"Wer sein Leben ändern möchte, muss im Unterbewußtsein damit anfangen"

Liebe Silke, Ihr Lieben,

schön, dass Du so schnell Platz genommen hast in unserer
Kuschelecke.

Ich glaube, Deine dringengst Frage ist erst mal die Reise in
unsere inneren Bilder und wie man sie gestaltet. Anja hat das
schon beschrieben und ich finde es wichtig, dass sie auch
aufgezeigt hat, das es auch mal nicht gelingen kann. Ich weiß,
dass das frustrierend sein kann. Eben weil wir hohe Ansprüche
an uns selbst stellen und die Kontrolle dann gnadenlos
zuschlägt.

Mach Dich erst mal frei von "das muss gelingen".

Stelle Dir vor, alle Deine Gefühle, Erinnerungen, Erfahrungen
sind Inhalt eines großen Luftballons. Vieles davon ist Dir
bewusst. Du kannst es benennen, weißt, was es in Dir auslöst,
was es mit Dir macht, wie es Dich geprägt hat. Alle diese
Dinge sind Teil Deines Bewusstseins.

Nimme Dir eine Hilfslinie zur Hand und teile den Ballon damit
in eine obere und eine untere Hälfte. In der oberen Hälfte
findest Du all die Anteile, die Dein Bewusstsein ausmachen.

In der unteren Hälfte sind die Anteile Deines Unterbewusstseins.
All das, was Du nicht unmittelbar mit Deinen Empfindungen,
Deinem Wesen in Zusammenhang bringen kannst. Früheste Erlebnisse,
die Werbung (Frauen sind immer schön und voller Energie),
kulturelle Einflüsse - nimm einfach alles dort mit hinein, was
Du Dir vorstellen kannst, als Bestandteil Deines Unterbewusst-
seins.Auch all Deine verdrängten Gefühle, wie Angst und Trauer.
Auch Deine unbewussten Wertmassstäbe (man ist nicht neidisch,
man ist nicht eifersüchtig, man ist nicht schwach). Schwarz-
Weiß-Denken. Propaganda=Lügen, die so lange erzählt werden, bis
sie zur Wahrheit werden.

Je größer der bewusste Anteil ist, umso mehr sind wir bei uns.
Denn alles, was uns bewusst ist, können wir auch verändern.

Stell Dir vor, Dein Gehirn wäre eine Festplatte mit Programmen
und Dateien. Viele dieser Dateien gehören den Unterbewusstsein.
Wenn wir sie nun langsam und Schritt für Schritt in unser
Bewusstsein ziehen, können wir sie verändern. Aus negativ-
Botschaften positiv-Botschaften machen und so Stück für Stück
neue Dateien anlegen.

Unser Unterbewusstsein kommuniziert ständig mit unserem
Bewusstsein und entscheidet sich stets für die stressfreiere
Botschaft und so langsam machen wir dann aus dem halb leeren
Glas das halb volle.

Nun gibt es viele Hilfsmittel, die uns bei diesem Transport
vom Unbewussten ins Bewusste helfen.

Das therapeutische Malen, die EKT (schreibe ich noch was zu),
Traumreisen, Aufstellungen, unsere Träume, die wir Nacht für
Nacht träumen (das machen unser Körper und unsere Seele ganz
alleine).

Bleiben wir bei der Traumreise.

Gerade, wenn wir alleine "Traumgehen" wollen, fällt das am
Anfang erst mal schwer (jedenfalls den meisten). Wir haben meist
ein Ziel vor Augen, wollen wieder ganz doll ein ganz bestimmtes
Ergebnis erzielen (KONTROLLE). Da sich unser Unterbewusstsein
aber nicht kontrollieren lässt, ist das Scheitern vorprogrammiert.

Dann kommt die Wut darüber, dass es nicht gelingt. Vielleicht
sogar die Angst, dass es beim nächsten mal wieder nicht gelingt.
Und dann vielleicht die Hoffnungslosigkeit, dass es überhaupt je
gelingen wird (immer noch der KOPF).

Entweder sind wir dann total enttäuscht von uns selbst oder wir
sind sauer auf die anderen, weil die das hinbekommen. Oder weil
wir nicht mehr daran glauben können.

Oft sind wir auch fixiert auf bestimmte Bilder, die andere
gesehen oder gefühlt haben. Wollen diese herbeibeschwören. Aber
je mehr wir uns anstrengen, umso verkrampfter wird das Ganze.

Am besten ist es an dieser Stelle, wenn Ihr alle Eure Ansprüche
auf Null fahrt.

Setzt Euch kein Ziel (das Kinderseelchen muss nicht gleich
entdeckt werden und auch der Fruchtbarkeit müssen wir nicht auf
der Stelle begegnen).

In allererster Linie sind wir selbst wichtig und unser Unterbe-
wusstsein ist intelligent genug, um uns die Bilder zu senden,
die jetzt und in diesem Augenblick wichtig für uns sind.

Es gibt eine "Standard-Traumreise". Sie beginnt auf einen
Hügel. Auf diesem Hügel steht ein Baum. Es ist unser Baum. Wir
können unter ihm sitzen, an ihm lehnen, unter ihm im Gras
liegen. Durch sein Blätterwerk sehen wir die Sonnenstrahlen
tanzen. Wir hören den leisen Wind und die Vögel in unserem Baum.

Bei diesem Bild bleiben wir erst mal. Wir können es auschmücken,
eine Bank unter unseren Baum stellen. Verweilen, uns darauf
einlassen.

Unsere Atmung hilft uns dabei. Wir atmen regelmäßig und tief
ein und aus. Liegen entspannt. Haben vielleicht sogar
Entspannungsmusik aufgelegt (möglichst ohne Text).

Und bleiben bei diesem Bild, ohne Erwartung.

Unser Unterbewusstsein kommuniziert meistens in Bildern mit uns.
Manchmal in Farben oder in Tönen. An diesen Botschaften entlang
lassen wir uns treiben.

Dieser Hügel ist unser Ausgangspunkt für unsere Reise. Ihn
können wir erst mal kennenlernen. Unseren Platz daraus machen.
Alles ist erlaubt. Es ist unser ganz eigener Platz. Unser Ort
der Ruhe und der Entspannung. So lange, wie wir es wollen.

Wenn uns dieser Ort vertraut ist, können wir immer mehr Reisen
von ihm aus unternehmen.

Eine Reise ist z. B. die Reise zur Fruchtbarkeit.

Wir verlassen diesen Hügel, laufen hinunter zur Wiese. Eine
bunte, Blumen- und Gräserreiche Wiese, mit Schmetterlingen,
kleinen Tieren. Eine ganze Weile können wir durch sie hindurch-
laufen. Die Gräser an unseren Beinen und in unseren Handflächen
spüren. Die Kraft der Natur und ihre Schönheit in uns aufnehmen.

Wir können uns auch ausruhen, uns hinlegen, in den Himmel
schauen. Und irgend wann wieder weiterlaufen.

Bis wir an einen kleinen Fluss gelangen. Sein Ufer hat einen
kleinen Weg. Unterhalb des Weges befinden sich Steine und
Steinplatten.

Wir gehen diesen Fluss entgegen der Strömung. Wir können auf
dem Uferweg entlanglaufen, über die Steine springen, wir können
auch in ihm schwimmen. Wenn er in unsere Bildern tief genug ist.
Fische können in ihm schwimmen, Libellen über ihm durch die Luft
sausen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

So lange, wie wir es wollen, können wir Flussaufwärts laufen.
Bis hin zu seiner Quelle. Eure inneren Bilder werden Euch zeigen,
wie die Quelle aussieht.

Sie ist der Sitz, das Zuhause der Fruchtbarkeit. Hier könnt ihr
verweilen, so lange ihr wollt. Baden, mit der Fruchtbarkeit
reden oder nur ihre Gegenwart spüren. Jede auf ihre ganz eigene
Art und Weise. Es gibt keine Regeln, weil wir alle unsere
eigenen Bilder haben.

Irgend wann geht ihr dann diesen Weg zurück. Bis zurück zu Eurem
Baum und von diesem aus dann zurück in Eure Badewanne, in Euer
Bett, auf Eure Couch, je nachdem, von wo aus ihr gestartet seid.

Es wird immer leichter, sich den inneren Bildern hinzugeben.
Am Anfang landet ihr vielleicht sonst wo. Immer wieder driften
Eure inneren Bilder woanders hin. Das ist normal. Denn wir sind
es nicht gewohnt, unkontrolliert zu denken und zu fühlen. Aber
mit der Zeit gelingt es immer besser und wir können mehr und mehr
in die Entspannung gehen.

Am besten konnten wir das noch, als wir als Teenies unseren
Tagträumen nachhingen. Zu Pink Floyd oder eben unserer Lieblings-
musik. Tagträume sind nichts anderes als Traumreisen. Wir lassen
unsere Bilder fliessen ohne sie zu bewerten oder zu interpretieren.

Das ist sehr wichtig: keine Bewertung, keine Interpretation.
Das Unterbewusstsein entscheidet sich immer für die Stressfreie
Variante und weiß am besten, wie die neue Datei auszusehen hat.

Wichtig ist, dass Ihr selbst Euch alles erlaubt auf Euren
Reisen. Auch das Verlassen des Leitfadens - einfach alles.

Es ist wirklich hilfreich, sich Entspannungsmusik hinzu
zu holen. Die Musik blendet Nebengeräusche aus und unterstützt
die Entspannung.

Entspannt doch einfach mal so. Ohne den Vorsatz einer bestimmten
Traumreise. Lasst die Bilder einfach kommen und geniesst sie.

Ihr könnt auch fliegen. Die Welt von oben betrachten. In einem
Heißlustballon, oder einfach nur so.

Das allerbeste: keine Zielsetzung. Loslassen. Hingeben. Annehmen.

Nun los, her mit den Fragen.

Liebe Grüße,
Heike, 25.11.2003