"Ein Kind braucht seine Mutter solange, bis es in der Lage ist, die Welt alleine zu verändern!"

Ihr Lieben,

ein Kind ist eine eigene, empfinddame, verletzliche und zerstörbare
Persönlichkeit, die noch viel mehr als wir Erwachsene den Strömungen
des Lebens ausgesetzt ist.

Das, was um uns herum, Forderungen an unsere Kinder stellt, ist mächtig. Kindergärten, Schulen, Ausbilder, Universitäten, nennen wir es der Einfachheithalber Gesellschaft und Kultur (G und K) .


Das Aufpropfen von Leistung findet schon eine Weile statt, verstärkt seit den 80iger Jahren, denn da hatten wir die Chance, Führungsaufgaben in Wirtschaft, Politik und Medizin zu übernehmen. So wollten wir das. Dafür sind wir auf die Straße gerannt.

Aber besser gemacht haben wir es dadurch nicht.

Unsere Kinder leiden darunter am meisten. Denn niemand hat sie je gefragt, ob Frau Pisa sich ihnen persönlich vorgestellt hat, ob sie auch nur ein einziges mal gefragt hat, wie die Kinder das denn sehen.

Die Eltern sehen gar nicht mehr durch.

Kinder haben bedeutet: Angst, Versagen, Versäumnisse, kein Abitur = keine Überlebenschance.

Fast, als würde sich ein fruchtbares Land in Wüste verwandeln, wenn es nicht dem entspricht, was wir allgemein hin als CHANCE bezeichnen.  Abi, Job, usw.

Und aus Liebe "prügeln" wir unsere Kinder da durch, aus lauter Angst, das sie einst, wenn wir nicht mehr sind, verhungern.


Heute habe ich eine Mutter kennegelernt, und ich bin sicher, dass sie es egrüsst Euch von ihr zu erzählen, die fast ihr ganzes Leben in Mexiko verbracht hat und zurück nach Deutschland kam, weil ihr Sohn hier in Deutschland sein Traumstuium entdeckt hat.


Sie hat versucht mir zu sagen:

Die Rückkehr nach Deutschland war ein Schock.

Denn ich bin in Mexiko ein ganz anderes Grundgefühl gewohnt.

In Mexiko ist es das allernatürlichste Gefühl und Empfinden, mit Kindern zu leben. Mit Kindern zu leben.

Kein mexikanisches Kind hat das Bedürfnis, die Familie zu verlassen, auch nicht über dem 20igsten Lebensjahr, weil es die Familie braucht, um in deren Schutz zu reifen.

Niemals hätte ich es zugelassen, dass mein Sohn alleine in Deutschland studiert, ich bin mitgegangen, weil es er ohne mich niemals geschafft hätte,
die Sicherheit zu haben, die ein Kind braucht, um groß zu werden.

Ich bin hier oft "angegriffen" worden: Kinder müssen ausziehen und
selbstständig werden.

Warum aber sind unsere mexikanischen Kinder so stark (da meint sie die Mittelschicht und nicht das, was wir in den Medien hören), gerade weil eine Mutter sie nicht vor dem 30igsten Lebensjahr los lässt?


Ich (Heike) bin froh, das aus einer Kultur zu hören, die sich nicht vorstellen kann, die Kinder überhaupt jemals alleine zu lassen, ohne 'Führung, ohne Hilfestellung, denn ich muss mich dauernd dafür entschuldigen, dass ich eine
Über-Glucke bin.

Mexiko sieht das anders: Nur die Glucke sorgt für Glück!

Ich habe heute gehört von einer Mutter von 5 Kindern, dass sie erleichtert ist,
dass Deutschland sich besinnt. 

Ein Kind braucht seine Mutter so lange, bis es in der Lage ist,
ohne ihre Liebe die Welt zu verändern.

Bussi


Heike, 12.9.2009