Heike über : Gefühle, innere Bilder und die Macht unserer Worte

März 2009

Die Sache mit den inneren Bildern

Guten Abend in Forum,

wie Bilder in uns wirken und durch was sie hervorgerufen werden,
nämlich durch Worte, das wissen wir schon ganz lange.
Selbst die Sprachwissenschaft weiß: Ein Wort löst ein Bild aus, und je nachdem, welche Vorstellung wir beispielsweise von einem Haus haben (groß, klein, gemütlich, herrschaftlich) umso entsprechender ist halt das Bild, welches wir in uns sehen, wenn irgend jemand das Wort HAUS ausspricht.

Das mit diesen Bildern, die durch Worte entstehen, auch Gefühle ausgelöst werden und mit den Gefühlen Einfluss auf unseren ganzen Körper genommen wird, wissen wir wissenschaftlich belegt, noch nicht ganz so lange, der Volksmund weiß es aber seit Jahrtausenden.

So laufen ihm schon lange Läuse über die Leber und es schlägt ihm auf die Nieren.
Ich schick das erst mal ab, hier ist gerade Bambule.

lieber gruß
heike

Die Kraft der Worte

Worte haben eine sehr große Macht. So muss eine Freundin beispielsweise nicht einmal Recht haben, wenn sie uns sagt, dass sie glaubt, dass eine andere Freundin uns gerade nicht sehr gewogen ist, es geht uns dennoch direkt in den Bauch und wir wachen nachts grübelnd auf.

Der vermeintliche Streit findet statt, in unseren Gedanken, in den inneren Bildern, egal, ob diese Freundin das nun wollte oder nicht, es raubt uns den Schlaf und wir fühlen hier und da Unwohlsein im Körper. Es findet etwas statt, was durch Worte ausgelöst wurde.
Unser Unterbewusstsein erlebt das tatsächlich, es hinterfragt nicht, ob es Realität oder Hirngespinst ist. Noch mal deutlicher wird das, wenn wir uns einen Moment Zeit nehmen und mal schauen, was passiert, wenn wir die Augen schließen und laut und deutlich sagen: Ich hasse mich! Lassen wir es wirken, schauen wir, was im Körper passiert. Warten wir ab, wiederholen wir den Satz.

Und dann öffnen wir die Augen und drehen uns einmal im Kreis, schütteln uns,
schließen die Augen und sagen laut und deutlich: Ich liebe mich! Und fühlen nach. Und öffnen wieder die Augen und schließen sie und sagen: DANKE
Der Körper reagiert mit jeder Zelle. Er zieht sich zusammen und öffnet sich, fühlt sich angespannt und gestresst oder warm und weich, je nachdem, welche Worte wir benutzen.
(man, ich muss schon wieder unterbrechen)

Aus Worten bilden sich Glaubenssätze

Worte alleine sind schon mächtig. Werden sie jedoch zu Glaubenssätzen zusammengefügt, übernimmt unser Unterbewusstsein diese Aussagen als
wissenschaftlich belegt, es unterscheidet nämlich nicht, zwischen Studie, Labor und Wort.
Ein süßes Beispiel: Ich war noch ganz klein, und ich hatte folgendes beobachtet: Wenn es windig ist, biegen sich die Bäume. Und ich war schon immer ein sehr pfiffiges Kind, ich wusste sofort, wie das geht: Die Bäume fangen an, wütend um sich zu schlagen, und machen Wind. So schnell hatte mein Unterbewusstsein das genommen, dass ich bei Wind jedem wütenden Baum auswich, ohne drüber nachzudenken, ich wich aus, ohne nachzudenken.
(grrrr, schon wieder Unterbrechung) 

Mein ganzes Sein, mein Körper, mein Gefühl, mein inneres Bedürfnis reagierten auf die Bäume, wie auf das Geräusch eines herannahendes Fahrzeuges, welches mich verletzen könnte, wenn ich ihm nicht ausweichen würde.
Der einzige Unterschied: Bäume sind bei normalem Wind keine Gefahr, sich bewegende Fahrzeuge aber schon. Nur, dass das aufgrund meines Glaubenssatzes keinen Unterschied machte. Das habe ich erst ein paar Jahr später gemerkt.
Worauf will Heike raus? Was hat das mit Kinderwunsch zu tun? OK, ich gebe erste Appetithäppchen:
- ab 40 ist eine Frau unfruchtbar
- mit einem schlechten Spermioramm kann man keine Kinder zeugen
- verklebte Eileiter machen unempfänglich
- Endometriose ....
- PMS...
- PCO
- Gelbkörperhormon
- ich will nie werden wie meine Mutter

(ok, ich gebe erst mal auf. die Familie lässt mich nicht weitermachen - also mach ich das ein andern mal) 

Wir nehmen körperlich wahr, was wir fühlen 

Wir kennen das alle. Was wir denken, welche Worte wir dafür wählen, bestimmt auch immer unser körperliches Wohlgefühl. Unsere Worte formulieren, was wir erfahren haben, und was uns als Erfahrung andere zur Verfügung gestellt wird.So wissen wir alle, was passiert,wenn wir 10 Meter in die Tiefe stürzen, diese Erfahrung hat sich seit tausenden von Jahren etabliert.

Seit wenigen Jahren kennen wir den Begriff: Verschlossener Eileiter. Und nur wenige haben Erfahrung damit.  Nur wenige wissen, wie es sich anfühlt, was es bedeutet.  Aber wenn wir uns ein Kind wünschen, dann "verlassen" wir uns auf die Erfahrung einiger weniger. WEIL es Angst macht, und weil wir Hoffnung finden können, wenn uns diese Diagnose nicht betrifft. Das ist menschlich und verständlich. Jede von uns kann das nachvollziehen, dennoch empfindet unser Körper die Worte:

Ich hasse Dich, weil Du genau DA nicht funktionierst. 

Damit dieses Bild keinen weiteren 'Schaden anrichten kann, möchte ich gleich die Worte einer Gynäkologin wiederholen: Ein Eileiter ist gefüllt mit Schleimhaut, wie die Nase und die Nebenhöhlen, er ist also nicht verklebt, verschlossen oder undurchlässig, sondern er hat einen Schupfen. Und dieser Zustand ist veränderbar.  

Diese neue Bild macht uns zur Königin unseres Körpers.

Unser Körper ist geschwächt, aufgrund unserer Gedanken, unserer Glaubensätze unserer momentanen und alten Lebensumstände, die unser Denken formen, aber er ist veränderbar.

Wir sind Wesen aus Körper und Geist und die stehen in ständiger Kommunikation miteinander. Viele Diagnosen im Kinderwunsch sagen uns im Grunde eines:  Der Körper ist in gewisser Weise geschwächt, unser gesamtes System scheint geschwächt zu sein, also auch unser Vertrauen, unsere Hingabe, unsere Lebenslust.

Wie finden wir nun aber die Ursache für solch eine Schwächung, die ja nicht unbedingt immer gleich in eine Krankheit übergehen muss. Wir haben da viele Ansatzmöglichkeiten um erst mal zu schauen: Ist diese meine Schwäche vielleicht das Ergebnis einer langen Kinderwunschzeit oder war es auch vorher schon so? 

Was hat eigentlich dazu geführt, dass ich nicht richtig vertrauen kann? War es die unbedachte Aussage eines Arztes, der mir schon mit 16 gesagt hat, dass es bei mir etwas schwieriger werden könnte mit dem Kinder kriegen? Ist es vielleicht eine familiäre Vorbelastung, weil Schwangerschaft und Geburt in der Herkunftsfamilie nicht immer unbelastet erlebt wurde. Ist es sozusagen ein "Familienerbe". Fühle ich mich wohl als Frau? Fühle ich mich geborgen und verehrt in meiner Partnerschaft, oder gibt es da Vorbehalte? Es gibt unendlich viele solcher Fragen, die wir uns stellen könnten. 

Entscheidend ist, fühle ich mich angesprochen von Fragen dieser Art, lösen sie etwas in mir aus, und wenn, was lösen sie aus? Wenn Vorbehalte uns bewusst sind, dann können wir gut mit ihnen arbeiten. Wir können in sie hinein fühlen. Manchmal gelingt es sogar, dass wir erkennen können, dass sie eigentlich nicht unsere eigenen Vorbehalte sind, sondern das wir sie übernommen haben. 

Manchmal reicht es dann, wenn wir ihnen sagen: ich sehe dich, aber du bist nicht meins. Und sie dann loslassen.

Wenn Vorbehalte aber eher im Unterbewusstsein verborgen sind, brauchen wir manchmal Hilfe und Techniken, die uns helfen, sie wirklich sehen und dann loslassen zu können. In den inneren Bildern finden wir oft diese Hilfe. Unser Unterbewusstsein denkt in Bildern und Symbolen, und wenn wir uns darauf einlassen, dann können wir regelrechte Dialoge führen, mit Gefühlen, mit Symptomen und mit Glaubenssätzen, die uns ängstigen und uns schwächen. 

Wir stärken also die Seele und finden neue Worte, die sich für uns besser anfühlen. Unser Eileiter ist also verschnupft. 

Ein Gebärmutter, die die Schleimhaut nicht richtig aufbaut, ist vielleicht nur etwas müde. Ihr Müdigkeit möchte uns vielleicht etwas abnehmen, etwas, was da unbewusst in uns wirkt. Oder aber Bauchschmerzen, die uns immer und immer wieder zu schaffen machen. Vielleicht wollen auch sie etwas zum Ausdruck bringen.  

Die EKT (EmotionalKörper-Therapie) ist Expertin für solche innerlich stattfindenden Prozesse: Ich möchte Euch hier mal eine Sitzung aufschreiben, die aus folgenden Grund stattfand: Nach einer Fehlgeburt und einer Ausschabung litt eine Frau nun schon 4 Jahre unter Bauchschmerzen, für die einfach keine Ursache gefunden werden konnte. Wir begannen die Sitzung, indem wir den Schmerz ansprachen:

Lieber Schmerz, ich spüre Dich. Ich danke Dir, dass Du da bist. 

Der Schmerz wurde zunächst etwas schlimmer, blieb aber erträglich. Wir fuhren fort: Lieber Schmerz, was kann ich für Dich tun? 

Der Schmerz verwandelte sich in das Bild einer zornigen und etwas erschöpften Frau.  Gefühle nehmen in den inneren Bildern oft Gestalt an, verwandeln sich in Personen, Pflanzen oder auch Symbole. Die Patientin hatte den Eindruck, dass diese Frau scheinbar über irgend etwas wachte. Wir fragten Sie, was ihr helfen könnte: Liebe Frau, kann ich dir bei Deiner Aufgabe helfen? 

Die Frau brach in Tränen aus, die nun auch der Patientin über die Wangen liefen. Sie begann zu zittern und fühlte sich ganz offensichtlich sehr unwohl. Wir gaben Kraft indem wir versicherten, dass Tränen völlig in Ordnung seien und überließen die Patientin für einen Moment ihren tiefen Empfindungen. Nach einer Weile wurde sie zusehends ruhiger und auch die Tränen hörten auf zu rollen. Wir fragten, was sich verändert hätte und sie berichtete: 

Die Frau hat versucht, den Schmerz und die Entwürdigung von meiner Gebärmutter zu nehmen. Ich war so voller Wut und fühlte mich gedemütigt.  Ich trauerte so sehr um mein Baby und ich habe all diese Gefühle nie zugelassen. Ich wollte den Eingriff nicht, aber ich konnte mich auch nicht widersetzen. Jetzt, wo ich das alles fühlen kann, geht es der Frau viel besser. Sie ruht sich aus. 

Wir überließen die beiden sich wieder sich selbst. Warteten einfach ein Weile ab. Dann baten wir die Patientin, den Dialog erneut aufzunehmen: Liebe Frau, ich danke Dir sehr für all die Fürsorge, die du mir gegeben hast. Dafür, dass Du so gut auf mich aufgepasst und all diese Gefühle für mich getragen hast. 

Die Frau reagierte mit großer Dankbarkeit auf diese Worte und äußerte den Wunsch, sich nun zurückziehen zu dürfen. Wir gewährten ihr diesen Wunsch. Die Patientin bekräftigte das mit folgenden Worten: Ich danke Dir für alles, nun entlasse ich Dich aus dieser Verantwortung.  

Monate nach dieser Sitzung erhielten wir einen Brief, der uns folgendes mitteilte: Die Schmerzen waren kurz nach der Sitzung merklich besser geworden.Im Laufe einer Woche gingen sie fast völlig weg. Schon im nächsten Zyklus tauchten sie nicht mehr auf und sind auch nicht wieder zurückgekehrt.  

Es ist ein gutes Beispiel um zu zeigen, wie sich Gefühle auf unseren Körper auswirken können, wie unbewusste Kränkungen und Ängste Symptome machen, die wir nicht immer medizinisch erklären können. Es zeigt auch, wie stark unsere inneren Bilder sind und wie gut wir sie für uns einsetzen können. 

Und eben deshalb ist es so wichtig, dass wir gut aufpassen, was wir denken, und welche Worte wir dafür wählen, denn Worte werden zu Bildern.  

Gestern rief uns eine liebe Patientin an, ich nenn sie mal Maria, die im 6. Monat schwanger ist. Sie konnte mit ihrem Mann keine eigenen Kinder haben und das Paar hatte sich jahrelang schwer getan, mit Samenspende und künstlicher Befruchtung.

Sie hatten nach einem langen Prozess Frieden finden können und sich entschieden, einem Pflegekind ein Zuhause zu geben. Dafür besuchten sie einen Kurs, und in diesem Kurs beschloss ein anderes Paar plötzlich: Wir versuchen es noch einmal. Jetzt wird es klappen. Viele Wochen später erschienen sie nicht mehr zu den Kursen. Sie waren schwanger. 

Maria hatte nach tagelangem Nachdenken und Gesprächen mit ihrem Mann, ob sie es wohl auch noch einmal versuchen sollten, eines Nachts einen sehr intensiven Traum. In diesem Traum war sie auf einem Aufstellungsseminar und befand sich in der Rolle eines Wunschkindes. Die Stellvertreterin ihrer Mutter stand ihr gegenüber und Maria empfand in ihrer Rolle viel Wärme, Liebe und Vertrauen zu dieser Frau, die ihre Mutter sein könnte. Diese sagte plötzlich mehr zu sich selbst: OK, dann versuchen wir es halt noch mal. Maria wurde erst eiskalt und dann wurde sie wütend. VERSUCH? Ich bin doch kein Versuch! Entweder willst Du mich oder nicht. Aber nenn mich nicht VERSUCH. 

Maria wachte auf und fühlte diese Wut im ganzen Körper, in jeder Zelle, und erzählte ihrem Mann davon. Die beiden beschlossen, nie wieder das Wort Versuch zu verwenden und sie baten auch die behandelnden Ärzte, das nicht zu tun. Sie gingen mit einer völlig neuen Energie in die künstliche Befruchtung und endlich hatte es geklappt. Herzlichen Glückwunsch den Dreien. 

Dies ist Marias Erlebnis gewesen und ihm waren viele andere vorausgegangen. Aber auch hier sind es wieder Worte, die starke Gefühle in uns auslösen und plötzlich ganze Schranken einreißen, die Gefühle wieder ins fließen bringen.

Gefühle lassen also Bilder entstehen und Worte tun dies auch. Solche Bilder können uns schwächen, aber wir können sie verändern, mit Langzeitwirkung. Und es geht ganz ohne Nebenwirkungen und ohne einschneidende Eingriffe. Zusätzlich können wir unseren Körper stärken und unterstützen, denn eines will er immer: in seine Kraft kommen und gesund werden.  

Liebe Grüße

Heike