass er wieder nach hause findet
und die ganzen übungen die ich zum strasse überqueren gemacht hatte haben
einen sinn gemacht
das ganze vertrauen ,was ich ihm entgegengebracht habe(das kannst du )
hat dazugeführt ,das er sich trotz der situation (1 stunde warten auf mama in fremder umgebung)
besonnen hat wieder nach hause zu finden...
und ich habe ihm auch hunderttausendmal erklärt ,dass es leute gibt ,die kinder klauen wollen
und dass er nirgendwo mitgehen soll...
trotzdem hätte das natürlich gefährlich werden können...
trotzdem vertrauen war wichtig
und vielleicht ist es auch so ,dass ich meinem Wunschkind dieses vertrauen entgegenbringen sollte, damit
es nach hause finden kann ,denn Kinder können manchmal mehr ,als man ihnen zutraut


wird fortgesetzt??

Tremmen, 2.8.09

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