Und dann gleich noch eine Bitte:

Ich hatte noch vor meinem Urlaub angefangen, über die Wochenbettdepression, über die ersten Monate mit Kind zu berichten und auch Eure Berichte dazu zu sammeln.

Noch sind es viel zu wenige. Immer noch sind werdende Mütter auf das alles nicht vorbereitet. Immer noch dringt das zu wenig in die Öffentlichkeit.

Ich bitte Euch herzlichst, selbst darüber zu berichten.

In Kürze werden wir auch das Material veröffnen, was wir gesammelt haben. Was kann einer Frau in solch einer Situtation helfen, was gibt es für Möglichkeiten, Kontakt- adressen, Ansprechpartner.

Gleichzeitig wollen wir, wenn möglich, Seminare dazu anbieten. Simone wirbelt bereits in Wiesbaden, Moni ist am Ball und auch wir wollen hier in Tremmen mehr dazu übergehen, gerade ehemalige Kinderwunscheltern und trauernde Eltern zu begleiten, wenn das Wunschkind dann endlich da ist, denn gerade diese Eltern leidern nochmal viel mehr unter dem Druch der Perfektion.

So viel erst einmal zu mir.

Viele liebe Grüße

Heike 1.9.2008

 

Liebe Heike,
schön, Dich wieder zu lesen.

Wir Du ja weißt habe ich meine Diplomarbeit zum Thema postpartale Depressionen geschrieben. Dank Deiner Hilfe und der einiger anderer sehr lieben Mütter hier aus dem Forum und den vielen Anregungen habe ich es tatsächlich geschafft diese Arbeit fertig zu schreiben und darf mich jetzt Dipl. Soz. Arb./Dipl. Soz.Päd. nennen.

Leider ist diese Arbeit nicht so geworden wie ich es gerne gehabt hätte, am Ende hatte ich so viele Ideen und Anregungen wie ich es hätte besser machen können, dass leider keine Zeit mehr blieb dies alles umzusetzen.

Wenn Du möchtest kann ich Dir die Arbeit gerne als pdf schicken, ob es Dir was bringt weiß ich nicht.

Ich würde gerne in diesem Bereich arbeiten, betroffene Mütter beraten ihnen zeigen, dass es vielen so geht, aber ich bin noch zu sehr Laie, vermute ich.

Es ist wirklich schade wie wenig Beiträge es gerade zu diesem Thema gibt.

Ich hoffe sehr, dass sich noch ein paar betroffene Frauen "trauen" über ihr Depressionen zu sprechen- es ist so heilsam für andere Mütter, die nicht verstehen was mit ihnen passiert wenn sie nach der Geburt in ein riesiges Loch versinken...

Liebe Heike, danke, dass Du dieses Thema immer wieder ans Licht bringst.

Viel Glück mit Deinem Buch- und gräme Dich nicht. Ich bin mir sicher, dass es vielen gefallen wird!!! Das kann es doch nur- wenn es von Dir ist.



Alles Liebe!


Astrid, 2.9.2008

Ach Ihr Süssen,

danke für's Mutmachen und für Euer Interesse.

Liebe Yvonne, ich suche Mütter, die den Mut haben, ihre Geschichte zu veröffentlichen, auch gerne anonym auf meiner Homepage oder gerne auch im Forum oder auch gerne als Bericht an mich, da ich im nächsten Jahr ein Buch darüber schreiben möchte und gerade in diesem Bereich persönliche Berichte sehr wichtig sind, da die meisten Frauen sich am meisten getröstet fühlen, wenn sie wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine da stehen, sondern dass es viele Menschen gibt, die das kennen.


Ich meine nicht nur die wirklich teilweisen schlimmen Depressionen, sondern auch die depressiven Verstimmungen, unglücklichsein mit der neuen Situation.



Gerade im Bereich der ehemaligen Kinderwunscheltern verstecken die Mütter ihre Gefühle und Probleme aus Scham, nach so langem Warten nun nicht glücklich sein zu können. Das ist ein doppeltes Problem.



Es gibt zahlreiche Wege aus diesem Dilemma aber wenn die betroffenen Frauen sich nicht outen und keine Hilfe in Anspruch nehmen, dann verpufft all das Wissen im Nichts.

Ich verstehe auch nicht, warum gerade in diesem Bereich Frauen still und einsam in ihrem Elend verharren. Beginnt es da schon, die Mutterolympiade?



Unsere Simone, die in Wiesbaden MÜtter und Babys behandelt, hat mir neulich
geschrieben: Die Mütter kommen meist wegen Haltungsproblemen oder Stillproblemen zu mir und haben vorher still gelitten.



Es ist nicht immer nur Glück, plötzlich Eltern zu sein.



Zur Zeit outen sich prominente Frauen und berichten über sich selbst.



Ich habe auf der Homepage (www.mutterseite.de) schon etwas darüber
geschrieben und zum Babykokon auch schon einige Berichte von Frauen
veröffentlicht. Das schau Dir gerne mal an.


Ich bin auch im Babymassage-Buch immer wieder vorsichtig auf dieses
Thema eingegangen. Angefangen von der ganz normalen Umstellung,
gerade die Wahrnehmungsumstellung einer frisch gebackenen Mutter bis hin
zu massiven Störungen. Ich hoffe, dass das verstanden wird ohne Angst zu
machen, denn das Buch ist auch im Hinblick darauf geschrieben, dass es
Frauen lesen, die noch nicht entbunden haben.



Gemeinsam mit Simone plane ich für nächstes Jahr ein Buch-Projekt, wo
all diese Aspekte, all die Probleme und mögliche Hilfen ausführlich dargestellt
werden sollen. Und ja, gerne nehmen wir Hilfe von Euch an. In Form von
Berichten, Hinweisen, Ideen, "was ich schon immer mal wissen, sagen wollte".



Leider ist die englische Gynäkologin, Katharina Dalton, die über 40 Jahre
europaweit Wochenbettdepressionen behandelt hat, 2003 gestorben. Ich hätte
sie nur zu gerne kontaktiert. Niemand, der sich mit dem Thema beschäftigt, versteht, warum diese Frau, die Bücher geschrieben hat und von Kongress zu Kongress gereist ist, nie berühmt wurde. Dabei hat sie selbst Wochenbettpsychosen mit schlimmsten Symptomen erfolgreich und nachhaltig geheilt.


Es gibt da auch Zusammenhänge mit Symptomen der Wechseljahre, die ebenfalls gut behandelt werden können, so sie denn erkannt werden.



Frauenworte hat es sich auf die Fahne geschrieben, hierzu in den kommenden Monaten immer mehr Beiträge und Fakten zusammenzutragen, denn mit realtiv wenig Aufwand und natürlichen Mitteln kann geholfen werden, ohne das Frauen endlose Behandlungen über sich ergehen lassen müssen oder sich von einer Gesprächetherapie zur nächsten hangeln.

So, das ist nun lang geworden, aber vielleicht kommt mein Anliegen so besser rüber.

Liebe Grüße

Heike, September 2008