"Jede Frau spürt den Wunsch in sich, das alte Wissen wieder zurück zu erobern"

Es scheint in etwa diese Reihenfolge zu sein, in der wir uns unsere Ur-Kraft zurückholen können.

Ich befürchte ein bisschen, dass das jetzt zu konfus wird, aber ich will jetzt nicht richtig nachdenken.

Einmal konnten wir Frauen das alles - als Ur-Weiber sind wir unseren Instinkten gefolgt und haben unser Wissen von Generation zu Generation weitergeben. Ein Kreislauf des Lebens, der unser weibliches Wissen einschloss, genauso wie unser Wissen um die männliche Welt, die uns Geborgenheit und Nahrung gab. Liebe war nicht so wichtig, war doch unser Leben durch Liebe bestimmt, zu unserer Nahrung, zu unserem Heim, unserer Höhle, unseren Familienmitglieder und zu unseren Kindern.

Liebe war nichts erstrebenswertes, sie war einfach da, ein Teil unserer selbst und ein Teil eines jeden Menschen.

Eine tief empfundene Liebe, ausgelöst durch den Start ins Leben, durch die uns geschenkte Mutterliebe.

Diese selbstverständliche Liebe machte unsere Weiblichkeit und unsere Fruchtbarkeit aus, denn sie signalisierte uns von Anfang an Vertrauen zu uns selbst, Vertrauen in unsere Fähigkeiten, Vertrauen in unser Wissen. Wir haben nicht um etwas gekämpft, wir haben es mit Hingabe angenommen.

Sie hat alles mit eingeschlossen, die Männer, die Frauen, die Natur, die Fortpflanzung, das Leben, den Tod, unser Dasein bestimmt durch Selbstverständlichkeiten.

Das Patriachat!

Was war der Auslöser dafür, dass das Patriachat plötzlich über die menschliche Gemeinschaft wie ein Taifun hinweg fuhr? Ich weiß es nicht und vielleicht werden wir es nie wissen. Macht auch nichts. Wichtiger ist es, zu unserem Wissen zurückzukehren.

Erst wurde der Arme dem Reichen Untertan, dann die Frau dem Mann, der Ungläubige dem Gläubigen, das Kind dem Erwachsenen, das Tier dem Menschen, die Natur der Wissenschaft.

Systematisch wurde alles alte Wissen aus dem Menschen gelöscht. Die Heiler wurden zu Ketzern oder waren vom Satan besessen. Immer mehr wurde der Bauch durch den Kopf ersetzt. Über Jahrtausende. Und viele können sich gar nicht mehr erinnern, sie vermissen etwas, wissen aber nicht genau, was sie vermissen.

Und jetzt holen wir uns das zurück, genauso, wie ihr alle es gerade beschrieben habt. Mit einer überwältigenden Übereinstimmung und mit gänsehautmäßigem Gleichklang.

Erst ging es um die Weiblichkeit, dann um die Fruchtbarkeit und schließlich kam die Mutterliebe. Und es ist so ein tolles Gefühl, dass alles immer klarer wird.

Irgend eine von Euch hat die Worte geschrieben:

Am Anfang war das Wort!

Als ich das gelesen habe, dachte ich an eine Gespräch, welches Biggi und ich vor ein paar Tagen hatten, kurz bevor Leonies "Brief" kam.

Wir diskutierten über die Theorie, dass Frauen sich unter der Geburt ihrer Kinder immer auch selbst wieder gebären. Und wir fragten uns, was oder wen gebären sie da? Sind sie es selbst, die gebären, oder übernehmen sie stellvertretend für andere Frauen diese Aufgabe.

Plötzlich bekam ich fast einen Tritt ins Kreuz und sagte:

Am Anfang stand das Wort!

Toll!!

Was sollten wir damit jetzt anfangen.

Ist die magische Zahl die Drei?

Dreifaltigkeit,

Junge, neue, alte Fruchtbarkeit.

Gibt es mehrere Vertreterinnen der Mutterliebe??

Immer mal wieder schließen sich die Kreise. und ich habe das Gefühl, dass sich hier gerade eine Menge Kreise schließen.

Verzeiht den Exkurs durch die Geschichte. Es kam einfach so über mich und vielleicht ist die Anspielung auf das Patriachat jetzt auch besser verständlich.

Wenn ich es hier unbedingt schreiben musste, wird es wohl seinen Sinn haben.

Alles Liebe ,

Heike , 16.12.2002