Fair-Trade Siegel - Einkauf mit gutem Gewissen

 

Wer beim Einkaufen die Augen auf hat, findet in letzter Zeit zunehmend auch in den Großhandelsketten das Fair-Trade-Siegel. Somit ist es immer einfacher, durch die Auswahl der Dinge, die man einkaufen möchte, nebenbei noch etwas richtig Gutes zu tun.

Das Fair-Trade-Siegel steht für Fairen Handel, verhindert Armut, Kinderarbeit und Ausbeutung von Frauen.

Das gabs auch früher schon: Anfang der 80er Jahre kauften wir die ?Sandinodröhnung?- das war ein harter Kaffe zu exorbitanten Preisen, den man nur in Bioläden bekam. Ich kann nicht sagen, dass mir der schmeckte. Doch wir kauften ihn, um die Kaffeebauern in Nicaragua direkt zu unterstützen.

Kurze Zeit später boomte der Markt der ätherischen Öle viel zu schnell. Die Folge waren nicht nur der enorme Qualitätsverlust, stellenweise Panscherei renommierter Anbieter, sondern vor allem die Verarmung der Bauern, die die Rohstoffe anbauten. Ende der 80 er Jahre gab es schlichtweg kein ätherisches Orangenöl in vertretbarer Qualität mehr: Die Hersteller von Saft-Oasen entsorgten  nach der Entsaftung die Orangenschalen in großen Destillen, niemand störten dabei Pestizide oder der leicht angegammelte Zustand des Saftmülls, der ungeschützt in heißen klimatischen Gebieten ein super Nährboden für Bakterien aller Art waren. Niemand von uns wunderte sich da, wenn man nach einem entspannenden Vollbad mit Orangenöl mit ordentlichen Kopfschmerzen belohnt war.

Gleichzeitig fiel der Weltmarktpreis ins bodenlose, die verzweifelten Plantagenbesitzer begannen ihre Bäume zu spritzen und zu düngen, verarmten aber dennoch. 

Es war ?unser? Dr. Büchli, der die italienischen Landbauern fragte: ?Wie viel Geld braucht ihr am Ende des Jahres,  wenn ihr wieder traditionell Orangen anbaut??.  Er garantierte ihnen einen festgelegten Betrag zum Jahresende, der unabhängig von der gelieferten Menge war, und konnte sie so zur Wiederaufnahme des Anbaus bewegen. Das Ergebnis war ein traditionelles Orangenöl von hoher Qualität, die Erhaltung der regionalen Plantagen und kleinen Familien-Destillen,  der Verzicht auf Pestizide und vor allem die Vermeidung von Armut, besonders der Kinder.

Noch heute, mehr als 20 Jahre später beziehen wir von dort unser Orangenöl, damit ist klar: Das Prinzip geht auf und es hat Bestand. Es ist ein Fairer Handel. 

Dies ist nur ein Beispiel und bislang vermutlich eine Ausnahme. Wir hatten einfach nur Glück, ein solches Produkt einkaufen zu können in einer kleinen ökonomischen Enklave. 

Doch gibt es weltweit Bestrebungen, die sich für einen Fairen Handel einsetzen,  für ein Prinzip, das unserem Beispiel sehr ähnlich ist: Hersteller und Bauern aus Entwicklungsländern erhalten einen fairen Preis, sie bestimmen ihn entweder selbst oder können ihn selbst verhandeln. Studien haben gezeigt, dass damit nicht nur Armut und Kinderarbeit verhindert wird, sondern nun auch Ressourcen für die Bildung der Kinder frei werden. Mit dem Ansteigen des Bildungsniveaus sinkt in den betreffenden Gebieten  das Aggressionspotezial. 

Die FLO- Fairtrading Labelling Organisation ist die internationale Organisation, der sich viele weitere Organisationen angeschlossen haben, in Deutschland und Österreich  sind Faire Handelsprodukte mit dem Fair-Trade-Siegel kenntlich gemacht. Erfreulich, dass einige Produkte nun auch von unseren Supermärkten geführt werden, so hat der Faire Handel eine Chance, zu einem Mainstream zu werden. Für mich persönlich ist das: Einkaufen mit einem guten Gefühl! 

Biggi 14.8.2009

 

 

Werbespot von Transfair

 

Ich möchte Euch unbedingt diesen kleinen Werbespot von Transfair zeigen, kürzer und herzlicher kann man es kaum formulieren, denke ich.

Werbespot Transfair (22 Sekunden lang)

Biggi 14.8.2009

 

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